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Männergesangverein: Gesang geht unter die Haut

Von wegen totgesagt: Der Männerchor-Gesang lebt – und wie! Einen Eindruck erhielt das Publikum in einem ungewöhnlich vielfältigen Konzert in Erbach.
Pssst . . . gleich singen wir los! Der neue Kinderchor des MGV Frohsinn Erbach hatte seinen ersten Auftritt. Foto: Gertrud Brendgen Pssst . . . gleich singen wir los! Der neue Kinderchor des MGV Frohsinn Erbach hatte seinen ersten Auftritt.
Erbach. 

„Unsere Fangemeinde in Erbach ist treu!“, freute sich Werner Held, Vorsitzender des MGV „Eintracht“ Erbach, angesichts der bestens besetzten Erlenbachhalle. Wobei diese Treue aber auch durchaus belohnt wurde: Gesang hautnah – und teilweise bis unter die Haut – bot Musikdirektor Dr. Georg Hilfrich mit seinem Männerchor, Mitgliedern der Gruppe „Opera et cetera“ und dem neugegründeten Kinderchor.

Schon allein den Männerchor mit seiner satten Klangfülle zu erleben, macht einfach gute Laune. Viele und vor allem gut geführte Stimmen präsentieren sowohl traditionelles Liedgut aber auch moderne, „groovige“ Songs. Vom immer wieder prophezeiten „Aussterben“ des Männerchor-Gesanges ist hier keine Spur. Mit einem prachtvollen „Conquest of Paradise“ und dem wunderbar gefühlvollen „Die Rose“ stimmten die Männer das Publikum ein.

Mit viel Humor

Keith Ikaia-Purdy und seine jungen Gesangs-Talente sind in Erbach längst keine Unbekannten mehr. Drei Sänger hatte der Star-Tenor diesmal mit dabei. Gemeinsam mit dem Männerchor sangen die vier Herren „Halleluja“ von Leonhard Cohen, arrangiert von Hilfrich. Ein Sound, der, wie so vieles an diesem Abend, unter die Haut ging. Danach begeisterten die Solisten das Publikum mit Stücken aus der Welt des Musicals und der Operette. Nach soviel „herr-lichem“ Gesang war bereits nach dem ersten Programmteil ganz klar: „Männer mag man eben“. Mit diesem Lied von Hans Unterweger verabschiedeten sich die Herren dann auch sehr humorvoll in die Pause.

Im zweiten Programmteil begrüßte Moderator Gerd Stickel den im April des Jahres gegründeten Kinderchor: „Wir waren ganz schön gespannt, ob überhaupt jemand kommt!“ Und dann konnte tatsächlich mit 30 Kindern gestartet, und Dr. Hilfrich als Dirigent gewonnen werden. Im Nu hatte dieser Chor die Herzen der Zuhörer erobert. Ungezwungen, frisch und mit ganz viel Begeisterung – genauso müssen Kinderstimmen klingen! Und dem Dirigenten hat es sichtlich Freude bereitet, den Nachwuchs zu fördern und zu fordern mit Liedern wie „Aram sam sam“ oder „Du komm zu mir“. Erfrischend war auch die „Sängergymnastik“, die er selbstredend gemeinsam mit den Kindern vormachte: „Unterschenkel, Oberschenkel“. In Windeseile wurden alle Körperteile abgeklopft und aufs Singen vorbereitet. „Der Versuch, das mit uns Männern mal zu machen, hat bei weitem nicht so gut geklappt!“, gestand nachher Held, der den Kindern für diesen tollen Auftritt dankte.

Mitten drin statt nur dabei

Dann hieß es wieder für das Publikum: „Mitten drin statt nur dabei.“ Singend flanierten Keith Ikaia-Purdy, Alex Winn, Pascal Mehl und Philip de Roulet durch die Reihen im Saal. Pure Sangeskunst auf höchstem Niveau und vor allem hautnah – das ist einfach großartig und immer wieder berührend. Das Publikum hatte große Freude an Liedern wie dem schwungvollen „Tiritomba“, gefühlvoll weichen „Come Prima“ oder einem sehnsuchtsvollen „O sole Mio“. Letzteres gab es natürlich sowohl in der italienischen als auch in der „Nauheimer“ Variante, oder besser als „It’s now or never“ von Elvis Presley bekannt. Bei allen Vorteilen, die moderne Technik bietet: „Der Gesang ohne Mikro darf niemals in Vergessenheit geraten“, appellierte Blevins.

Mit „Jada“ und „Heaven is a wonderful place“ zeigte sich der Männerchor Frohsinn von seiner groovigen Seite. Sehr humorvoll und von einigen Lachern begleitet erklang das Lied „Frauen sind anders“ von Hans Unterweger und danach mit viel Schwung und sattem Klang „Du dab dah“ und „Have a nice day“, beide von Lorenz Maierhofer.

„Ganz ohne Weiber geht die Chose (natürlich auch) nicht.“ Mit diesem Lied setzten alle Akteure gemeinsam einen tollen Schlusspunkt unter das Konzert. Vorerst. Denn „ganz ohne Zugabe“ lässt ein begeistertes Publikum so tolle Sänger nicht von der Bühne. Noch einmal erklang Cohens „Halleluja“ – und noch ein letztes Mal gab es Gänsehaut pur. „Das Kommen hat sich gelohnt!“, freuten sich zum Abschied sicher nicht nur die eingefleischten Fans.

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