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Sanierung ist notwendig: Gotteshaus bleibt vorerst geschlossen

Von Die katholische Kirche, das Pfarrhaus und das Pfarrzentrum in Kirberg sind bis ins neue Jahr hinein geschlossen. Der Grund: marode Elektrik.
Der Aushang informiert über die geschlossene Kirche und Kontaktpersonen Pfarrer Ernst-Martin Benner und Diakon Heinz Gemeinder Foto: Petra Hackert Der Aushang informiert über die geschlossene Kirche und Kontaktpersonen Pfarrer Ernst-Martin Benner und Diakon Heinz Gemeinder
Kirberg. 

Die Kirche ist in dunkles Licht getaucht, die vielen Kerzen an den Weihnachtsbäumen sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre, bevor die Orgel einsetzt und im Gottesdienst die ersten Weihnachtslieder angestimmt werden. In Kirberg war das diesmal nicht so. Die katholische Kirche geschlossen, Weihnachtsstimmung andernorts. Grund sind die maroden elektrischen Leitungen.

Aus Sicherheitsgründen steht das Gotteshaus bis ins neue Jahr für die Öffentlichkeit nicht mehr zur Verfügung. An Weihnachten wichen die katholischen Christen zum Teil ins benachbarte Werschau aus – vier Kilometer entfernt und die nächstgelegene katholische Kirche. Oder sie feierten bei den Pallottinern in Limburg, berichtet der kommissarische priesterliche Leiter von St. Marien Kirberg, Pfarrer Ernst-Martin Benner.

Die katholische Kirche St. Marien in Kirberg ist seit Weihnachten dicht – gleiches gilt für das Pfarrhaus und das Pfarrzentrum. Bild-Zoom Foto: Petra Hackert
Die katholische Kirche St. Marien in Kirberg ist seit Weihnachten dicht – gleiches gilt für das Pfarrhaus und das Pfarrzentrum.

Der in Kirberg geplante Silvester-Gottesdienst wird ausfallen, die Aussendung und Rückkehr der Sternsinger am 5. und 7. Januar wird von der Mehrzweckhalle in Dauborn aus erfolgen. „Die Kommune ist sehr kooperativ“, sagt Pater Benner. Die großen Räumlichkeiten sind auch deshalb notwendig, da es dieses Mal so viele Sternsinger gibt wie noch nie: 120 Jungen und Mädchen werden sich im Januar auf den Weg machen und Gottes Segen in die Häuser bringen. Auf jeden Fall gelohnt hat es sich, diese Aktion breiter anzulegen. „Sie ist jetzt ökumenisch, und auch Nicht-Christen beteiligen sich. Wir haben auch einige muslimische Kinder, die mitgehen“, erläutert der Geistliche. Denn: „Den teilnehmenden Familien ist die Sache wichtig.“

Protestanten helfen

So haben die Hünfeldener aus der Not eine Tugend gemacht, denn es gab immer weniger Sternsinger. So lange, bis die Aktion auf diese neuen Füße gestellt war und viel Resonanz findet. 80 Sternsinger im letzten Jahr waren schon ein Rekord. Dieses Jahr werden es noch mehr sein, die sich auf diese Weise für notleidende Kinder einsetzen: 120 Jungen und Mädchen. „Damit wird es möglich sein, jedes Haus zu besuchen“, sagt Pater Benner.

Doch noch einmal zurück zum Kirchengebäude: Die evangelische Kirche in Ohren wird den Kirberger Katholiken ab Sonntag, 14. Januar, einen Gottesdienstraum zur Verfügung stellen. Von diesem Tag an wird dort zur gewohnten Zeit sonntags um 10.30 Uhr Gottesdienst gefeiert – Unterstützung im Zeichen der Ökumene.

Doch warum die Schließung der Kirche ausgerechnet vor Weihnachten? Das Problem mit den elektrischen Leitungen ist schon länger bekannt, nur gerade hat es sich verschärft. „Die Kirche, das Pfarrhaus und das Pfarrzentrum hängen alle an der gleichen Stromlinie“, erläutert Pfarrer Benner. So konnte es tatsächlich vorkommen, dass, wenn eine große Kaffeemaschine angeschlossen wurde, das Licht ausging. „Sie müssen sich das so vorstellen: Das Pfarrhaus wurde in den 50er Jahren gebaut, und auch die Kirche nach dem Krieg. Das war eine Flüchtlingskirche, wir sind ja hier in der Diaspora, und entsprechend wurde gespart, weil das Geld fehlte.“ Die elektrischen Installationen waren damals zeitgemäß und reichten aus, als auch die Weihnachtsbäume in den Kirchen noch mit Wachskerzen erhellt wurden. Lichterketten, mehr Anschlüsse, erhöhte Anforderungen im Laufe der Jahrzehnte – dem ist die Elektrik nun nicht mehr gewachsen.

Kein Risiko eingehen

Deshalb hatte das Bistum Limburg einen Architekten beauftragt, ein Gutachten sollte erstellt und das Ganze erneuert werden. Ein Spezialist wurde bei der Kontrolle der Örtlichkeiten hinzugezogen. Das Ergebnis kam am 22. Dezember: „Da hat uns der Architekt mitgeteilt, wie die Sachlage ist, und wir mussten kurzfristig handeln“, erklärt Pater Benner. „Wenn wir ein solches Schreiben bekommen und es ignorieren, dann ist der Versicherungsschutz weg.“ Daher habe man sich dazu entschlossen, dieses Risiko nicht einzugehen.

Anfang Januar werde es die nächsten Gespräche mit dem Verwaltungsrat und dem Bischöflichen Ordinariat Limburg geben. Die Erneuerung der Elektrik muss ausgeschrieben werden. „So wie ich es empfinde, sollte zuerst dafür gesorgt werden, dass die Kirche wieder funktioniert“, sagt Pater Ernst-Martin Benner. Das Pfarrhaus ist zurzeit nicht bewohnt, sondern lediglich das Büro des Seelsorgers wird genutzt. Das genaue Prozedere soll dann im Januar besprochen werden.

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