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Wirrwarr auf dem Untermarkt: Ist ein Parkscheinautomat die Lösung für die Parkplatzprobleme in Hadamar?

Zu wenige Parkplätze und vier verschiedene Parkzeiten: Wer in der Hadamarer Innenstadt parken will, muss genau aufpassen. Bürgermeisterkandidat Frank Speth hat in seiner Bürgersprechstunde die Parkplatzsituation am Untermarkt zum Thema gemacht.
Peter Sabranski möchte den Schilderwirrwarr mit einem Parkscheinautomaten beenden. Foto: Heike Lachnit Peter Sabranski möchte den Schilderwirrwarr mit einem Parkscheinautomaten beenden.
Hadamar. 

Frank Speth will der nächste Bürgermeister von Hadamar werden. Und er ist auf der Suche nach den Themen, die die Hadamarer beschäftigen. Zum Beispiel die Verkehrssituation in der Innenstadt. In einer von ihm angestoßenen Online-Umfrage vergaben 67 Prozent der Teilnehmer beim Thema Parken nur einen von fünf möglichen Sternen. Daraufhin hatte Frank Speth zusammen mit Peter Wilhelmy, dem Leiter des Ordungsamtes, zu einer Bürgersprechstunde eingeladen. Allerdings war da das Interesse relativ gering. Nur 18 Bürger kamen zusammen, und nicht alle wetterten gegen die Parksituation.

Kommentar: Mit zweierlei Maß gemessen

Frank Speth nimmt gerne Zahlen heran, um seine Sichtweise zu untermauern und sein Handeln zu rechtfertigen. Die 67 Prozent der Teilnehmer, die in der Onlineumfrage von Frank Speth die Parksituation

clearing

Peter Sabranski ist einer der Kritiker: „Ich möchte, dass Ordnung in den Untermarkt reinkommt“, sagt der Geschäftsmann. „Es ist total verwirrend, dass an jeder Ecke eine andere Höchstparkzeit gilt.“ Wenn die Kunden auf der Suche nach einem Parkplatz um den Untermarkt führen, achteten sie nicht immer auf die verschiedenen Zeiten. Ihnen fehle der Überblick, wie lange sie genau auf welcher Seite parken dürfen. Dann gebe es schnell ein Knöllchen.

500 kostenlose Plätze

Um vor vielen Jahren Kunden in Hadamar zu halten, warb die Stadt mit 500 kostenlosen Parkplätzen. Dies ist nach Ansicht von Peter Sabranski nicht mehr zeitgemäß. Auf dem Untermarkt gibt es Plätze mit 15 Minuten, 30 Minuten und einer Stunde Höchstparkzeit. Im Hof am Rathaus gibt es Plätze für drei Stunden. „Für ältere oder gehbehinderte Menschen ist es wichtig, in der Nähe der Geschäfte parken zu können“, so der Geschäftsmann weiter. „Wenn keine Parkplätze vorhanden sind, fahren die Kunden irgendwann woanders hin.“

Ein Parkscheinautomat wäre aus seiner Sicht die richtige Lösung. Die Stadt würde damit Geld einnehmen, die Autofahrer könnten ihren Zeitbedarf selbst bestimmen – per Parkschein. Und auch der Hilfspolizist wäre im Vorteil: Er könnte schneller kontrollieren, da auf dem Schein die Uhrzeit steht. Außerdem könnten Geschäfte auf dem Parkschein werben. Und die Kunden könnten auf jedem Platz parken und müssten nicht mehr den passenden Platz für sich suchen.

Sabranski könnte sich vorstellen, als Service die Parkgebühren für seine Kunden zu übernehmen. Sicher wären auch andere Geschäftsleute an solchen Kooperationen interessiert. „Ich glaube, dass die Attraktivität der Innenstadt zunimmt, wenn der Schilderwirrwarr verschwindet“, so Sabranski. Er ist sich sicher, dass auch das Schimpfen auf den Bürgermeister dann nachlassen würde.

Vor- und Nachteile

Peter Wilhelmy, Leiter des Ordnungsamtes, sieht dies differenzierter: Die Stadt werbe mit kostenlosen Parkplätzen. Zudem koste ein Parkscheinautomat Geld und bedeute für die Stadt eine Investition, über die der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung abstimmen müssten. Die Gremien seien sich der Probleme bewusst, hätten die Vor- und Nachteile eines Parkscheinautomaten abgewogen und sich dagegen entschieden, sagt Peter Wilhelmy. Auf dem Untermarkt gebe es verschiedene Parkzeiten, damit jeder einen Platz nach seinen Bedürfnissen finden könne und die Dauerparker woanders parken.

Gäbe es nur eine Parkzeit, stünde der ganze Untermarkt mit seinen 50 Plätzen den ganzen Tag über voll, sagt Wilhelmy. „Vor einigen Jahren hat es die Parkprobleme noch nicht gegeben, doch der Verkehrsdruck nimmt von Monat zu Monat zu.“ Die Stadt sei den Bürgern bereits entgegengekommen und habe die Parkzeit auf den Parkplätzen beim Rathaus sowie beim Hotel Nassau-Oranien auf drei Stunden erhöht.

In Frank Speths Bürgersprechstunde zum Thema „Parken und Knöllchen in Hadamar“ hatte Peter Wilhelmy die Anwesenden eingeladen, ihn und seine Mitarbeiter jederzeit auf dem Ordnungsamt zu besuchen: „Die Leute sollen zu uns kommen, und wir nehmen uns für jeden Zeit.“ Von jedem Knöllchen würden mindestens vier Fotos gemacht, und das Ordnungsamt helfe auch gerne weiter, wenn es Probleme gibt. Aber die Bürger sollten auch einsichtig sein, dass Falschparken bestraft wird und sich die Stadt Gedanken macht, wie sie die Parkerei regelt. „Es gibt Vor- und Nachteile, je nachdem aus welcher Sicht eine Sache betrachtet wird“, sagte Wilhelmy.

(lh)
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