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Mindestens 20 Euro Bußgeld: Gefährliches Schleusenspringen in Runkel und Villmar

Immer wieder springen Jugendliche in Villmar und Runkel in die Schleusen, tauchen als Mutprobe sogar durch die Schleusenöffnungen hindurch. Das ist nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern auch gefährlich. Für die Jugendlichen – und für alle anderen, die sich in der Schleuse befinden.
Wenn die Polizei das sieht, wird’s teuer: Schleusenspringen ist streng verboten. Wenn die Polizei das sieht, wird’s teuer: Schleusenspringen ist streng verboten.
Runkel/Villmar. 

Andreas Weil ist genervt. Bernd Plette auch. Und Heiko Wenzelmann sowieso. Immerhin: Bei Wenzelmann gehört’s zumindest irgendwie zum Beruf. Er ist Postenleiter der Wasserschutzpolizei Weilburg und im Sommer relativ häufig damit beschäftigt, Schleusen zu überwachen. Denn dort ins Wasser zu springen, ist verboten. So steht es in Paragraph 8.10 der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung. „Es ist eng, Boote fahren durch, in diesen Bereichen ist Baden einfach gefährlich“, sagt Wenzelmann.

Doch an vielen Schleusen zwischen Weilburg und Limburg hielten sich Jugendliche nicht an das Verbot. „Die sind so zwischen 14 und 15, und weil sie noch nicht mit dem Moped rumfahren können, bleiben sie eben am Ort.“ Beim Schleusenspringen bleibe es aber nicht: Die Jugendlichen öffnen die Schleusen, die oberhalb von Limburg noch von Hand bedient werden, und tauchen als Mutprobe durch die Schotte. „Das Loch ist etwa 30 mal 30 Zentimeter groß. Wenn man da mal hängenbleibt, kommt man gegen den Druck nicht mehr an und ist tot“, sagt Wenzelmann.

Für Andreas Weil ist diese Vorstellung ein Alptraum. An dem er überhaupt nichts ändern kann – obwohl er sich dieser Aufgabe eigentlich mit Leib und Seele verschrieben hat. Weil ist technischer Leiter der DLRG-Ortsgruppe Brechen-Runkel-Villmar, die seit dem Wochenende in Runkel die Badeaufsicht übernommen hat. Allerdings nur für die Insel, nicht für die Schleuse. „Die ist durch einen Zaun abgetrennt, wir sind dort nicht weisungsbefugt“, sagt Weil. Und die Jugendlichen wüssten das. „Die begegnen uns mit völliger Ignoranz oder lachen uns aus.“ Die meisten der Wachhabenden würden deshalb schon gar nichts mehr sagen. „Dafür ist uns unsere Freizeit zu schade.“ Besonders kritisch werde es, wenn Boote die Schleuse passierten. „Die Kinder machen sich einen Spaß daraus, mit einer Arschbombe reinzuspringen“, sagt Weil. „Aber wenn sie dabei auf den Rand der Boote knallen, sind sie querschnittsgelähmt“, ergänzt Bernd Plette vom Lahntours-Kanuverleih Runkel. Auch für die Bootsfahrer sei die Situation unangenehm: „Die sind tief unten in der Schleuse, können nichts machen, und dann fallen von oben Bomben runter.“

Eltern oft arglos

Tun könne man gegen diese Unvernunft aber leider wenig, sagen Wenzelmann, Weil und Plette unisono. Zumal Wenzelmann und sein Kollege rund 90 Flusskilometer überwachen müssen: von Gießen bis Rheinland-Pfalz. Manchmal schicke er Streifen vorbei, wenn sich Anwohner meldeten und er selbst gerade woanders unterwegs sei, sagt Wenzelmann. „Aber wenn die Jugendlichen das Polizeiauto sehen, sind sie weg.“

Die Krux: Um eine Verwarnung aussprechen oder gar eine Anzeige aufnehmen zu können, muss Wenzelmann den Sprung beobachtet haben. „Nur eine nasse Badehose reicht nicht.“ Ein Zeuge genüge aber auch. Wenn er dann die Namen der Kinder kennt, fährt Wenzelmann bei deren Eltern vorbei. „Beim ersten Mal belassen wir’s bei einer Bar-Verwarnung, die kostet 20 Euro. Beim zweiten Mal gibt’s eine Anzeige.“ Die werde wegen der Gebühren deutlich teurer. Ein- bis zweimal im Monat komme es laut Wenzelmann zu einem Elterngespräch. „Oft sagen die dann aber: Da passiert doch nichts, das haben wir als Kinder auch gemacht.“ sbr

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