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Arbeitsagentur hat Integration Center: Integration braucht Zeit

Um „Integrationsfortschritte“ von Flüchtlingen zu unterstützen, hat die Arbeitsagentur nun ein Integration Center. Das Ziel: Neubürger über gezielte Sprachförderung in Gesellschaft und Arbeitsmarkt einbeziehen.
Gemeinsam für den Integrationsfortschritt: Roland Weimer (Integration Center), Richard Hover (IHK Koblenz), Ahmed Abou El Hassan Abbade (Integrationsfachkraft), Madeleine Seidel (Arbeitsagentur Montabaur) und Kurt Krautscheid (Handwerkskammer Koblenz). Foto: Bohnhorst-Vollmer Anken Gemeinsam für den Integrationsfortschritt: Roland Weimer (Integration Center), Richard Hover (IHK Koblenz), Ahmed Abou El Hassan Abbade (Integrationsfachkraft), Madeleine Seidel (Arbeitsagentur Montabaur) und Kurt Krautscheid (Handwerkskammer Koblenz).
Montabaur. 

Die Herausforderungen, die die große Zahl der Flüchtlinge an die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt stellt, seien gewaltig und verlange „von allen Beteiligten ein hohes Maß an Flexibilität“, sagte Madeleine Seidel von der Arbeitsagentur Montabaur bei der Präsentation des Integration Center, einer neuen Abteilung der Agentur, die in enger Kooperation mit IHK, Handwerkskammer, Unternehmen, Behörden und kirchlichen Organisation die Eingliederung von „Flüchtlingen mit Bleibeperspektive“ unterstützen will.

Sie sei stolz auf die „Integrationsfortschritte“, betonte Seidel, warnte aber zugleich vor unrealistischen Erwartungen. Die Ankommenden „sind nicht die Fachkräfte von morgen, sondern von über-übermorgen“. Das müsse deutlich sein. Klargestellt werden müsse aber gleichzeitig, dass die Flüchtlinge langfristig für den Arbeitsmarkt ein „großes Potenzial“ darstellen.

Engagement, Motivation und Lernbereitschaft der Flüchtlinge sind enorm, stellte auch Roland Weimer, Leiter des Integration Center, klar. „Wir werden wenig enttäuscht.“ Rund 1000 Flüchtlinge mit Bleibeperspektive, also aus Syrien, Eritrea, Iran und Irak, die derzeit im Bezirk der Arbeitsagentur Montabaur leben, konnten bis Ende vergangenen Jahres an Sprachkursen teilnehmen. Die Kosten hierfür übernahm die Bundesanstalt für Arbeit. Etwa 600 dieser Sprachenschüler meldeten sich bislang im Integration Center der Arbeitsagentur zur weiteren Beratung an, und mit 80 Prozent von ihnen wurde Weimer zufolge bereits ein individueller Integrationsplan besprochen. Finanzmittel in Höhe von 1,1 Millionen Euro stellt die Agentur für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen sowie für Beratungsleistungen zur Verfügung.

Sprachbarrieren

Insgesamt vier Integrationsfachkräfte sind in dieses Projekt involviert. Einer von ihnen, Ahmed Abou El Hassan Abbade, berät auf Arabisch. Tatsächlich sind die Sprachbarrieren die entscheidenden Hürden auf dem Weg ins Arbeitsleben. Aber auch Schul- und Berufsausbildung seien häufig nicht kompatibel. Das bestätigte auch Kurt Krautscheid von der Handwerkskammer Koblenz, der die Situation eher skeptisch bewertete. „Das Meinungsbild in der Gesellschaft hat sich gewandelt.“ Man habe erkannt, dass Integration mehr Zeit brauche, als gedacht. Vier oder fünf Jahre seien zu kurz gegriffen. Dass Flüchtlinge zu Fachkräften werden, wird nach seiner Überzeugung länger dauern, „wenn es überhaupt gelingen kann“.

Optimistischer fiel die Einschätzung von Richard Hover von der IHK Koblenz aus. Er plädierte für „Stärke durch Vielfalt“. Integration gelinge durch Akzeptanz, Respekt und aktive Hilfe, die zunächst über Sprachkurse angeboten werde. Durch das Integration Center „erleben wir einen engen Schulterschluss aller Beteiligten“.

(abv)
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