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Besuch in Limburg: Innenminister Beuth: „Limburg ist eine sichere Stadt“

Von Laut Polizeistatistik sind die Bürger in Limburg aktuell so sicher wie nie, so Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) bei einem Besuch in der Domstadt. Doch nüchterne Zahlen und Gefühle der Menschen sind oft zwei paar Schuhe, wie auch eine Diskussion in der Marienschule zeigte. Beuth genehmigt der Polizeidirektion Limburg-Weilburg daher zum 1. August drei weitere Stellen.
Peter Beuth (links) und Michael Stanke (Zweiter von rechts) wurden in der Marienschule von Schülern und der Schulleitung empfangen. Peter Beuth (links) und Michael Stanke (Zweiter von rechts) wurden in der Marienschule von Schülern und der Schulleitung empfangen.
Limburg. 

Die Limburger Marienschule hatte den Hessischen Innenminister Peter Beuth und den Ersten Stadtrat Michael Stanke (beide CDU) in die Schulaula zu einer Diskussion mit Oberstufenschülern zum Thema „Gefühlte Verunsicherung oder tatsächliche Bedrohung: Gibt es eine veränderte Sicherheitslage?“ eingeladen. Dabei ging es um das Thema, ob es auf den Limburger Straßen und Plätzen, unter anderem durch die Flüchtlinge, in den letzten Jahren wirklich unsicherer geworden ist.

Peter Beuth antwortete den Moderatoren Laura Hammer und Karl Behrendt klar: „Limburg ist eine sichere Stadt, und Hessen ist ein sicheres Land. Das belegen die stetig verbesserten Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik.“ Beuth ist sich aber im Klaren darüber, dass sich Gefühle von Menschen nicht nach Statistiken richten. Das habe eine Befragung der Hochschule für Polizei und Verwaltung in Limburg auch bestätigt. Folglich würden im August drei zusätzliche Stellen bei der Polizei Limburg geschaffen, wodurch ein zusätzlicher Streifenwagen auf die Straße gebracht und der Kontrolldruck weiter erhöht werden könne. Minister Beuth denkt, dass durch mehr Polizei auf der Straße Täter abgeschreckt würden, weitere Straftaten zu begehen.

Aufklärungsquote 64 Prozent

Einige Schülerinnen waren sich aber nicht sicher, ob ein Handtaschendieb sich deshalb einen ordentlichen Job sucht. Peter Beuth belegte seine Meinung mit Zahlen. „Im Bereich Limburg-Weilburg sind mit 7917 Straftaten im vergangenen Jahr 250 Straftaten weniger als im Jahr davor gemessen worden.“ Im Vergleich dazu habe es 2008 im Kreis noch 9839 Straftaten gegeben. Zudem habe die Aufklärungsquote der Polizei Limburg-Weilburg im letzten Jahr bei hervorragenden 64 Prozent und somit noch klar über dem Landesschnitt von 62,8 Prozent gelegen.

Eine Schülerin sagte dennoch, dass sie den Bahnhofsvorplatz meide, weil sie und ihre Freundinnen dort mehrfach von herumlungernden Männern „dumm angemacht“ worden sei. Beuth sagte, dass die Polizei wenig machen könne, solange keine Straftat vorliege.

Michael Stanke ergänzte, hier sei auch die Gesellschaft gefragt. Wenn er in jungen Jahren mit seinen Kumpels bei ein paar Bierchen draußen gesessen habe und sie zu laut gewesen seien, hätten ihnen Nachbarn „was erzählt“, und dann sei Ruhe gewesen. Auf die Frage, ob es denn möglich sei, auf dem Bahnhofsvorplatz in Limburg ein komplettes Alkoholverbot einzuführen, antwortete der Erste Stadtrat mit „schwierig“. Stanke bat die Schüler, auch zu bedenken, dass das Alkoholverbot dann auch für ihre Abifeier gelten würde.

Auf den Hinweis, die Videoüberwachung am Bahnhof sei schlecht zu sehen und habe keine abschreckende Wirkung, entgegnete Stanke, dass die Stadt die Kameras nicht bewusst versteckt habe. Kameras seien mittlerweile klein. Ein Schild weise aber auf die Überwachung hin. Selbst wenn keine Polizisten auf dem Bahnhofsvorplatz präsent seien, werde der Raum von der Polizeistation Offheimer Weg in gestochen scharfen Bildern rund um die Uhr überwacht, erläuterte Stanke. In der Bahnhofsunterführung bestehe sogar die Möglichkeit, über Mikrofone Menschen direkt anzusprechen.

„Flüchtlinge nicht krimineller“

Die Polizei in Limburg komme dann, wenn es wirklich wichtig sei, bei einer Schlägerei etwa. Ein Zeitverzug liege häufig an den Zeugen selbst, meinte der Erste Stadtrat. Er erinnerte an einen konkreten Fall, wo Schaulustige minutenlang mit ihren Videos gefilmt hätten, bevor jemand die Polizei Limburg rief. Schulleiterin Dr. Henrike Zilling sagte, sie könne sich nicht beschweren, dass die Polizei mal nicht erschienen sei, wenn sie gerufen wurde. Sie selbst fahre abends oft mit dem Rad nach Hause und sei noch nie belästigt worden, obwohl sie häufiger an größeren Gruppen von Flüchtlingen vorbeigefahren sei.

Beuth sagte, dass laut den Zahlen Flüchtlinge im Durchschnitt nicht krimineller seien als Deutsche. Wenn eine größere Gruppe von Menschen neu ins Land komme, sei es aber klar, dass unter ihnen auch Kriminelle seien. Bereits seit März 2017 sei die Polizei aber am Limburger Bahnhof stärker präsent und habe schon mehr als 3250 Personen kontrolliert. Mit privaten Sicherheitsdiensten habe die Stadt auch Herumlungern in Parkhäusern in den Griff bekommen ergänzte Stanke. Der CDU-Politiker kann sich gut vorstellen, die Videoüberwachung in Limburg Richtung Neumarkt auszubauen. Ob eine Überwachung in der kompletten Fußgängerzone sinnvoll ist, müsse in den städtischen Gremien beraten werden.

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