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In Würde den letzten Weg gehen

Das Ziel: ein möglichst würdevolles und selbstbestimmtes Lebensende. Das St.-Anna-Gesundheitszentrum soll ein Ort zum Sterben werden. In einem halben Jahr wird im ersten Stock ein Hospiz entstehen.
Das St. Anna Gesundheitszentrum in Hadamar wird Standort für ein stationäres Hospiz, in dem Menschen würdevoll sterben können. Das St. Anna Gesundheitszentrum in Hadamar wird Standort für ein stationäres Hospiz, in dem Menschen würdevoll sterben können.
Hadamar. 

Der Verwaltungsrat der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz hat beschlossen, 1400 Quadratmeter im Gesundheitszentrum St. Anna in Hadamar zur Etablierung eines stationären Hospizes an die gemeinnützige Hospizium GmbH Wiesbaden zu vermieten.

Diese betreibt insgesamt drei Hospize, darunter auch das bekannte Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden, ist Träger ambulanter Hospizdienste und Palliativ-Akademien sowie der Hospizinitiative ehrenamtlicher Hospizhelfer in Wiesbaden. Geschäftsführer Lothar Lorenz ist Vorsitzender des Hospiz- und Palliativverbandes Hessen e.V.

Die Vertreter der Krankenhausgesellschaft St. Vincenz, Verwaltungsratsvorsitzender Erwin Reuhl und Geschäftsführer Guido Wernert wie auch Chefarzt PD Dr. Thomas Neuhaus, freuen sich über diese professionelle Lösung: „Hiermit konnten wir ein gesundheits- und gesellschaftspolitisch vorrangiges Anliegen im Sinne der Menschen der Region realisieren. Vor allem vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung wird hier eine außerordentliche Versorgungslücke geschlossen.“

Derzeit befinden sich die nächsten Hospize in rund 40 Kilometern Entfernung. Rund ein Jahr lang hatte eine 30-köpfiger Arbeitskreis zur „Errichtung eines Hospizes im Landkreis Limburg-Weilburg“ aus Vertretern der Hospizdienste, der Kirchen, Sozialdienste, Selbsthilfegruppen, regionale Kliniken und Mediziner über die nachhaltige Platzierung dieses wichtigen Angebotes diskutiert und diese Form der Umsetzung empfohlen.

Eröffnung nach Umbau

Nach einer Umbau- und Modernisierungsphase wird die Einrichtung voraussichtlich schon in einem halben Jahr eröffnen können. Der Betreiber wird sowohl mit den verschiedenen Konfessionen als auch mit somatischen ambulanten Angeboten kooperieren.

PD Dr. Thomas Neuhaus, Chefarzt der Onkologie und Palliativmedizin des St.-Vincenz-Krankenhauses: „Aufgrund vielfältiger Erfahrungen bin ich sehr sicher, dass es eine enge und patientenorientierte Zusammenarbeit mit den vorhandenen Palliativ- bzw. Hospizstrukturen geben wird.“

Neuhaus, der sich immer wieder für die Etablierung eines Hospizes ausgesprochen hatte, wertet die Einrichtung als dringend notwendige Ergänzung für die bereits existierenden Versorgungsnetzwerke (ambulante Hospizvereine, Palliativnetzwerk Limburg-Weilburg, Palliativstation St. Vincenz sowie die niedergelassenen Ärzte und die ambulanten Pflegedienste).

Auch viele andere Experten werten das Hospiz als dringend notwendige Ergänzung für die bereits existierende Versorgungslücke. Hospize sind an den umfassenden Bedürfnissen ihrer Nutzer, der Patienten und Angehörigen, ausgerichtet. Sie beherbergen Menschen, die sich aufgrund von zum Teil jahrelang andauernden Erkrankungen in ihrer letzten Lebensphase befinden und deren zeitliche Perspektive eng begrenzt ist. Fachkräfte und Ehrenamtliche reagieren individuell auf die körperlichen und seelischen Probleme, mit denen sich Menschen am Lebensende auseinandersetzen.

In erster Linie geht es um einen Ort der Begleitung und des Beistands, der lindernden Pflege, spiritueller Betreuung und Fürsorge. Die Bewohner werden in der Regel vollstationär versorgt.

Besondere Bedürfnisse

Philosophie eines Hospizes ist es, sich den Sterbenden und deren Familien anzupassen und nicht umgekehrt. Dies hat Auswirkungen auf die baulichen Strukturen, die personelle Ausstattung und die Arbeit des Hospizes. Die äußere und innere Gestaltung muss etwas von der besonderen liebevoll-fürsorglichen Umgangsform widerspiegeln, die für die Hospizarbeit typisch ist. Daher wird auch am Gesundheitszentrum St. Anna eine Atmosphäre geschaffen werden, die sich an den Bedürfnissen sowohl der Patienten wie auch der Angehörigen und Freunde orientiert.

Laut einer Vorausberechnung des Hessischen Statistischen Landesamtes werden im Jahr 2020 im Versorgungsgebiet Wiesbaden-Limburg rund 21,8 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre und älter sein (140 787 Menschen); im Jahr 2050 werden es dieser Prognose zufolge rund 30,5 Prozent (rund 185 078 Menschen) sein.

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