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Flüchtlinge in Limburg: Ganz viele Gerüchte

Von So viele Flüchtlinge auf einmal. Das ruft Ängste hervor. Und wenn dann noch Gerüchte hinzukommen über das Fehlverhalten von Flüchtlingen, dann gibt es „gute Gründe“, gegen die Fremden zu sein.
Ein Zeltlager in Limburg-Staffel hat viele Flüchtlinge aufgenommen. Foto: NNP Ein Zeltlager in Limburg-Staffel hat viele Flüchtlinge aufgenommen.
Limburg. 

Fast jeden Tag muss einer der Einkaufsmärkte in der Nähe des Flüchtlingscamps in Staffel schließen, „weil sie vor den vielen klauenden Flüchtlingen kapituliert haben“. Die entsprechende Nachfrage bei den Märkten bestätigt das nicht. Alles Gerüchte – wobei es durchaus Ladendiebstähle gibt, bei denen die Täter auch aus dem Camp stammen. In einem Discounter, so ein weiterer Hinweis, soll es in der vergangenen Woche sogar eine heftige Auseinandersetzung zwischen Flüchtlingen gegeben haben. Sie hätten sich mit Ware beworfen, unter anderem auch mit Milchtüten.

Es geht dabei nicht um offen artikulierten Hass auf Flüchtlinge, wie es in den sozialen Netzwerken immer wieder anzutreffen ist. Die in die Nassauer Welt gesetzten Gerüchte rufen nicht zu Aktionen gegen die Flüchtlinge auf, aber sie beschreiben vermeintliche Tatsachen – und dass das alles verschwiegen werde und auch die Polizei über solche Vorfälle nicht informiere.

Nur wenige Vorfälle

„Wir verschweigen nichts“, sagt Uwe Meier von der Polizeidirektion Limburg-Weilburg. Vorfälle zwischen Flüchtlingen in einem Discounter seien nicht bekannt – weder der Polizei noch dem Marktleiter. Und Ladendiebstähle, sofern sie von Flüchtlingen begangen wurden oder es den Verdacht einer entsprechenden Täterschaft gibt, würden wie alle anderen Ladendiebstähle auch behandelt. Dabei verwies der Sprecher der Polizeidirektion auf gemeldete Ladendiebstähle in der vergangenen Woche oder auch ein Delikt der sexuellen Nötigung aus der Limburger Innenstadt, über das die Polizei informiert habe. Allerdings müssen alle Meldungen mit Flüchtlingen als möglichen Tätern mit dem Landespolizeipräsidium abgestimmt werden.

Info: So große Hilfsbereitschaft ist nicht ...

Auch auf der am Sonntag eröffneten Kreuzwoche des Limburger Bistums ist die Situation der Flüchtlinge Thema, immer rückt das Lampedusa-Kreuz in dieser Woche und dem abschließenden Kreuzfest am Sonntag in den Mittelpunkt.

clearing

Gerüchte gibt es natürlich auch über das Leben und Vorfälle im Zeltlager selbst. Medienvertreter wollten bei ihrem Besuch in der vergangenen Woche davon gehört haben, dass tätliche Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Gruppen an der Tagesordnun seien, auch von Vergewaltigung von Frauen sei schon die Rede gewesen. Dass es immer wieder einmal zu kleineren Reibereien kommt, räumte dabei auch die Leitung des Lagers ein. Dabei bliebe es in der Regel jedoch beim verbalen Schlagabtausch. Und die Auseinandersetzungen seien bei einer solchen Anzahl von Menschen auf einer solch kleinen Fläche und dem Fehlen von jeglicher Privatsphäre geradezu zwangsläufig. Auch der Polizei sind Straftaten mit körperlicher Gewalt auf dem Gelände des Camps nicht bekannt. Zwar würden Kollegen immer wieder einmal von dem dort eingesetzten Sicherheitsdienst hinzugerufen, doch der Einsatz aufgrund von Schlägereien sei doch die Ausnahme, so Uwe Meier.

Gerüchte gibt es auch, wenn Gesichter von erwachsenen Personen auf Fotos aus dem Camp unkenntlich gemacht werden. Eine Leserin vermutet, dass dies passiert, weil die Personen nicht erkannt werden wollten, da sie möglicherweise eine kriminelle Vergangenheit in ihrem Heimatland haben oder in Deutschland ein illegales Verhalten beabsichtigten. Die Gesichter von erwachsenen Personen werden jedoch auf Wunsch des Regierungspräsidiums, also einer deutschen Behörde, unkenntlich gemacht.

Handys und Smartphones

Und dann gibt es noch das Ding mit den vielen Handys oder Smartphones. Viele Flüchtlinge besitzen eine solche Kommunikationstechnik und haben sie aus ihren Heimatländern mitgebracht. Dort gehören sie durchaus zum Alltag. Auf der Flucht selbst sind sie überlebenswichtig, denn über sie wird Kontakt gehalten. Und wenn sie dann am Ende ihrer Flucht in Deutschland, Hessen, Staffel oder Waldhausen angekommen sind, dann ist das Smartphone die Möglichkeit, mit den in ihrem Heimatland verbliebenen Familienangehörigen oder Freunden in Kontakt zu treten oder es dient als Wörterbuch. Es ist nur ein Gerücht, dass Handys oder Smartphones ein Zeichen von Wohlstand sind.

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