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Hospiz kommt nach Hadamar

Von In der Versorgung sterbenskranker Menschen soll in der Region bald die letzte Lücke geschlossen werden: Im ehemaligen St. Anna-Krankenhaus in Hadamar wird eine Etage zum stationären Hospiz umgestaltet. Die nächstgelegenen Einrichtungen dieser Art gibt es in Koblenz, Taunusstein und Schmitten.
Das Bild zeigt das Gesundheitszentrum St. Anna in Hadamar; in der ersten Etage wird das Hospiz entstehen. Das Bild zeigt das Gesundheitszentrum St. Anna in Hadamar; in der ersten Etage wird das Hospiz entstehen.
Limburg. 

. Seit mehr als zehn Jahren wird über ein Hospiz in der Region diskutiert, seit einem Jahr beschäftigt sich ein Arbeitskreis intensiv mit diesem Projekt, jetzt gibt es endlich eine positive Entscheidung: Die Einrichtung für Sterbenskranke entsteht im Gesundheitszentrum St. Anna in Hadamar. Der gemeinnützige Verein Hospizium Wiesbaden will dort im Sommer die erste Etage für rund 300 000 Euro umgestalten und schon am 1. Oktober eröffnen.

Die Krankenhausgesellschaft St. Vincenz vermietet die Räume, die nach der Schließung der AWO-Pflegestation seit fast drei Jahren leerstehen. Der Vertrag mit der Arbeiterwohlfahrt wäre noch zwei Jahre gelaufen. Der St. Vincenz-Verwaltungsrat hat in dieser Woche dem Vorhaben zugestimmt, gestern wurden die letzten Details geklärt.

„Das ist eine sehr gute Nachricht“, sagte Dr. Thomas Neuhaus der NNP. Der Chefarzt der Abteilung Hämatologie/Internistische Onkologie der Limburger Klinik, der unter anderem Patienten mit bösartigen Tumoren behandelt, hat die Bemühungen um ein Hospiz in den vergangenen Jahren forciert. Nach seinen Angaben besteht in der Region „dringender Bedarf“. Das Angebot bedeute für die Betroffenen und ihre Angehörigen eine große Erleichterung. Die nächstgelegenen Einrichtungen dieser Art gibt es in Koblenz, Schmitten und Taunusstein.

 

Würdevoll sterben

 

Laut Neuhaus ist das Hospiz das letzte Bindeglied in der palliativen Versorgung im Landkreis. Seit fünf Jahren besteht die Palliativstation im St. Vincenz, seit drei Jahren das Palliativnetzwerk, hinzu kommen ambulante Hospizdienste sowie Sozial- und Pflegestationen. „Nur ein stationäres Hospiz, hat noch gefehlt“, erläuterte der Mediziner. Viele unheilbar Kranke bräuchten einen Platz, um würdevoll sterben zu können.

Als Alternative zu Hadamar war bis Anfang der Woche ein Neubau auf dem Gelände der Pallottinerinnen in Limburg im Gespräch. Der Orden will einen sanierungsfälligen Trakt aus Kostengründen abreißen; der Denkmalschutz wird das Vorhaben aber voraussichtlich verzögern. Ein Hospiz hätte dort erst in drei bis fünf Jahren entstehen können. So lange wollten die Beteiligten nicht warten, zumal ein zuverlässiger Vermieter und ein erfahrener Betreiber kurzfristig bereitstanden.

Vincenz-Chef Guido Wernert und Hospizium-Geschäftsführer Lothar Lorenz freuen sich über die Entscheidung. Der gemeinnützige Verein führt bislang Hospize in Leipzig und Wiesbaden, Lorenz ist auch Vorsitzender des Hospiz- und Palliativvereins Hessen. Der Umbau der 1400 Quadratmeter großen Etage im St. Anna wird nach seinen Angaben zwischen 120 000 und 140 000 Euro kosten, die Einrichtung rund 180 000 Euro. Neben zwölf Patientenzimmern sind zwei Gästezimmer für Angehörige sowie ein Raum der Stille geplant.

 

18 bis 20 Mitarbeiter

 

Lorenz kalkuliert, dass 90 Prozent der laufenden Kosten von den Krankenkassen übernommen werden; der Rest muss über Eigenleistungen und Spendenfinanziert werden. Für die Betreuung der zwölf Patienten seien 18 bis 20 Pflegekräfte im Schichtdienst erforderlich.

Thomas Neuhaus kann sich gut vorstellen, dass es in ein paar Jahren auf dem Gelände der Pallottinerinnen an der Weilburger Straße sogar ein zusätzliches Hospiz geben wird.

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