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Bewährungsstrafe für Jugendtrainer: Jugendtrainer besaß Kinderpornos

Von Wegen des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Dateien ist ein 20-Jähriger zu einer sechsmonatigen Jugendstrafe verurteilt worden, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Der 20-jährige Jugendtrainer besaß Kinderpornografie und darf sein Ehrenamt nicht mehr ausüben. Symbolbild: dpa Der 20-jährige Jugendtrainer besaß Kinderpornografie und darf sein Ehrenamt nicht mehr ausüben. Symbolbild: dpa
Limburg. 

Die Polizei war im Rahmen einer bundesweiten Ermittlungsaktion auf den Angeklagten aufmerksam geworden. Ein Richter ordnete eine Hausdurchsuchung an. Dabei stellten die Fahnder 43 kinder- und jugendpornografische Dateien sicher.

„Ich habe die Bilder auf meinen Computer geladen, denn sie haben mich ganz einfach interessiert“, gab der 20-Jährige zu, der sich als Jugendtrainer eines Sportvereins betätigt. Im März 2013 habe er erste Suchanfragen auf den einschlägig bekannten Foren gestartet und sei dann auf kinder- und jugendpornografische Bilddateien gestoßen.

Ein Sachverständiger, der unter anderem für das Bundeskriminalamt ermittelt und weltweit als absoluter Experte in Sachen Kinderpornografie-Fahndung gilt, sagte entgegen den Angaben des Angeklagten, die Dateien seien keineswegs nach einem Tag gelöscht worden. „Ich nehme an, die Dateien waren noch bis zu zwei Monate verfügbar“, sagte der Sachverständige. Der Angeklagte sagte, er habe alle vier Monate Suchanfragen im Internet gestellt.

Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Herrchen, der nicht unbedingt für milde Strafanträge bekannt ist, hielt eine Jugendstrafe und die damit nach Jugendstrafrecht festzustellende „Schwere der Schuld“ für nicht erforderlich. Der Angeklagte habe die Dateien nicht abgespeichert, und er habe nicht „pervertierter Lust gefrönt“. Der Anklagevertreter hielt eine Verwarnung und eine Arbeitsauflage von 100 Stunden für ausreichend. Zudem solle sich der Angeklagte einer psychotherapeutischen oder sexualtherapeutischen Behandlung unterziehen.

 

„Schwere der Schuld“

 

Während Verteidiger Thomas Holtkamp wegen eines einmaligen Vergehens seines nicht vorbestraften Mandanten für eine milde Strafe plädierte und keinen konkreten Strafantrag stellte, stellte Jugendrichter Thomas Becker die „Schwere der Schuld“ beim Angeklagten fest und verurteilte den 20-Jährigen zu einer sechsmonatigen Jugendstrafe, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Als Bewährungsauflage wurde dem Mann aufgegeben, 100 soziale Arbeitsstunden abzuleisten, sich von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren fernzuhalten, seine Trainertätigkeit aufzugeben und sich einer ambulanten Therapie zu unterziehen.

Der Angeklagte hat nach Auffassung des Richters im Internet gezielt nach drastischen Misshandlungen kleiner Kinder gesucht, daher sei eine „besondere Schwere der Schuld“ festzustellen.

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