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Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga: In Fußballkneipen schauen Fans oftmals in die Röhre

Von Die neue Verteilung der Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga hat nicht nur bei Privatkunden für Verdruss gesorgt, die bisher bei Sky alle Spiele und alle Tore gewöhnt waren. Auch in vielen Fußballkneipen in der Region schauen Fans neuerdings in die Röhre.
Kein Freitag-Fußball mehr: Dinka Zaborowski (links) vertreibt sich in ihrem Lokal in Hadamar mit Würfeln die Zeit mit den Stammgästen. Kein Freitag-Fußball mehr: Dinka Zaborowski (links) vertreibt sich in ihrem Lokal in Hadamar mit Würfeln die Zeit mit den Stammgästen.
Limburg-Weilburg. 

Sehen oder Nichtsehen? Das ist die Frage für Fußballanhänger und Gastwirte bei Bundesligaspielen, seitdem der Empfang in dieser Saison komplizierter und teurer geworden ist. Sie wägen ab, ob sich für den Freitag der Abschluss eines weiteren Vertrages für den Eurosport Player lohnt. Die Betreiber von Sportkneipen im Landkreis sehen die Sache völlig unterschiedlich, wie eine Umfrage dieser Zeitung ergab. Stellvertretend fünf Stimmen.

Das „Bowlhouse“ in der Limburger Josef-Kohlmaier-Halle bietet seit zwölf Jahren den Gästen zunächst über Premiere und dann über Sky Fußball-Bundesliga und Champions League an. „Als Sportsbar ist es klar, dass wir um den Eurosport Player nicht herumkommen“, sagt Michael Fuchs. Das „Bowlhouse“ habe ein Stammpublikum, das Fußball erwarte und extra komme, weil es die Spiele in der Gruppe mit anderen erleben wolle. Für Fuchs ist der Nutzen der Fußballübertragungen höher als die damit verbundenen Abokosten.

Wie viele Gäste nur wegen Fußball kommen, hängt seinen Angaben nach vor allem von den Spielen ab. Wenn Sky Begegnungen von Bayern oder Dortmund in der Champions League exklusiv habe, dann ziehe das natürlich. Auch Partien der Frankfurter Eintracht seien in Limburg besonders gefragt. Das Fußballpublikum sei zwischen 16 und 60 Jahren, erzählt Fuchs, und aus jedem Berufsstand. Viele Fußballfans seien seit Jahren Stammgäste. Sie fühlten sich beim gemeinsamen Schauen in der Sportsbar fast wie in einem kleinem Stadion.

Pro und Contra

Mit den zusätzlichen Einnahmen durch Fußballfans werde man nicht reich, sagt der Betreiber, doch man binde dadurch dauerhaft neue Kunden. „Wer hier Fußball schaut, kommt dann auch mal an einem anderen Tag und geht auch bowlen“, so Fuchs.

Alexander Arendt vom Sportpark Elz sieht keinen großen Vorteil für sein Geschäft durch Live-Fußball. Er hat folglich den Eurosport Player für das Bistro „Auszeit“ nicht bestellt und auch Sky zum Ende des Jahres gekündigt. „Wir machen das nur weiter, wenn wir ein besseres Angebot bekommen“, sagt er. Fußball sei für ihn nicht wichtig, betont Arendt. Es kämen zwar Leute wegen Fußball, doch nicht so viele, dass die Abokosten sich lohnten. Es gebe nur wenige Spiele im Jahr, wo die Hütte wegen Fußball voll werde. Wenn Dortmund diese Saison frühzeitig aus der Champions League fliege, dann seien es vielleicht noch eine handvoll Bayern-Spiele, die viele Kunden in die „Auszeit“ lockten.

Auch für Michael Gutermuth, den Betreiber der Gaststätte im Staffeler Bürgerhaus, lohnt sich der Eurosport Player nicht. Und auch er hat sein Sky-Abo gekündigt, weil die Kosten in den vergangenen Jahren nicht im Einklang mit dem Nutzen gestanden hätten. Bei Bayern und der Eintracht seien einige Fans gekommen. „Aber warum soll ich deshaln für einen kleinen Raum eine extrem hohe Nutzungsgebühr bei Sky zahlen?“ fragt der Wirt. Wenn er Pech habe, fänden die interessanten Spiele am Freitagabend oder frühen Sonntag nachmittag statt, und dann seien seine Ausgaben für das Abo völlig für die Katz. „Wir zeigen gerne noch Spiele im Lokal auf Leinwand, wenn sie im Free-TV kommen, aber sonst nichts mehr“, erläutert Gutermuth.

Jutta Beese, Inhaberin von „Die kleine Kneipe“ in Elz, hat ein treues Fußballstammpublikum. Folglich hat sie sich zunächst einmal bis Ende des Jahres auch den Eurosport Player geholt.

Weniger Umsatz

Sie beklagt Anfangsschwierigkeiten in den ersten Partien mit der Bildqualität. „Wir haben glücklicherweise nette Gäste, die nicht meckern“, sagt Jutta Beese und hofft, dass das dauerhaft besser wird und auch Sky mit seinen Preisen für Gaststätten heruntergeht. „Die kleine Kneipe“ möchte nach ihren Angaben ihren treuen Gästen weiterhin Fußball bieten können. „Ohne Fußball würden wir weniger Umsatz machen“, erklärt die Wirtin. Die Resonanz sei aber stark abhängig von der Partie und der Exklusivität der Übertragungsrechte.

Wenn ein Topspiel wie Bayern bei Paris St. Germain in der Champions League auch im ZDF laufe, sei die Gaststätte fast leer. Als Dortmund gegen Real Madrid gespielt habe und Sky es exklusiv gebracht habe, seien dafür immerhin 40 Gäste gekommen.

Dinka Zaborowski von der Kneipe „Bei Dinka“ in Hadamar hat sich erst einmal gegen den Eurosport Player entschieden. Sie will zunächst abwarten, wie sich die Abopreise entwickeln, denn Freitagabend sei die Kneipe – unter anderem durch Dartspieler und eine Würfelrunde – auch ohne Fußball gut ausgelastet. Sky lohne sich jedoch für sie, weil dadurch am Samstag und Sonntag mehr Leute da seien. Etwa 20 Stammgäste kämen nur wegen Fußball. kämen. Da gebe es dann auch mal eine Schnapsrunde frei, so Zaborowski, wenn die Eintracht ein Tor geschossen habe.

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