Im Pastoralen Raum Meudt regt sich der Widerstand

Die Neuordnung der Pastoralen Räume im Bezirk Westerwald schlägt hohe Wellen. Vor allem im Bereich des Dekanats Meudt auf dem Gebiete der Verbandsgemeinde Wallmerod ist man mit der Neueinteilung der Gemeinden nicht einverstanden.
versenden drucken
Hahn am See. 

Die Neuordnung der Pastoralen Räume im Bezirk Westerwald schlägt hohe Wellen. Vor allem im Bereich des Dekanats Meudt auf dem Gebiete der Verbandsgemeinde Wallmerod ist man mit der Neueinteilung der Gemeinden nicht einverstanden. Dies musste die Delegation des Bischöflichen Ordinariats unter der Leitung von Bezirksdekan Heinz- Walter Barthenheier im Pfarrheim von Hahn am See "schmerzlichst" erfahren.

"Es kann nicht sein, dass der Pastorale Raum Meudt und die gewachsenen Strukturen nur deshalb auseinandergerissen werden, um den Pastoralen Räumen Westerburg und Herschbach/Selters beziehungsweise Wirges/Siershahn die Katholikenzahlen zu liefern, die sie um Überleben brauchen. Das lässt sich unser Pastoraler Raum nicht gefallen und da müssen sie mit härtestem Widerstand rechnen."

So, oder ähnlich, waren die Formulierungen, denen sich Bezirksdekan Heinz-Walter Barthenheier, Dr. Gerhard Ruballa, Daniel Rick und als Moderator des Abends, Bezirksreferent Stefan Geller, ausgesetzt sahen.

Gleich mehrfach versuchte Bezirksdekan Heinz-Walter Barthenheier Zündstoff aus der Veranstaltung zu nehmen, indem er immer wieder betonte, dass diese Pläne nur angedacht seien, Änderungen jederzeit möglich wären und als Diskussionsgrundlage zu verstehen seien.

Zu Beginn der Diskussion wurden die neuen Pläne vorgestellt, die in Zukunft acht pastorale Bezirke vorsehen. Dies sind die Bezirke Montabaur-Stelzenbachgemeinden-Augst; Höhr-Grenzhausen-Ransbach-Baumbach; Herschbach-Selters-Weidenhahn; Hachenburg-Nistertal-Mörlen; Rennerod-Bad-Marienberg-Höhn; Westerburg-Hahn-Salz-Guckheim; Nentershausen-Meudt-Hundsangen-Ruppach-Goldhausen und Wirges-Niederahr-Siershahn, wobei die Hauptkirche immer in der zuerst genannten Gemeinde zu finden ist.

Meudt praktisch aufgelöst

Den bisherigen Pastoralen Raum Meudt würde es besonders treffen, da er praktisch aufgelöst werde: Niederahr soll zukünftig zur Pfarrei St. Bonifatius Wirges gehören, während Salz, Hahn am See, Guckheim und Herschbach/Oww. künftig der Pfarrei Christ-König Westerburg angehören würden. Die übrigen Gemeinden des Pastoralen Raumes – Wallmerod, Weidenhahn Meudt und Berod – würden dann der Pfarrei St. Laurentius Nentershausen zugeschlagen.

Betont wurde aber, dass in allen Kirchen und Orten in denen bisher die Sakramentspendung stattgefunden hat, dies auch in Zukunft so bleiben wird. Des Weiteren gibt es für alle pastoralen Bereiche neben der einen Pfarrkirche einen Pfarrgemeinderat. In den anderen angeschlossenen Gemeinden müssten oder könnten Ortsausschüsse gebildet werden.

Nach der Vorstellung der Pläne lag es an Verbandsbürgermeister Klaus Lütkefedder, die Diskussionsrunde zu eröffnen. Er beklagte, dass trotz vorheriger Gespräche und Anregungen die Strukturen der Verbandsgemeinde zu berücksichtigen, in dieser Richtung nichts passiert wäre. Vielmehr sei ein "GAU", ein "größter anzunehmender Unsinn", daraus entstanden. Auf Verbandsgemeindeebene sei kein Ansprechpartner mehr vorhanden. "Später muss man sich mit dem halben Westerwald abstimmen."

Hier versuchte man die Erklärung dahingehend zu finden, die Umstrukturierung mit dem Rückgang der Ehrenamtlichkeit zu suchen. Waren in den 365 Kirchengemeinden im Jahr 1975 noch 8000 Kandidaten bereit, für die Pfarrgemeinderäte zu kandidieren, waren es in 2007 noch 5000 Kandidaten. Eine erste Reaktion war in der Vergangenheit, die Pfarrgemeinderäte personell zu straffen. "Doch schon 2007 sind wir an unsere Grenzen gestoßen."

Die Neuordnung berücksichtige nun die Kriterien Flächenbevölkerung, Verkehrsanbindung, kommunale Zuordnung und Schulbezirke und die bisherige pastorale Zuordnung. "Das Ganze ist nur ein Vorschlag", so Heinz-Walter Barthenheier. Was nicht zu ändern sei, seien die acht zukünftigen Pastoralen Räume.

Für Antonius Wolf, Mitglied des Bezirkssynodalrates, bedeutete dies ein längeres Referat "im Namen vieler Katholiken der Pfarrei" vorzubringen. Er betonte, immer wieder unterbrochen von Applaus, dass die Pfarrei Meudt "bereits seit der Christianisierung des Niederlahngaus im 7. Jahrhundert eine vorherrschende Stellung einnimmt, der man nun in keinster Weise gerecht wird. Meudt ist seit Jahrhunderten Dekanatssitz, Mutterpfarrei vieler umliegender Pfarreien. Das Dekanat Meudt gab es schon, da hat noch keine Menschenseele an das Bistum Limburg gedacht". . kdh

(Klaus-Dieter Häring)
versenden drucken
Jetzt kommentieren

Nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Mit * gekennzeichnete Felder, sind Pflichtfelder!

Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername: *
gewünschtes Passwort: *
Wiederholung Passwort: *
E-Mail: *
Kundennummer falls vorhanden:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage: Wieviel ist 3 + 2: 




Videos

MEHR AUS Limburg und Umgebung

Kaskadengleich schoss das Wasser des Palmbachs auch die Stufen am Dorfplatz in Burgschwalbach hinunter.	Fotos: Kahl (2)
Ins Hochwasser gestürzt

Region. Bisher kam die Region bei den Unwettern glimpflich davon, doch die Einsätze der Feuerwehren häufen sich. Der Wehrführer von Zollhaus ... mehr

clearing
Der siegreiche Achter der Tilemannschule mit Dietmar Langusch.
Tilemann-Achter qualifiziert sich für Bundesfinale

Wiesbaden/Limburg. Welcher Schüler kennt ihn nicht, diesen Bewegungsdrang nach einem langen Unterrichtsnachmittag? Dass sich dieser innere Drang in ... mehr

clearing
clearing

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv Themen Mediadaten Kontakt Impressum Datenschutz AGB

© 2014 Frankfurter Neue Presse

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE