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In der Männerrunde geht es um Gott und die Welt

Von Der Männerkreis der evangelischen Kirchengemeinde nimmt sich Männerthemen vor. Jetzt ging es um das Thema Fußball. Kompetenter Ansprechpartner war der ehemalige DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger.
Die Flachter Männerrunde hatte sich diesmal Dr. Theo Zwanziger (links am Podium neben Pfarrer Daniel Cremers) eingeladen. Foto: Rolf Kahl Die Flachter Männerrunde hatte sich diesmal Dr. Theo Zwanziger (links am Podium neben Pfarrer Daniel Cremers) eingeladen.
Flacht. 

Da wird manch ein Mann, der so „richtig“ im Leben steht, denken und vielleicht auch sagen: Männerkreis in der Kirche, was soll das? In die Kirche gehen, das ist eher was für Kinder und Frauen, aber doch nicht für uns. Nun, die vom Flachter Pfarrer Daniel Cremers vor geraumer Zeit ins Leben gerufene Männerrunde hat weniger mit dem sonntäglichen Kirchgang zu tun, sondern ist eine zwanglose Vereinigung von christlich eingestellten Männern aller Altersstufen und Bildung, vorrangig aus der Kirchengemeinde Flacht/Niederneisen und aus Holzheim, die sich alle zwei bis drei Monate trifft und über „Gott und die Welt“ spricht.

Es geht bei der Gesprächs-Thematik wirklich sehr vielfältig zu. Man redet und diskutiert miteinander – über Autos, Computer, Frau Merkel, über Falschgeld, die Nachbarin, den Herrn Pfarrer oder eben den lieben Gott. In aller Regel gibt Daniel Cremers ein Thema vor, er lädt auch fachlich fundierte Referenten ein, die Rede und Antwort zu bestimmten Themen stehen können. Wie zum Beispiel dieser Tage, als das Thema Fußball auf dem Plan stand und kein Geringerer als der ehemalige DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger im evangelischen Gemeindehaus der Aargemeinde zu Gast war.

Pfarrer und Fußballfan

Fußball als Gesprächsthema bei einem Pfarrer? Ja – Daniel Cremers ist zwar Gottesmann, doch eben auch ein normaler Mann. Einer, der den Fußball liebt, der eine Affinität zum runden Leder entwickelt hat – und ganz besonders zu einer Bundesligamannschaft aus Mönchengladbach. Und hier hat er etwas mit dem fundierten Fußballkenner Theo Zwanziger gemein, denn auch der ist Fohlen-Fan. Zwanziger stand den rund 35 Männern für eine Diskussions- und Fragerunde über die derzeit so in die Öffentlichkeit gerückte Fifa und die WM in Katar zur Verfügung.

Daniel Cremers hatte zu Beginn des Abends seine selbst gestellte Frage, ob sich denn die Kirche jetzt auch noch in den Fußball bzw. den Sport allgemein einmische, dahingehend beantwortet, dass sich beide Bereiche gegenseitig bereichern könnten. Er zitierte hierzu den 400-m-Endlauf der Männer bei den Olympischen Spielen der Behinderten in den USA vor einigen Jahren, der die Zuschauer bewegte: „Acht Behinderte laufen los. Sie laufen nicht elegant, aber sie laufen, jeder mit einer anderen Behinderung. Das sieht nicht so schön aus, und mancher wendet sich erschrocken ab. Doch dann schauen wieder alle hin, als kurz vor dem Ziel der führende Läufer stürzt. Der zweite rennt nicht vorbei, um sich den Sieg zu sichern. Er läuft zu dem Gestürzten, richtet ihn mühsam auf, greift unter seine Arme, schleppt ihn mit sich, und zu zweit humpeln und stolpern sie weiter. Da kommen die anderen auch schon heran, aber auch sie laufen nun nicht an den beiden vorbei, sondern auf sie zu. Alle greifen sich unter die Arme, den Gestürzten haben sie in der Mitte, und so laufen und schleppen sie sich gemeinsam ins Ziel.“ Daniel Cremers weiter: „Es kam nicht darauf an, dass einer der Beste und der strahlende Sieger ist, sondern dass alle gemeinsam das Ziel erreichen. Wenn der Sport nicht vergisst, wertvoll zu sein, dann predigt der Sport.“ Umgekehrt könne aber auch der Glaube den Sport bereichern. Zwar ginge es im Sport immer um den Sieg, trotzdem dürfe man nie vergessen, dass es bei Gott den Begriff „ferner liefen“ im Grunde nicht gäbe: „Treibe Sport, bleibe Mensch, bleibe wertvoll!“

Über 90 Minuten redete die Männerrunde dann über Fußball, und mit Sicherheit wäre noch Gesprächsstoff für weitere zwei bis drei Stunden vorhanden gewesen. Doch dem stand die TV-Übertragung einer Champions-League-Begegnung im Wege: Dreimal darf man raten, wer da spielte: Borussia Mönchengladbach, und zwei ihrer größten Fans saßen auf dem Podium. Der Wecker tickte mit. So sind sie halt, die Männer.

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