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Bebauung der Autobahnbrücke: Gegner der Brückenbebauung fomieren sich

Strategien und Möglichkeiten werden gesucht, um eine Bebauung der Autobahnbrücke zu verhindern. Zumindest von Gegnern des Projekts – und die gibt es nicht nur in Limburg und einigen Ortsteilen, sondern offenbar in der ganzen Region.
So soll die alte Autobahnbrücke nach den Vorstellungen der Runkeler Planungsfirma Egenolf einmal aussehen: Auf Höhe der Stützpfeiler soll eine Wohn- und Geschäftsbebauung entstehen. Doch ob daraus jemals etwas wird, ist fraglich. Bis zum Herbst soll feststehen, ob die Pläne weiter verfolgt werden dürfen. So soll die alte Autobahnbrücke nach den Vorstellungen der Runkeler Planungsfirma Egenolf einmal aussehen: Auf Höhe der Stützpfeiler soll eine Wohn- und Geschäftsbebauung entstehen. Doch ob daraus jemals etwas wird, ist fraglich. Bis zum Herbst soll feststehen, ob die Pläne weiter verfolgt werden dürfen.
Limburg. 

Die Bestrebungen von Investor Albert Egenolf, der die bestehende Autobahnbrücke weiter nutzen will und dort Hotels, Gastronomie, Gewerbe und Wohnen vereinen will, zeigen offenbar Wirkung. „Das Ausschreibungsverfahren zum Abriss der alten Brücke ist derzeit ausgesetzt“, sagte der Eschhöfer Ortsvorsteher Daniel Stenger (SPD) im „Schwarzen Adler“ und verwies auf eine entsprechende Information von Hessen Mobil. Die Limburger Grünen hatten zur Ortsverbandsversammlung in die Altstadt eingeladen. Auf so viel Interesse war nach Einschätzung von Barbara Sylla-Belok noch keine Versammlung der Limburger Grünen gestoßen. Hauptthema war die geplante Bebauung der Autobahnbrücke – und das lockte nicht nur Domstädter an, sondern auch Nicht-Limburger an.

 

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Frage nicht beantwortet

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Es gibt offenbar schon ganz konkrete Vorstellungen über das weitere Verfahren, das hat zumindest der Investor den Grünen schriftlich mitgeteilt. „Nach Absprache mit den beteiligten Behörden soll das Flächenausgleichskonzept erst nach Beschluss der Stadtverordnetenversammlung über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan – als Bestandteil des darauf folgenden Genehmigungsverfahrens – erstellt werden“, teilte er mit. Seine Ideen und Vorschläge über die Anbindung, Erschließung und möglichen Verkehrskonzepte habe er Ende Juni der Stadt und dem Land vorgelegt. Bürgermeister Martin Richard (CDU) bestätigte gestern auf Anfrage den Eingang des Verkehrskonzepts. Über die Vorlage eines Bebauungsplans denke der Magistrat erst nach, wenn der Investor den vor der Stadtverordnetenversammlung auferlegten Fragenkatalog abgearbeitet hat. „Was bisher vorliegt, ist bei weitem nicht ausreichend“, so Richard.

 

Grüne auch Befürworter

 

Auch wenn es in der Fraktion der Limburger Grünen mit Cornelius Dehm (Wohnraum schaffen für neue Bewohner von Limburg, die der Stadt auch höhere Steuereinnahmen bescheren) und Josef Erbach (Recycling einer Bauruine und Verzicht auf Versiegelung von landwirtschaftlichen Flächen) auch zwei Vertreter gibt, die einer Bebauung aus unterschiedlichen Perspektiven durchaus positiv gegenüberstehen – die Versammlung selbst war ein Schmelztiegel der Gegner einer Bebauung.

Die einen wie der Elzer Wolf Jess oder der Limburger Joachim Zierau bezweifeln die technische Machbarkeit und kritisieren einen unverhältnismäßig hohen Einsatz, um die bestehende Brücke so zu bebauen, dass dort eine Nutzfläche von 28 000 Quadratmetern zur Verfügung steht. An der technischen Machbarkeit wiederum hat Winfried Gros keine Zweifel, doch er befürchtet ein kaufmännisches Risiko – und das dürfe keinesfalls zulasten der Stadt gehen.

Bernd Litzinger aus Beselich hingegen machte deutlich, dass es keineswegs nur ein Limburger Thema sei, wenn das Lahntal „verschandelt“ werde. Der Protest gegen das beabsichtigte Bauwerk müsse auch aus der Region kommen. Und Dr. Jörg Rau unterstrich für den Naturschutzbund, dass sich die ungünstigen klimatischen Bedingungen in Limburg verschlechtern, wenn es im Lahntal einen Riegel durch eine Bebauung der Brücke gibt.

Auf wenig Gegenliebe stoßen die Pläne in Dietkirchen und Eschhofen. Davon sind die Ortsvorsteher Bernhard Eufinger (CDU, Dietkirchen) und Daniel Stenger (SPD, Eschhofen) überzeugt. „Wir brauchen ein schnellstmögliches Votum“, sagte Eufinger. „23 Stimmen dagegen“, das wünscht sich auch Stenger bei der nächsten Abstimmung in der Stadtverordnetenversammlung, dann wäre das Thema schnell erledigt. „Wir brauchen keine bebaute Autobahnbrücke“, machte er deutlich. Es gebe in der Stadt genug leer stehende Gewerbeflächen und Wohnraum.

Für die Besucher der Versammlung ging es nicht um ein Für und Wider einer Bebauung, sondern um die Frage, wie sich eine Bebauung verhindern lässt. Leo Vanecek machte für die bestehende Bürgerinitiative deutlich, dass ein Bürgerbegehren und Bürgerentscheid sehr wohl angestrebt werden, sollte das Projekt nicht zuvor in der Stadtverordnetenversammlung abgeschmettert oder durch Behörden gestoppt werden.

 

Widerstand leisten

 

Widerstand ankündigen und leisten, das ist nach Einschätzung von Senta Seip, ehemalige Landtagsabgeordnete der Grünen, das Gebot der Stunde. „Im Vorfeld einer möglichen Landesgartenschau in Limburg werden die Bürger befragt und eingebunden. Warum wird das nicht bei der Brücke gemacht?“, fragte Christel Schütz aus der Altstadt.

„Wenn die Stadtverordnetenversammlung über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan positiv beschließt, dann geht das alles seinen Weg“, machte Barbara Sylla-Belok deutlich. Die Entscheidung falle also nicht in Berlin oder einem Ministerium, sondern in Limburg. „Wenn die Stadtverordneten mehrheitlich zustimmen, lässt sich das nur noch stoppen, wenn möglichst schnell ein Bürgerbegehren eingeleitet wird“, sagte Sylla-Belok. jl

 

Die Gegner erobern auch das Netz: youtu.be/VNTvmW30Pow und www.dobrindt-reiss-die-bruecke-ab.de

 

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