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Kingler hilft in Sotschi

Frank Kingler aus Erbach ist „unser Mann in Sotschi“. Er berichtet über seine Erfahrungen bei den Olympischen Winterspielen.
Frank Kingler nach Feierabend als Zuschauer beim Skispringen. Frank Kingler nach Feierabend als Zuschauer beim Skispringen.
Limburg. 

Eigentlich wäre der Olympiaeinsatz in Sotschi für den Erbacher Sportorthopädietechniker Frank Kingler schon am Dienstag dieser Woche zu Ende gegangen. Im Mountain Village beim Gebirgsdorf Rosa Kutor war er an der dortigen Poliklinik mit der orthopädischen Versorgung verletzter Sportler beschäftigt. Aber der Aufenthalt hat ihm so gut gefallen, dass er spontan verlängerte.

Er helfe gerne weiter in der Poliklinik, sagte Frank Kingler der NNP. Es mache ihm „unglaublich viel Freude“, dort zu arbeiten. Zum Glück sei die Familie einverstanden gewesen, auch die Arbeitskollegen hätten mitgezogen. Weil der Flug umgebucht werden konnte und im Haus noch genug Platz war, konnte der Erbacher bleiben.

NNP-Mitarbeiter Johannes Koenig fragte ihn nach seinen Eindrücken und Aufgaben.

Wie ist die Atmosphäre im Olympischen Dorf und außerhalb?

Im Olympischen Dorf ist es eher ruhig, sehr friedlich. Wo die einzelnen Mannschaften wohnen, ist leicht an den Flaggen, die an den Häusern angebracht sind, zu erkennen. Die Athleten haben ihren Tagesablauf, trainieren und sind sehr fokussiert auf ihre Wettkämpfe. Außerhalb, vor allem im Bereich der Wettkampfstätten, ist viel los. Die Fans sind bunt gekleidet in ihren Landesfarben. Stände locken mit Fanartikeln.

Die Verständigung funktioniert auf Englisch. Aber das klappt nicht immer. Viele Leute sprechen nur Russisch und dann wird mit Händen und Füßen geredet. In der Poliklinik haben wir aber „Volunteers“, die dolmetschen können, und es klappt!

Wie empfinden Sie die in den Nachrichten oft erwähnten Sicherheitsmaßnahmen?

Bei der täglichen Arbeit in den Polikliniken, wenn wir die Sportler versorgen, spielt das Thema keine Rolle. Aber auf dem Weg in die Klinik, der etwa eine Stunde dauert, muss ich durch vier Sicherheitskontrollen. Ich denke, das ist normal für ein Großereignis wie dieses. Unsicher fühle ich mich jedenfalls nicht.

Erzählen Sie etwas über Ihren eigenen Alltag. Was sind Ihre Aufgaben?

Ich arbeite in der Poliklinik des Olympischen Dorfes „Mountain Village“. Ein Kollege und ich teilen uns die beiden Schichten am Tag. Kommt ein verletzter Athlet, wählen wir nach der Diagnose durch den Arzt gemeinsam mit den Teamdoktoren das für den Sportler optimale Produkt aus. Wir Orthopädietechniker erläutern dann den Athleten, wie das Produkt, zum Beispiel die Bandage, wirkt und wie sie es anlegen müssen. Zu unserem Service gehört auch das maßgenaue Anpassen, beispielsweise, wenn der Sportler eine stabilisierende Knieorthese benötigt, an der der Hartrahmen individuell eingestellt werden muss.

Welche und wie viele Fälle haben Sie betreut?

Im Wintersport treten Verletzungen häufig im Bereich von Knie, Rücken, Fuß und Hand auf. Besonders Snowboarder und Freestyler waren bisher in unserem Dorf von schwereren Knieverletzungen und Rückenverletzungen betroffen. Mit unseren speziellen Produkten können wir sie aber unterstützen. Wenn der Sportler dann weiter machen kann, ist das natürlich schön zu sehen, und man fiebert regelrecht mit ihm mit.

Gab es etwas, was Sie überrascht hat?

Ja, die Freude, die wir mit unserer Hilfe auslösen. Die Sportler sind uns dankbar und zeigen das auch. Sie schätzen unsere Arbeit, und diese Wertschätzung von diesen Profis zu bekommen, gibt schon ein gutes Gefühl.

Würden Sie noch einmal zu den Olympischen Spielen fahren?

Immer wieder.

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