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Entlastung: Gisela Rabe hilft, wenn Eltern überfordert sind

Gisela Rabe geht seit nunmehr vier Jahren durchschnittlich zweimal pro Woche für 3 bis 4 Stunden ehrenamtlich zu Familien, die sich in den ersten Monaten nach der Geburt eines Babys Entlastung wünschen. Sie hilft dort, wo Freunde oder Familie nicht zur Verfügung stehen.
Im wellcome-Team unterstützt Gisela Rabe Familien nach der Geburt eines Babys. Foto: Kerstin Kaminsky Im wellcome-Team unterstützt Gisela Rabe Familien nach der Geburt eines Babys.
Hadamar. 

„Als ich nach dem Tod meines Mannes so langsam wieder Licht am Horizont sah und meinem Leben einen neuen Sinn geben wollte, wuchs mein Wunsch nach einer ehrenamtlichen Tätigkeit“, erzählt Gisela Rabe. Da habe sie im Blättchen der Stadt Hadamar einen Aufruf von der wellcome-Initiative gelesen, die Unterstützerinnen suchte. Die Idee, etwas mit Säuglingen machen zu können, begeisterte die damals 65-jährige auf Anhieb und schon bald kam sie mit der Teamkoordinatorin vom wellcome- Standort Limburg überein. Doch ehe Gisela Rabe tatsächlich mit der Betreuung einer Familie beginnen durfte, musste sie einen speziellen Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kleinkinder absolvieren sowie eine Fortbildung zum Erkennen einer Kindeswohlgefährdung. Ein paar Wochen später hatte eine hochschwangere Frau bei wellcome nach Hilfe angefragt. In der Familie lebten bereits drei ältere Kinder. Damit die junge Mutter nach der Entbindung Ruhe für die Zweisamkeit mit dem Neugeborenen findet und eine stabile Bindung zu ihrem Baby aufbauen kann, brauchte sie jemanden, der sich regelmäßig für ein paar Stunden um die Größeren kümmert. „Es geht im wellcome-Ehrenamt also nicht nur um das Baby an sich, sondern um die ganze Familie im ersten Lebensjahr des Kindes “, erklärt Gisela Rabe. „Wichtig ist vor allem, der Mutter zuzuhören und ihr das Gefühl zu geben, ihre Nöte voll und ganz zu verstehen“. Im Schnitt wenden sich die Mütter an das wellcome-Team, wenn das Jüngste etwa drei Monate alt ist.

Endlich wieder zum Frisör

Dann ist ihnen vielleicht bewusst geworden, dass sie unbedingt Schlaf nachholen müssen, endlich mal wieder zum Frisör gehen wollen oder dass die älteren Kinder durch den Säugling zu viel zurückstecken mussten und nun auch mal wieder die ungeteilte Aufmerksamkeit der Mama brauchen.

Die Familien melden ihren Bedarf bei wellcome (in den Familienbildungsstätte Hadamar) an und die Team-Koordinatorin Nicole Merz schaut, welche der Ehrenamtlichen diesen individuellen Bedürfnissen am besten gerecht werden kann. „Ich hatte im Laufe der Jahre schon Mütter mit dem ersten Kind und andere mit einer ganzen Kinderschar“, erzählt Gisela Rabe. Dann fällt ihr ein schönes Erlebnis ein: Eigentlich würde sie sich ja mit Ratschlägen zurückhalten, aber diese junge Mama sei so schrecklich unglücklich gewesen, weil ihr Töchterchen immer noch nicht krabbeln konnte. „Der Grund dafür war mir auf einen Blick sofort klar“, so die Helferin, „nämlich dass die leichte Decke, auf die das Kind zum Krabbeln-Lernen gelegt wurde, keinen Halt gab und immer wegrutschte“. Das leuchtete dann auch der Mutter ein. „Und tatsächlich: Als ich wenige Tage später wieder in die Familie kam, hatte die Kleine den Bogen raus und machte die ganze Wohnung unsicher“.

Abschied nicht leicht

Immer wieder sei es für Gisela Rabe eine besondere Freude, die Entwicklung der kleinen Menschlein miterleben zu dürfen. Manchmal falle es ihr nicht leicht, Abschied zu nehmen, wenn die von ihr betreute Familie ihre vorübergehende Belastungssituation überwunden hat. „Aber ich weiß ja, dass mein Einsatz von vornherein zeitlich begrenzt ist und dass es immer wieder andere Familien geben wird, denen ich über eine Krise hinweghelfen darf“

Kontakt

Interessenten können sich bei der wellcome Initiative melden. Ansprechpartnerin ist Nicole Merz, Telefon: (0 64 33) 8 87 76 von der Katholischen Familienbildungsstätte Limburg.

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