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DRK-Krankenhaus: Geburtsstation soll bleiben

Über hundert Demonstranten kämpften vor dem DRK-Krankenhaus für den Erhalt der Geburtenstation. Letzte Woche hatte die Leitung des Krankenhauses offiziell das Aus der Station zum 30. Juni verkündet. Als Grund wurden die zu hohen Kosten, die die Versicherungen mit sich bringen, angegeben (die NNP berichtete).
Dagmar Esch (2.v.l.) organisierte die Demonstration und kämpft gemeinsam mit den Hebammen und Ärztin Dr. Smita Verma-Führing (3.v.l.) für den Erhalt der Geburtenstation. Foto: Heike Lachnit Dagmar Esch (2.v.l.) organisierte die Demonstration und kämpft gemeinsam mit den Hebammen und Ärztin Dr. Smita Verma-Führing (3.v.l.) für den Erhalt der Geburtenstation.
Diez. 

Als das Aus der Geburtenstation im DRK-Krankenhaus verkündet wurde, fackelte Dagmar Esch nicht lange und machte auf Facebook mobil für die Demonstration. Selbst dreifache Mutter, die im Juni ihr viertes Kind zur Welt bringen möchte, ist diese Entscheidung absolut unverständlich. Ihrem Aufruf folgten über hundert Menschen – Schwangere, Mütter, Väter, Schüler der Walddorfschule, Hebammen, Ärzte und lokale Politiker. Es handele sich um ein Thema, das alle angeht, so die Organisatorin. Frauen, die in Diez entbunden haben, an der Seite von Frauen, die irgendwann in Diez entbinden wollten. Dagmar Esch war von der Resonanz überwältigt.

„Wir wollen das Blatt wenden“, gab sie sich kämpferisch. Durch die Schließung würde zwar vordergründig Geld gespart, aber eigentlich gefährde die Entscheidung den ohnehin schwierigen Stand der Hebammen. Es müsste doch möglich sein, die fehlenden 80 000 Euro irgendwie zusammen zubekommen. Esch denkt dabei an Fördergelder, Spenden und das Krankenhaus selbst, „welches nochmal genau nachrechnen soll.“ Wenn das Geld zusammenkomme, sei die Station für dieses Jahr gerettet.

Ihre Forderungen gingen auch in Richtung Politik. Die Gebühren für die Entbindungen wie auch die Nachsorge müssten an die Leistungen angepasst werden. „Wir können und wollen nicht auf die Hebammen verzichten“, ihr Aufruf ging im tosenden Applaus unter.

Die Hebammen waren gerührt von diesem Engagement, das ihr Wirken aufrecht erhalten und ihren Berufsstand stärken soll. Für die Hebammen kam die Nachricht von der Schließung der Geburtsstation sehr kurzfristig und noch haben sie keinen Ausweg aus der Situation gefunden. Die wohnortnahe Geburtshilfe würde immer mehr verschwinden. Rufe aus der Versammlung wie „Wir wollen keine Legebatterien“ und „Ihr seid die Besten“ machten den Unmut deutlich. Frauen sollten jederzeit entscheiden können, wo und wie sie entbinden, so die Hebammen.

 

Überraschend schnell

 

Auch der Betriebsrat des Krankenhauses ist von dem zum 30. Juni verkündeten Aus überrascht worden. Die zuvor letzten Informationen, die das Gremium hatte, lauteten, dass die Station bis zum Jahresende offen bleiben soll.

Den gleichen Kenntnisstand hatte auch der SPD-Landtagsabgeordnete Jörg Denninghoff. Er gab auf der Demonstration zu Bedenken, dass es nicht ausreicht, das Geld für dieses Jahr zusammenzubekommen. Die strukturellen Probleme, die hinter dem Aus steckten, seien damit leider nicht gelöst. Denninghoff sprach von einem Kampf wie gegen Windmühlen. Da sollten sich alle Beteiligten wirklich einmal fragen, ob Geburten im Land noch gewollt seien und ob sich ein Land Geburten überhaupt noch leisten könne.

Frank Puchtler (SPD), Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, möchte ebenfalls kämpfen und sah die Demontration als Bekenntnis zum Standort Diez. „Es ist fünf vor zwölf, aber wir kämpfen dafür, die Uhr nochmal anzuhalten“, machte Puchtler deutlich. Er forderte ein Gesprächsangebot, das ernste Chancen auf eine Umsetzung habe hat und von Fairness geprägt sei.

Clemens Schmitz, kaufmännischer Direktor des DRK Krankenhauses, erklärte sich zu einem Gespräch bereit, vielleicht schon am kommenden Montag. Auch er möchte gerne mit allen gemeinsam kämpfen und mit ihnen an einem Strang ziehen. Sie würden als Krankenhaus die Politik schon lange auffordern, die Bedingungen zu verbessern. Aber die Lösungen müssten langfristig sein, denn mit kurzfristigen Lösungen könne die Geburtenstation auf Dauer nicht gerettet werden.

Aus Sicht der Polizei verlief die gesamte Veranstaltung reibungslos und ohne Störungen. Die im Vorfeld seitens der Genehmigungsbehörde (Kreisverwaltung Rhein-Lahn) erteilten Auflagen wurden eingehalten. lh

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