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Kranke Angehörige: Karte und PIN genügen nicht immer, um Geld zu bekommen

Die Familie möchte Geld abheben, hat die Karte und PIN-Nummer des Kontoinhabers. Doch da es in Hünfelden keinen Bankautomaten gibt, wird sie am Schalter abgewiesen. So war es bei der Postbank, und ein Hünfeldener fragt nach: Schikane oder neue Regelung? Was kann man bei einer schweren Erkrankung des Karteninhabers tun?
Ein Bankkunde hebt mit seiner Girokarte Bargeld von einem Geldautomaten ab. Foto: Angelika Warmuth/Illustration Ein Bankkunde hebt mit seiner Girokarte Bargeld von einem Geldautomaten ab. Foto: Angelika Warmuth/Illustration
Hünfelden. 

 


Will ein Kontoinhaber der Familie Zugriff erteilen, sollte er sie bevollmächtigen. Am Automaten gäbe es keine Schwierigkeiten: Man steckt die Kontokarte ein, verwendet die PIN-Nummer, bekommt das Geld. Nicht so am Schalter der Postbank, wenn man Geld für jemand anderes holen will. Diese Erfahrung hat Dr. Hans-Jürgen Zaborowski gemacht. Er schildert das Problem in Hünfelden: „Die Postagentur vor Ort sieht sich nicht in der Lage, Familienmitgliedern im Besitz und bei Vorlage der Kundenkarte und des PINs Geld auszuzahlen, wie dies problemlos möglich war.“ Er vermutet eine Neuerung zulasten der Kunden.

Statt des Geldes erhalte der eigentlich Bevollmächtigte einen Antrag für eine Vollmacht durch den Kontoinhaber. Nur: Für die Antragstellung sei eine persönliche Vorlage des Personalausweises durch den Kontoinhaber notwendig. Dabei müsse seine Unterschrift beglaubigt werden. Aber der Kontoinhaber sei seit einigen Monaten schwer erkrankt und bettlägerig, so Dr. Zaborowski. Er müsste für den Weg zur Postagentur einen Krankentransport in Anspruch nehmen.

Hier stellt der Hünfeldener einige grundsätzliche Fragen: Was, wenn das Konto ein Gehalts- oder Rentenkonto ist? Soll, muss dann der Kunde und seine Familie verhungern? Am Automaten gäbe es keine Schwierigkeiten. Aber: Im ländlichen Raum sehe es damit nicht gut aus.

In Hünfelden gebe es keinen, die nächsten stehen in Bad Camberg oder Blumenrod. Dr. Zaborowski möchte wissen: „Wenn ältere Menschen kein Auto mehr besitzen, vielleicht sogar nicht mehr fahren können oder dürfen – was ist dann?“

Die PIN muss geheim sein

Die NNP hat nachgefragt. Die Postbank verweist in ihrer Stellungnahme auf die Rechte des Karteninhabers. Hier gebe es keine Neuerung, sondern es sei grundsätzlich so, dass eine Auszahlung vom Postbankkonto nur an den Karteninhaber möglich sei. Dazu muss der Karteninhaber selbst erscheinen, die Karte vorlegen und die dazugehörige PIN eingeben. Iris Laduch-Reichelt von der Postbank-Zentrale erklärt: „Die PIN darf nicht an Dritte weitergegeben werden, auch nicht an Verwandte oder andere nahe stehenden Personen. Sie muss vom Karteninhaber geheim gehalten werden, da sie der Sicherheit des Kontos dient. Dies ist Teil des Vertrages zwischen Bank und Kunde.“ Festgeschrieben sei dies in den Besonderen Bedingungen zum Girokonto. Mit der Eröffnung eines Girokontos akzeptiere der Kunde diese Bedingung. Die Weitergabe der PIN an Dritte gelte als grob fahrlässig und wirke sich auf mögliche Schadenersatzansprüche aus.

Iris Laduch-Reichelt erklärt: „Bei einer Transaktion mit Karte und PIN muss und kann unser Mitarbeiter daher davon ausgehen, dass auch der Karteninhaber am Schalter steht. Bestehen daran Zweifel, muss die Postbank die Auszahlung aus Sicherheitsgründen ablehnen.“ Zur Vollmacht merkt sie an: Grundsätzlich könne jeder Kontoinhaber eine dritte Person für das Konto bevollmächtigen. Dies erfolge über einen schriftlichen Auftrag des Kontoinhabers an die Postbank.

Bank will Transparenz

Der Bevollmächtigte müsse sich zusätzlich in der Filiale legitimieren und dies auf dem Antrag bestätigen lassen. Der Bevollmächtigte erhalte eine eigene Karte mit PIN. Laduch-Reichelt: „So kann jederzeit nachvollzogen werden, wer über das Konto verfügt und Geld abgehoben hat. Die Transparenz bleibt so gewährleistet.“

Wie kommt die Familie kurzfristig ans Geld?

Bei kurzfristigen gesundheitlichen Problemen ist auch das Abheben durch Dritte möglich, erklärt Iris Laduch-Reichelt von der Postbank.

clearing
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