Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Limburg an der Lahn 10°C

Nabtesco-Konzern verlegt Europa-Zentrale und will kräftig expandieren: Japaner geben bei Ovalo Vollgas

Der Automobilzulieferer Ovalo gehört zu den am schnellsten wachsenden heimischen Unternehmen. Diese Entwicklung soll sich nach der Übernahme durch den japanischen Nabtesco-Konzern noch beschleunigen. Anlässlich der Gründungsfeier präsentierte Ovalo am Wochenende ein spektakuläres neues Produkt.
Blitzsaubere Produktion: Markus Eder aus Offheim bei der Komponentenfertigung für Getriebe. Blitzsaubere Produktion: Markus Eder aus Offheim bei der Komponentenfertigung für Getriebe.
Limburg. 

Ovalo ist noch eine junge Firma, doch die dahinter steckende Idee schon über 30 Jahre alt. Das verriet Reinhard Ernst am Wochenende bei einer Feierstunde, in der er nur noch als Unternehmensgründer und Vermieter auftrat, aber von allen Seiten großes Lob erntete. „Ich hatte damals das Ziel, Harmonic Drive als Lieferant für die Automobilindustrie weiterzuentwickeln“, erläuterte der 71-Jährige.

2006 gründete er in Reichweite der HD AG, die zum Weltmarktführer für hochpräzise Antriebstechnik in kleinen Stückzahlen aufstieg, Ovalo als Getriebespezialisten für Großserien. Und vollends erfüllt sich sein Traum jetzt – nachdem er seine beiden Firmen im Offheimer Gewerbegebiet an japanische Unternehmen verkauft hat.

Sie treiben die Unternehmen an: (von links) Kiyoshi Ando (Nabtesco Europe), Siegmar Gilges (Ovalo) und Katsuhiro Teramoto (Chef der Nabtesco Corporation in Tokio) mit Getriebeteilen. Bild-Zoom
Sie treiben die Unternehmen an: (von links) Kiyoshi Ando (Nabtesco Europe), Siegmar Gilges (Ovalo) und Katsuhiro Teramoto (Chef der Nabtesco Corporation in Tokio) mit Getriebeteilen.

Am Wochenende war die Gründungszeremonie für den Zusammenschluss von Nabtesco und Ovalo und die nach Limburg verlegte Europa-Zentrale des Konzerns. Zwar nicht an der Lahn, sondern auf Schloss Vollrads im Rheingau, doch die Verantwortlichen beschworen eine hoffnungsvolle Zukunft für Limburg. Landrat Manfred Michel, Limburgs 1. Stadtrat Michael Stanke (beide CDU), IHK-Vizepräsident Leonhard Wagner sowie Staatssekretär Ingmar Jung aus dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst stießen gerne mit den Gastgebern und dem japanischen Generalkonsul in Frankfurt, Takeshi Kamiyanma, darauf an.

Hohe Investitionen

Die Führungsspitze von Nabtesco um den Vorstandsvorsitzenden Katsuhiro Teramoto war mit großem Gefolge aus Tokio eingeflogen. Europa-Chef Kiyoshi Ando hatte es nicht so weit: Er kommt mit seinem Team von Düsseldorf nach Limburg. Die Japaner wollen in den europäischen Markt der Systemtechnik eindringen und bei Ovalo Vollgas geben. Limburg soll schrittweise zum Zentrum für Entwicklung und Fertigung von Nabtesco ausgebaut werden. Teramoto und Ando kündigten hohe Investitionen an, um die bislang schon rasante Expansion zu beschleunigen.

Starker Konzern

Nabtesco Corporation ist einer der führenden japanischen Maschinenbauer und ebenfalls Getriebespezialist. Weltweit sind mehr als sieben Millionen Getriebe des Unternehmens im Einsatz; sie werden

clearing

Auf diesem Weg soll ein spektakuläres Produkt helfen, das Ovalo in den vergangenen vier Jahren in eigener Regie im Auftrag eines deutschen Autoherstellers entwickelt hat. Die markanten Teile eines vollelektronischen Fahrwerks lagen neben kleinen Getrieben unauffällig auf einem Tisch. Die Neuheit darf erst mit der Präsentation der Luxuslimousine im Herbst auf der IAA offiziell vorgestellt werden.

Die Zahl der Mitarbeiter wird sich nach Angaben von Ovalo-Geschäftsführer Siegmar Gilges deutlich erhöhen: Anfang des Jahres waren es 105, derzeit sind es 125 und bis Ende 2017 sollen es mehr als 150 sein. „Wir suchen aktuell 20 bis 30 Ingenieure“, sagte Gilges dieser Zeitung. Die erst zum Jahresbeginn in Betrieb genommene zweite Produktionshalle werde bis zum Jahresende voll, und dann die nächste bauliche Erweiterung unausweichlich sein.

82 Millionen gezahlt

Neben Ovalo, zu 100 Prozent im Besitz von Reinhard Ernst, geht auch die kleine elfköpfige Kölner Firma adcos an Nabtesco über. Ernst hatte sich mit 60 Prozent an dem Entwickler von elektronischen Steuergeräten für Autos beteiligt.

Vollelektronisches Luftfederfahrwerk

Ovalo hat für das neue Flaggschiff eines deutschen Premiumherstellers ein vollaktives Luftfederfahrwerk entwickelt, das das Auto auch besonders sicher machen soll.

clearing

Die Japaner zahlten insgesamt 82 Millionen Euro. Zum Kaufpreis von 70 Millionen kommen rund zwölf Millionen Darlehen. Das Geld fließt zunächst in die Grundbesitzgesellschaft von Reinhard Ernst, die Interglobal Holding, die im Besitz der Immobiien und des Geländes bleibt. Beides ist, wie bei Harmonic Drive, verpachtet. Später soll ein großer Teil der Reinhard und Sonja Ernst Stiftung zugute kommen. Das kinderlose Ehepaar fördert damit seit vielen Jahren soziale und kulturelle Projekte.

(hei)
Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse