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Travestie-Duo: Ganz viel Freude mit Speck und Ei

Das Travestie-Duo „Ham & Egg“ verzauberte bereits zum neunten Mal die ausverkaufte Kleinkunstbühne Thing. Ausladende Kostüme und ganz viel Humor sorgten für einen rundherum vergnüglichen Abend.
Immer schön in Bewegung bleiben: Zwei Freiwillige trugen dem Sänger zum gleichnamigen Refrain den Bogen „Bella Italia“ hinterher. Foto: Johannes Koenig Immer schön in Bewegung bleiben: Zwei Freiwillige trugen dem Sänger zum gleichnamigen Refrain den Bogen „Bella Italia“ hinterher.

Erwartungsvolle Gesichter und volles Haus in der Limburger Clubebene: Die letzten Spätankömmlinge huschen noch geschwind ins Thing, während im Flur vor der Kleinkunstbühne bereits zwei gestandene Mannsbilder in Position gehen. Wobei der Passant sich beim flüchtigen Blick nicht so ganz entscheiden kann, wohin er eigentlich gucken soll: Sind es die fülligen Astralkörper, die noch ausladenderen Kostüme oder der gespannte Blick in den bleich geschminkten Gesichtern?

Keine Frage, der Auftritt von „Ham & Egg“ im Thing ist für beide Seiten eine große Sache. Bereits zum neunten Mal gibt sich das Bonner Travestie-Duo dort die Ehre und das Thing ist rappelvoll. Dank der sommerlichen Temperaturen verwandelt sich der Clubraum schnell in eine heimelige Sauna und der Schweiß fließt in Strömen. Entsprechend ausgelastet ist das Thekenteam.

In Sachen logistischer Meisterleistung bietet auch die Vorstellung einiges: Dort muss ein Kostüm samt Träger sicher zwischen den Zuschauerreihen in Richtung Bühne bugsiert, da eine Tür aufgehalten werden, und im Hinterzimmer werden ständig Bestzeiten beim Kostümwechsel hingelegt. Bei so viel Hin und Her haben auch die beiden Techniker am Mischpult alle Hände voll zu tun.

Nur die Setlist, die festlegt, welche Lieder wann gesungen werden, die wollen sie anfänglich nicht so recht rausrücken. Das sei „streng untersagt“, heißt es. Dabei passt „streng untersagt“ so gar nicht zu „Ham & Egg“.

Ganz im Gegenteil, da werden laufend munter Grenzen überschritten. Laufende Sahnetorten, brummende Pappmasché-Autos und kürbisgroßer Kopfschmuck sorgen in Sachen Verkleidung für immer neue Höhepunkte. „Wir mussten hinten die Zwischenwände einreißen, um unseren ganzen Krempel unterzubringen“, lautet die fröhliche Auskunft.

Begleitet wird das Ganze von dem immer wiederkehrenden Spruch „Ich freu mich“, den die Zuschauer bald lauthals mit rufen. Denn darum geht es: Um die Show, die Verkleidung und ganz viel Spaß. Nicht umsonst schmettern die Künstler gleich zu Beginn die Lieder „Denn jetzt ist Showtime“ und „Aus Spaß verkleidet“. Mehr muss man zum Motto des Abends gar nicht sagen. Ein Motto, das vor allem beim weiblichen Publikum bestens ankommt. Viele kosten den Moment voll aus: Da wird munter mit geschunkelt, Arme werden in die Höhe gereckt und Leuchtdioden geschwenkt. Erstaunlicherweise hält sich die Zahl der Neulinge und der „Ham & Egg“-Veteranen ziemlich genau die Waage.

Zum Schluss oben ohne

Ganz zum Schluss kommt der größte Spezialeffekt von allen: Die beiden Künstler geben sich oben ohne. Ohne Kostüm, ohne Schminke, im labberigen T-Shirt und arg kurzen Haaren. Bei all den Sachen, die sie sonst auf dem Kopf balancieren, ist das vermutlich auch die rationale Lösung. Schließlich wäre da ausladender Haarschmuck nur hinderlich. Und wozu hat man eigentlich die vielen tollen Perücken mitgebracht?

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