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Abrissarbeiten: Hallen in Bad Camberg weichen neuem Altenheim

Von Die alten Molitex-Hallen an der Bahnhofstraße sind Geschichte. Der Abriss hat begonnen. Die „Elbe“ Baubetreuungs- und Betriebsgesellschaft errichtet dort ein Seniorenheim, das von den bereits in Bad Camberg ansässigen Cura Sana Pflegediensten betrieben werden soll.
Die Abrissbagger leisten ganze Arbeit: Die alten Molitex-Hallen müssen für ein neues Seniorenheim weichen. Foto: Petra Hackert Die Abrissbagger leisten ganze Arbeit: Die alten Molitex-Hallen müssen für ein neues Seniorenheim weichen.
Bad Camberg. 

Braucht die Kurstadt zwei weitere Seniorenheime? Eines zumindest rückt in greifbare Nähe, denn am Wochenende waren an der Bahnhofstraße 50 die Abriss-Bagger am Werk. Für die Bad Camberger unerwartet, denn das ursprünglich an dieser Stelle geplante fünfgeschossige Gebäude entsprach nicht dem Bebauungsplan. Den hätte die Stadtverordnetenversammlung ändern müssen, um dieses Vorhaben zu ermöglichen. Das Parlament lehnte ab.

Zunächst fünf Stockwerke

„Die Anlieger waren baff, als sie in den Plänen gesehen haben, wie hoch das Gebäude werden soll, und das kann ich verstehen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Traut noch im April. Holger Reich (Bündnis 90/Die Grünen) sprach von einer unglücklichen Entwicklung, zumal in der Röntgenstraße ein städtebaulich anspruchsvolles und herausragendes Ensemble entstehen solle.

An der Bahnhofstraße stellte sich die Lage so dar: „Wir können verhindern, dass es fünf Geschosse werden. Doch vier sind erlaubt. Allerdings könnte der Investor zu dem Schluss kommen, dass es sich nicht lohnt, und abspringen“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Abendroth vor sieben Monaten.

Offensichtlich lohnt es sich doch: Die „Elbe“ Baubetreuungs- und Betriebsgesellschaft mit Sitz in Sottrum hat eine geänderte Planung vorgelegt, das Kreisbauamt das Vorhaben genehmigt, und die Zahl der Pflegeplätze ändert sich nur unwesentlich. Also wird es dieses Altenheim geben.

Was ist nun mit dem Heim an der Röntgenstraße? Hier gab es tatsächlich eine anspruchsvolle Planung, die aus mehreren Alternativen ausgewählt wurde. Einziger Knackpunkt: Zur Realisierung des Objekts müssten die „Weißen Gräben“ bebaut werden. Dies ist laut Bebauungsplan möglich, doch hat sich in vielen Jahren des Brachliegens an dieser Stelle ein Biotop entwickelt. Es zu erhalten – dafür wiederum hatte sich eine Bürgerinitiative stark gemacht. Tatsächlich liegt an dieser Stelle noch keine Rodungsgenehmigung vor, bestätigte der Bad Camberger Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD) gestern auf Anfrage dieser Zeitung.

Doch das ist jetzt eine andere Baustelle, denn das Objekt an der Bahnhofstraße wird offenkundig schneller realisiert. Die Bad Camberger wiederum fragen sich, wie die neue Planung aussieht. Bürgermeister Vogel erklärt: „Die Bürger wollen natürlich darüber informiert werden.“ Aller Voraussicht nach soll es im Januar dazu eine entsprechende Informationsveranstaltung geben.

102 Pflegezimmer

Sören-Hauke Stockmann, Geschäftsführer der „Elbe“ Baubetreuungs- und Betriebsgesellschaft erläuterte gestern auf Anfrage dieser Zeitung kurz das Vorhaben: Geplant ist ein T-förmiger Baukörper mit 102 Pflege- und 15 Tagespflegeplätzen, alles Einzelzimmer. Der längere Schenkel des Gebäudes werde in Richtung des angrenzenden Hotels und Parkhauses liegen, der kürzere ins Gelände hinein reichen. „Wir richten uns dabei nach den neuen Bauausführungsvorschriften für Pflegeheime, die ab Januar nächsten Jahres in Kraft treten. Das müssten wir nicht, da wir die Baugenehmigung in diesem Jahr erhalten haben, aber wir sind da auf dem allerneusten Stand.“

Ihm sei bekannt, dass es Sorgen der Anlieger der Ahrstraße gegeben habe, die unter anderem eine verstärkte Verkehrsbelastung an dieser Stelle fürchteten. Man habe zunächst durch die fünfgeschossige Planung versucht, diesen Wünschen entgegenzukommen. Dazu erklärt Stockmann: „Nicht die Höhe des Gebäudes war problematisch, die wäre bebauungsplankonform gewesen, sondern das fünfte Stockwerk.“

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