E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Limburg an der Lahn 15°C

„Jugend musiziert“: Julius Glotzbach: Ganz entspannt zum Bundeswettbewerb

Er spielt erst seit drei oder vier Jahren Oboe. Und mit seinen 13 Jahren ist er gerade alt genug, um überhaupt zum Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“ zugelassen zu werden. Doch Julius Glotzbach hat es geschafft – und wie: 24 von möglichen 25 Punkten hat er sowohl beim Regional- wie auch beim Landesentscheid erreicht. An Pfingsten tritt er auf Bundesebene in Lübeck an.
Julius Glotzbach übt zu Hause in Weilburg Oboe. Der 13-Jährige hat eine musikalische Familie, unterrichtet wird er von seinem Vater. Foto: Matthias Böhnke Julius Glotzbach übt zu Hause in Weilburg Oboe. Der 13-Jährige hat eine musikalische Familie, unterrichtet wird er von seinem Vater.
Weilburg. 

Ein bisschen Glück hat Julius Glotzbach durchaus gehabt, dass er zum Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“ nach Lübeck reisen darf. Nicht etwa, weil die 24 Punkte, die er beim Landesentscheid erreicht hat, die Weiterleitung nicht mehr als rechtfertigen würden. Nein, Julius Glotzbach ist mit seinen 13 Jahren fast zu jung, um am Bundeswettbewerb teilnehmen zu dürfen! Aber nur fast: Denn die Musiker der Geburtsjahrgänge 2004 und 2005 (Altersgruppe III) sind die jüngsten, die überhaupt zum Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“ weitergeleitet werden können.

Vater und Mathelehrer

Seit drei oder vier Jahren hat der Schüler des Gymnasium Philippinum in Weilburg Unterricht in Oboe, so genau erinnert sich Julius gar nicht. Überhaupt wirkt er sehr entspannt, keine Spur von übertriebenem Ehrgeiz. Und was der junge Musiker ganz nebenbei erwähnt, wäre für manch andere schlicht ein Albtraum: Sein Instrumentallehrer ist der eigene Vater, der Klavierbegleiter sein Mathelehrer. „Alles halb so wild“, meint Julius. „Das ist zugegebenermaßen keine alltägliche Situation, aber für mich total normal – und es funktioniert.“

Dass so etwas gelingt, ist nicht selbstverständlich, meint auch sein Vater Michael Glotzbach. Er unterrichtet, wie auch seine Frau, am Philippinum Musik und Religion. Nebenher hat er ein paar Oboenschüler. Mit seinem Sohn vereinbart er den Unterricht flexibel – trotzdem ist natürlich gegenseitige Verbindlichkeit wichtig. Unter der Woche musizieren Vater und Sohn meist täglich bis zu einer Stunde lang, gerade jetzt in der heißen Phase vor dem Bundeswettbewerb.

Julius ist zum ersten Mal überhaupt bei „Jugend musiziert“ dabei. Für den Regionalwettbewerb, der Anfang Februar in Gießen stattfand, musste er ein zehn- bis fünfzehnminütiges Vorspielprogramm auswählen, das mindestens zwei musikalische Epochen abdeckte. Er entschied sich für ein Oboenkonzert des italienischen Barockmeisters Marcello, eine Sonate des französischen Romantikers Saint-Saëns und das Werk „L’Horloge de Flore“ des Franzosen Françaix.

Doppelt mitgefiebert

Nachdem Julius dort souverän 24 Punkte von 25 möglichen erspielt hatte, trat er mit dem gleichen Programm Mitte März auf Landesebene in Schlitz an. „Nach einer halben Stunde Einspielzeit wurden wir abgeholt und zum Vorspielraum gebracht, wo eine fünfköpfige Jury und eine Handvoll Zuhörer uns erwarteten“, erzählt Julius. Natürlich war sein Vater an diesem wichtigen Tag mit dabei. „Ich habe sozusagen doppelt mitgefiebert, als Lehrer und natürlich auch umso mehr als Vater“, sagt Michael Glotzbach. „Es war schön, mit anzuhören, wie Julius sich in den vergangenen Monaten zur Vorbereitung auf den Wettbewerb an der Oboe gesteigert hat.“ Klar, das Warten auf die Ergebnisse beim Landeswettbewerb sei spannend gewesen, bestätigt Julius. Doch der Schüler macht den Eindruck, als nehme er das alles mit einer gewissen jugendlichen Coolness und Gelassenheit.

Umso größer war dann die Freude: Wieder 24 Punkte und damit sogar die Qualifikation für den Bundeswettbewerb, der in einem Monat in Lübeck ausgetragen wird. Wenn es zeitlich passt, will auch Mutter Christiane Glotzbach diesmal mitkommen. Dabei sein ist alles, gibt sie als Motto vor. „Dass Julius überhaupt so weit gekommen ist, ist mehr, als ich erwartet habe“, sagt Christiane Glotzbach, die selbst Violine spielt. Ihre anderen beiden Kinder Jakob (15) und Helene (11) lernen Violine, Klavier und Cello und komplettieren damit das „Familienorchester“.

Für Julius, der neben der Musik seit Kindertagen erfolgreich Handball im Turnverein Weilburg spielt, steht noch nicht fest, in welche Richtung es beruflich später einmal gehen könnte. „Aber irgendwas mit Musik oder Sport kann ich mir schon vorstellen“, meint er. Doch bis dahin hat er noch einige Jahre Zeit. Und jetzt gehört ohnehin erst einmal alle Aufmerksamkeit dem bevorstehenden Bundeswettbewerb.

Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen