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31 Monate Haft für räuberische Erpressung: Glühende Zigarette auf die Wange gedrückt und mit Schreckschusswaffe bedroht

Von Weil er einem Bekannten eine brennende Zigarette auf der Wange ausgedrückt und unter Vorhalt einer umgebauten Schreckschusswaffe versucht hat, 25 000 Euro zu erpressen, soll ein 26-jähriger Mann zwei Jahre und sieben Monate ins Gefängnis.
Die Justitia Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Die Justitia
Limburg. 

Die 5. große Strafkammer am Limburger Landgericht hat einen 26-jährigen Mann wegen räuberischer Erpressung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt.

„Die Hintergründe für die angeklagten Taten sind nicht feststellbar, doch wahrscheinlich geht es um Drogengeschäfte“, sagte der Vorsitzende Marco Schneider während seiner Urteilsbegründung. Das Verfahren habe unter der unwahrscheinlichen Vergesslichkeit der Zeugen gelitten.

Der schwerste Vorwurf der Anklage, die schwere räuberische Erpressung, sah das Gericht als erwiesen an. Der Angeklagte habe entgegen seinen Angaben bei der Forderung nach Geld eine Waffe bei sich geführt. Die Kammer wertete den Fall als „minderschweren Fall“, sodass die Mindeststrafe von fünf Jahren abgemildert werden musste. Die Staatsanwältin hatte wegen räuberischer Erpressung, des Verstoßes gegen das Waffengesetz, Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten gefordert. Die Anklagevertreterin berief sich vor allen Dingen auf Zeugenaussagen, da das Opfer nur unzureichend aussagefähig gewesen sei, zu Übertreibungen neige und nach seinen Angaben große Angst vor dem Angeklagten habe.

Die Serie von Tätlichkeiten begann am 18. April, als der Angeklagte seinem Bekannten auf einer Autofahrt mit der Faust ins Gesicht schlug. Einen Tag später erschien der Angeklagte gegen 0.20 Uhr in der Wohnung des 24-Jährigen und forderte unter Vorhalt der nicht funktionsfähigen Waffe 25 000 Euro, ein Fernsehgerät und ein Tablet von seinem angeblichen Schuldner. Dieser Vorfall wurde von einer in der Wohnung anwesenden Zeugin beobachtet und detailliert geschildert. Unverrichteter Dinge fuhr der Angeklagte in der Nacht mit dem Zug nach Limburg zurück. Eine weitere Tat am nächsten Tag war dem Angeklagten nicht mehr nachzuweisen. Zu guter Letzt hat der 26-Jährige seinem Bekannten auf dem Limburger Bahnhofsvorplatz eine brennende Zigarette auf der Wange ausgedrückt.

Verteidiger Tobias Lechner hatte nach der Beweisaufnahme den Eindruck, dass keiner der Zeugen die Wahrheit gesagt habe. Lediglich sein Mandant habe eine nachvollziehbare Aussage getätigt und die Körperverletzung im Auto und am Bahnhofsvorplatz gestanden. Auch den Besuch in der Wohnung seines Schuldners habe er gestanden, jedoch sei niemals eine Waffe im Spiel gewesen. Der Angeklagte habe lediglich 8500 Euro von dem 24-Jährigen gefordert, da er vermutete, dass dieser ihm diese Summe aus dem Auto gestohlen hatte. Das Geld stammte aus Einnahmen von Betäubungsmittel-Kommissionsware.

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