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Gundschule Linter: Kinder laufen in Gruppen zu Fuß zur Schule

Die Grundschule Linter beteiligt sich mit ihren acht Klassen an der Aktion „Zu Fuß zur Schule“. Damit sollen die Verkehrssituation vor der Schule entschärft und die Kinder fitter werden.
Julius, Emilia und Nazrulla (v.l.n.r.) laufen gemeinsam zur Schule. Die Hauptstraße überqueren sie an der Ampel und nicht über die Verkehrsinseln weiter oben. Foto: Heike Lachnit Julius, Emilia und Nazrulla (v.l.n.r.) laufen gemeinsam zur Schule. Die Hauptstraße überqueren sie an der Ampel und nicht über die Verkehrsinseln weiter oben.
Linter. 

Julius (9) aus der dritten Klasse hat ein gutes Stück zu laufen. Er wohnt direkt am Ortseingang von Linter an der Hauptstraße. Auf seinem Weg liegen die beiden Zufahrten zur Tankstelle sowie zum Parkplatz des dortigen Friseurs. Das erste Stück begleitet ihn seine Mutter noch. An jeder Abzweigung der Straße geht der Kopf von Julius nach links und nach rechts, bevor er die Zufahrten überquert. Hinter diesen Gewerbeflächen warten schon seine Freunde Emilia (8) und Nazrulla (9) auf ihn. Den Rest des Weges laufen sie gemeinsam.

Bereits vor der Aktion „Zu Fuß zur Schule“, die vom 18. bis 29. September stattfand, sind die drei Schüler von Zeit zu Zeit zusammen gelaufen. Aber erst jetzt haben sie Gefallen daran gefunden. Julius erzählt, dass ihm an Anfang seine Mutter noch begleitet hat, damit er sich den Weg einprägt. An den Tagen, wo sie zur ersten Stunde in die Schule müssen, sei die Straße schon sehr voll. „Zur zweiten Stunde ist die Straße etwas leerer.“ Die Mainzer Straße überqueren die drei bei der Ampel. Es gibt zwar auch zwei Verkehrsinseln, doch diese sind zu gefährlich. „Manchmal haben wir grün und die Autos rasen trotzdem drüber“, erzählt Emilia. Daher haben die Eltern gesagt, dass sie bei Grün erst noch einmal schauen sollen, ob die Autos tatsächlich stehen. An der Hauptstraße sind die Fußwege sehr breit, so dass die drei bequem nebeneinander laufen können. „Die Aktion ist gut für die Umwelt“, sagt Nazrulla, „auf die kurze Strecke wird der Motor gar nicht richtig warm und das schadet der Umwelt.“ An der Schule müssen sie eine weitere Straße überqueren. Sie weisen sich sogar selbst darauf hin, nicht zu rennen. „Sonst könnten wir mitten auf der Straße hinfallen.“

Fahrer gucken aufs Handy

In der Schule angekommen, nehmen sie ihre Plätze in der Klasse ein. Zum Unterrichtsbeginn dürfen sie in einer Tabelle einen roten Stempel machen, wenn sie an diesem Tag zur Schule gelaufen sind. Emilia und Nazrulla sind sich einig, dass sie auch nach der Aktion weiter laufen wollen. Julius zögert noch ein wenig: „Wenn die zwei laufen, dann muss ich wohl auch.“

In dem Klassenzimmer meint ein Mädchen, dass die Autofahrer doch auf die Straße schauen sollen. Sie sehe so oft, dass sie mit gesenktem Kopf auf ihr Handy gucken und nichts mitbekommen, was vor ihnen auf der Straße passiert. Das findet sie nicht schön. An der Tafel hängt ein Blatt Papier, wo alle aufgeschrieben haben, was sie an der Aktion gut finden. Es ist zu lesen, dass sie Luft bekommen, es toll finden, sich mit Freunden zu treffen und dass es der Umwelt gut tue. Auf einem weiteren Blatt stehen die Dinge, die nicht gut sind. Da steht mehrmals, dass die Autofahrer nicht auf die Straße schauen würden und keine Rücksicht auf die Kinder nehmen.

Schulleiterin Sonja Heidrich erklärt, dass die Aktion nicht bei allen Eltern gut ankam: „Einige Kinder werden generell gefahren, auch wenn sie nur zwei Straßen von der Schule entfernt wohnen.“ Auch werden die meisten Kinder bei schlechtem Wetter zur Schule gebracht. Die Grundschule Linter sei eine Schule mit Schwerpunkt Gesundheit und Bewegung. „Da ist es kontraproduktiv, wenn die Kinder bis vors Klassenzimmer gefahren werden.“ Wenn die Kinder morgens laufen, wird die Müdigkeit vertrieben, der Kreislauf kommt in Schwung und sie bewegen sich. „Wir müssen den Kindern mehr zutrauen und sie nicht immer in Watte packen.“

Weiterhin laufen

Häufig entstanden durch die parkenden und fahrenden Autos um die Schule herum brenzlige Situationen, die mit der Aktion ein wenig entschärft werden konnten. Die Straße ist recht breit und werde häufig als Durchgangsstraße genutzt. Die wenigsten Autofahrer hielten sich an die 30 Kilometer pro Stunde, die dort vorgeschrieben sind. Die Schule erhält Unterstützung vom Ortsbeirat, damit die Straße sicherer gemacht wird. Während der letzten zwei Wochen habe sich die Situation um die Schule herum deutlich verbessert. „Am ersten Tag wurden einige Kinder noch mit dem Auto gebracht, doch bereits am zweiten Tag liefen fast alle“, sagt die Schulleiterin. Zudem sei es ein positiver Trend, dass sich die Kinder sammeln und in größeren Gruppen laufen. Der allgemeine Trend gehe derzeit dahin, dass die Grundschüler auch nach der Aktion weiterlaufen, obwohl Sonja Heidrich sich sicher ist, dass einige auch wieder mit dem Auto gebracht würden. Am letzten Schultag vor den Ferien werden die Klasse mit den meisten Läufern und die besten acht Schüler für ihre Ausdauer geehrt.

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