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Hausverbot für Jugendliche: Junge Männer belästigen Frauen im Limburger Parkbad

Von Vor kurzem bekam ein 56-jähriger Mann aus Syrien ein Hausverbot im Parkbad, nachdem er eine 19-Jährige mehrfach belästigt hatte (die NNP berichtete). Nach Angaben der Stadt Limburg ist das kein Einzelfall. „Es gibt Klagen über das Benehmen von vor allem jungen männlichen Gästen mit Migrationshintergrund im Limburger Parkbad“, teilt die Stadt auf Anfrage der NNP mit. Und das hat jetzt Konsequenzen.
So sollte es sein: unbeschwerter Spaß im Parkbad. Doch es häufen sich die Probleme. Foto: Koenig Johannes So sollte es sein: unbeschwerter Spaß im Parkbad. Doch es häufen sich die Probleme.
Limburg. 

Der Mann bezeichnet sich selbst als Limburger Säcker, „weltgewandt offen und liberal – aber leider gerade skeptisch, ob wir das schon schaffen“. Das sage er bewusst, weil er mit „einer multikulturellen Gesellschaft gut umgehen“ könne. Aber was er vor kurzem im Parkbad erlebt habe, sei schlimm gewesen: „Das war Anarchie!“

Nach Angaben des Mannes, der mit seiner neunjährigen Tochter im Freibad war, geht es um eine Gruppe von Jugendlichen, alle offenbar unter 18, und „die völlige Ignoranz dieser Gruppe, die alle nicht Deutsch sprechen oder verstehen wollten, und eine vollkommene Gleichgültigkeit und Respektlosigkeit gegenüber allen Regeln oder Instanzen gezeigt haben, die in diesem Schwimmbad gelten“.

„Völlig überfordert“

Zunächst sei die Gruppe in Turnschuhen am Beckenrand entlanggelaufen. Eine Schwimmlehrerin habe die Jugendlichen darauf aufmerksam gemacht, dass dies nicht erlaubt sei. Das habe diese aber nicht interessiert. Sie seien vielmehr mit ihren gezückten Smartphones auf ein hübsches blondes Mädchen am Beckenrand zugesteuert, um diese anzumachen und zu fotografieren. „Kein Bademeister vor Ort, der hätte einschreiten können“, schreibt der Mann und wundert sich: „Ich dachte immer, filmen und fotografieren wäre in Schwimmbädern verboten?“

Später sei die Gruppe erneut negativ aufgefallen im Bereich der Umkleidekabinen, obwohl ein Sicherheitsmann da gewesen sei, der aus Sicht des Mannes aber „völlig überfordert und machtlos“ gegenüber diesen Jugendlichen gewesen sei. „Wieder in einer fremden Sprache wird gelacht, krakeelt und in der Umkleidekabine Mädchen angemacht, die aus der Umkleide kommen, nur mit einem Handtuch umwickelt.“ Eines der Mädchen sei bedrängt und umringt und mit den Smartphones fotografiert worden. Auch seine neunjährige Tochter sei auf dem Weg zur Damen-Dusche von den Jugendlichen belästigt worden, während er in der Herren-Dusche gewesen sei. „Hätte ich es gehört und den Jungen gesehen, wäre ich wahrscheinlich aus mir herausgegangen, aber ich weiß auch, dass ich dann viele Probleme bekommen hätte und der Junge sicher strafunmündig ist.“

Mehr Sicherheitspersonal

Der Familienvater schreibt weiter: „Ich habe meine Konsequenzen gezogen und werde das Parkbad in Zukunft meiden – es gibt auch schöne Freibäder in Elz, Hundsangen und den Herthasee – meine Tochter würde ich nie wieder allein in das Freibad Limburg gehen lassen oder dort auch niemals mehr die Duschen nutzen lassen. Das können wir auch zu Hause.“

Dass dieser Vorfall kein Einzelfall ist, räumt die Stadt auf Anfrage der NNP und in Kenntnis der Beschwerde des Vaters ein. „Es gibt Klagen über das Benehmen von vor allem jungen männlichen Gästen mit Migrationshintergrund im Limburger Parkbad“, teilt der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach, mit. Die Klage des Vaters nehme die Stadt sehr ernst und zum Anlass für Änderungen. „Das Sicherheitspersonal im Parkbad wird an Tagen mit einem starken Besucherandrang personell verstärkt. Auf die Einhaltung des Fotografierverbots wird nun mehrfach mit entsprechenden Piktogrammen hingewiesen.“

Bereits in der Vergangenheit seien Hausverbote wegen sexueller Belästigung oder eines nicht angemessenen Verhaltens ausgesprochen und durchgesetzt worden. „Sicherheitspersonal und Badeaufsicht sind zudem nochmals darauf hingewiesen worden, bei Übertretungen der Badeordnung beziehungsweise störendem und belästigendem Verhalten umgehend zu reagieren und die Beschuldigten schnell und strikt des Bades zu verweisen“, schreibt Laubach weiter.

Die Baderegeln im Freibad lägen nicht nur in deutscher Sprache, sondern auch in verschiedenen Übersetzungen vor. Trotzdem sei festzustellen, „dass die Regeln immer wieder übertreten werden“.

Das Hausverbot für den 56-jährigen Syrer werde eingehalten: „Gemäß der Badeordnung wurde er fotografiert und das Bild dem Kassenpersonal übergeben, damit das Verbot eines Parkbadbesuchs auch umgesetzt werden kann.“

Der Sprecher der Stadt appelliert an alle Freibadgäste, dem Sicherheitspersonal oder der Badeaufsicht entsprechende Vorfälle zu melden, „damit Belästigungen und Übertretungen geahndet werden können“.

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