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Heute gründet sich Bürgerinitiative: Gegenwind zur Windkraft

Vollkommen überrascht – so reagierten Einwohner aus Altendiez, Hambach, Heistenbach und Hirschberg, als sie nach langer ereignisloser Zeit wieder etwas über das Thema Windkraft hörten. Kaum jemandem war bewusst, was sich in der Umgebung mit bis zu 36 Anlagen anbahnt, und, vor allem, dass für acht Standorte im Windpark Altendiez bereits im März die Bauanträge gestellt wurden.
Altendiez. 

Nun geben bei der Verbandsgemeinde ausliegende Pläne zur Änderung des Flächennutzungsplanes einen bedingten Anhaltspunkt über das Ausmaß. Denn wird die Landkarte weiter in die Umgebung aufgezogen, kommen noch mehrere Windkraftanlagen hinzu. In Altendiez setzt sich eine entstehende Bürgerinitiative zur Wehr. Die Bürgerinitiative will sich am heutigen Mittwoch gründen.

Eine Fotomontage in der NNP öffnete Anwohnern die Augen, was da oberhalb der Ortschaft im Staatswald entstehen soll: Jeweils 212 Meter hohe Anlagen vom Typ Vesta V 123, die laut Planung mit einer Leistung von 3,3 Megawatt bis auf 856 Meter an das alte Forsthaus heranrücken werden. Im Wald zwischen 260 und 345 Meter hoch positioniert, würden die mächtigen Rotoren bei Windgeschwindigkeiten zwischen drei und 22,5 Metern pro Sekunde (Werte der Ein- und Abschaltautomatik) eine Fläche von 12500 Quadratmetern überstreichen. Mit ihren Naben in 149 Metern Höhe doppelt so mächtig wie die Windräder in Eppenrod und noch einmal höher als die Windmühlen in Elz (193 Meter) kommen die Rotoren auf Durchmesser von 126 Metern.

Rodungsarbeiten

Und geht es nach den Vorstellungen der Projektentwickler iTerra energy und Trianel GmbH, dann könnte nach der für den Spätsommer erwarteten Baugenehmigung im Winter mit den Rodungsarbeiten begonnen werden. 50 000 Quadratmeter Wald – da reiben sich auch Ortsbürgermeister aus der Umgebung verwundert die Augen – müssten weichen, um die Onshore-Anlagen wie geplant im zweiten Halbjahr 2017 in Betrieb nehmen zu können.

Der Gemeinderat in Hambach, erschrocken von Elzer Dimension, massiven Bürgerprotesten und Auswirkungen von 17 Windrädern in vier Windparks, hat inzwischen Baulast und Nutzung eines Wirtschaftswegs abgelehnt. Selbst Holzappel, bemüht um den Schutz der Freizeitanlage Herthasee, steht zwar nicht der Windkraft, wohl aber den ausufernden Wünschen in unmittelbarer Nachbarschaft skeptisch gegenüber. Denn außer den sechs Windmühlen in Elz (davon stehen zwei weniger als 1000 Meter von der bebauten Ortslage Hambachs entfernt) und acht Altendiezer Anlagen sehen Staffel, Görgeshausen, Eppenrod (wo die fünf vorhandenen gern auf 200 Meter Höhe hochgepowert werden sollen), Hirschberg und Horhausen Bedarf für weitere Stromerzeuger. Mit dem Beschluss, den Mindestabstand zu bebauten Ortslagen für mehr als 200 Meter hohe Anlagen auf 1100 Meter hochzuschrauben, hat der Verbandsgemeinderat einen kleinen Riegel vorgeschoben. Niemand wisse schließlich, ob angesichts der rasanten Entwicklung Windräder nicht bald 250 Meter hoch sein werden, hieß es in der Sitzung.

Die Pläne zur Änderung des Flächennutzungsplanes liegen vier Wochen lang in der Verwaltung aus.

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