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Förderprogramm: Kampf gegen das Ausbluten der alten Dorfkerne

„Leben im Dorf – Leben mittendrin“, so heißt ein Förderprogramm, das seit Jahren alte Dorfkerne vor dem Ausbluten bewahren soll. Jetzt wurde es noch einmal deutlich erweitert.
Zur Vertragsunterzeichnung über die Zusammenarbeit der Verbandsgemeinden Wallmerod und Westerburg beim Förderprogramm „Lange leben im Dorf – Leben mittendrin“ kamen Mario Steudter, Klaus Lütkefedder, Gerhard Loos und Dirk Trompeter (von links) ins Rathaus von Wallmerod. Foto: Klaus-Dieter Häring Zur Vertragsunterzeichnung über die Zusammenarbeit der Verbandsgemeinden Wallmerod und Westerburg beim Förderprogramm „Lange leben im Dorf – Leben mittendrin“ kamen Mario Steudter, Klaus Lütkefedder, Gerhard Loos und Dirk Trompeter (von links) ins Rathaus von Wallmerod.
Wallmerod/Westerburg. 

Wenn rheinland-pfälzische Kommunen zusammenarbeiten sollen, muss dies in der Regel der Gesetzgeber anordnen, was selten auf große Gegenliebe stößt. Anders sieht es bei den Verbandsgemeinde Westerburg aus, die bereits vor knapp zwei Jahren vereinbart haben, in einigen Bereichen zu kooperieren. Seit dem 28. April 2016 besteht eine solche Vereinbarung für das Förderprogramm „Leben im Dorf – Leben mittendrin“.

Seit Beginn dieses mehr als erfolgreichen Förderprogramms nehmen sämtliche 15 Ortschaften der Verbandsgemeinde Wallmerod daran teil. Seit Gründung der Zusammenarbeit haben sich außerdem aus der Verbandsgemeinde Westerburg die Ortsgemeinden Berzhahn, Girkenroth, Weltersburg, Willmenrod und Winnen dem Förderprogramm angeschlossen. Diese bisher erfolgreiche Zusammenarbeit wurde nun mit Unterzeichnung des entsprechenden Vertrages auf sämtliche 23 Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde und die Stadt Westerburg erweitert. Zur Vertragsunterzeichnung begrüßte Wallmerods Verbandsbürgermeister Klaus Lütkefedder den Verbandsbürgermeister von Westerburg Gerhard Loos sowie die Bauamtsleiter Mario Steudter (Wallmerod) und Dirk Trompeter (Westerburg) im Rathaus.

320 Gebäude gefördert

Lütkefedder zog zu Beginn des Treffens eine kleine Bilanz der bisherigen Zusammenarbeit. Demnach wurden bisher 300 Gebäude in der Verbandsgemeinde Wallmerod gefördert. In der Verbandsgemeinde Westerburg waren es seit 2016 insgesamt 20. „Eine erfreuliche Entwicklung“, sagte der Bürgermeister. Mit der Förderung von Privatpersonen, die sich zum Kauf eines älteren Gebäudes in den Ortschaften der Verbandsgemeinde entschlossen haben, habe die Gemeinde einen enormen Leerstand von Häusern in vielen Ortschaften vermieden. Gleichzeitig sei aber auch die Attraktivität der Gemeinden erhöht worden. Die Kehrseite: „Wir haben seit 14 Jahren kein Baugebiet mehr ausgewiesen.“ Klaus Lütkefedder zog ein insgesamt positives Fazit: Viele Einwohner seien in den Gemeinden gehalten worden, gleichzeitig seien etliche Neubürger gewonnen worden. In den Ortskernen lebten Jung und Alt zusammen. Privatpersonen hätten bisher mehr als 50 Millionen Euro in den Ortskernen investiert. Davon hätten vor allem die heimischen Handwerker profitiert, während die Ortsgemeinde und Werke Kosten für den Aufbau zusätzlicher Infrastruktur für Neubaugebiete gespart hätten.

Alle Fraktionen vertreten

Wie Westerburgs VG-Chef Gerhard Loos erklärte, wurden sämtliche Richtlinien des Förderprogramms „1:1“ auf die Verbandsgemeinde Westerburg übertragen. Auch wurde ein gemeinsamer Ausschuss gebildet, der mit Vertretern aus beiden Kommunen besetzt sein wird. Dies bedeutet, dass sich die insgesamt elf Mitglieder auf die Gemeinde Westerburg mit sechs Personen und Wallmerod mit fünf Personen verteilen. Damit alle Fraktionen vertreten sind, hat die CDU in Westerburg auf einen Sitz für die FWG und in Wallmerod auf einen Sitz für die Grünen verzichtet. In der Planung ist außerdem die Zusammenarbeit beim Programm „Lange leben im Dorf“. Hier fehlt noch eine Zusage aus Mainz. kdh

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