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Musik und Handwerk in Harmonie: Klingendes Flüchtlings-Projekt präsentierte sich in der WERKStadt

Das Projekt „Rad-O-Ton“ von Kreismusikschule und Friedrich-Dessauer-Schule vereint Handwerkskunst und Musik in wunderbarer Weise. Die Initiatoren präsentierten ihre Arbeit mit Schülern aus Flüchtlingsländern am Dienstag in der WERKStadt.
Mit ihren Skulpturen erzeugten die Schüler in der WERKStadt unterschiedliche Klänge. Foto: Heike Lachnit Mit ihren Skulpturen erzeugten die Schüler in der WERKStadt unterschiedliche Klänge.
Limburg. 

Ungewöhnliche Musik klang am Dienstag durch die WERKStadt und bewegte die Menschen in der Einkaufspassage zum Stehenbleiben. Es klang und klirrte, es schepperte und trommelte, dazwischen sanfte Gitarren und Cello-Klänge. Im ersten Moment schien es ein Stimmenwirrwarr, doch zusammen ergab dies eine wunderbare, aber ungewöhnliche Symphonie. Neben klassischen Instrumenten erzeugten die Musiker Laute mit ihren Kunstwerken, die Holz, Glas und Metall in sich vereinen und die unterschiedlichsten Geräusche von sich gaben.

Kleine Instrumentenkunde

20 Kinder und Jugendliche mit Flüchtlingshintergrund im Alter zwischen 14 und 20 Jahren, die im kommenden Jahr in der Friedrich-Dessauer-Schule ihren Hauptschulabschluss machen, erzeugten die interessante Musik. Seit September besuchten sie zweimal die Woche die Kreismusikschule (KMS), um Instrumente kennenzulernen. Keiner der Schüler hatte bis dahin Berührung mit einem Instrument. Neben dem Unterricht in der KMS, der durch Matthias Schachel (Schlagzeug), Isabel Walter (Cello), Günther Dedy-Stiwani (Klarinette) und Thomas Rothenberger (Gitarre) angeleitet wurde, fand in der Friedrich-Dessauer-Schule der handwerkliche Part statt. Sprachliche Barrieren habe es bei der ganzen Arbeit keine gegeben, erzählte Matthias Schachel, doch die Schüler kamen mit unterschiedlichen Begabungen und Motivationen.

Mit den Betreuern Detlef Jadatz, Bernd Heep und Shila Koch bauten die Schüler in vier Arbeitsgruppen Skulpturen aus Fahrrad-Elementen, Holz, Metall und Glas. Die Skulpturen sollten aus sich selbst klingen, zum Klingen gebracht und als Musikinstrument im Spiel mit eingebracht werden. Unterstützung im handwerklichen Teil gab es auch von der Kreishandwerkerschaft.

Neben bekannten Liedern wie „Bruder Jacob“ präsentierten die Musiker vor allem selbst konzipierte Stücke mit den Titeln „Die Balkanroute“ oder „Flüchtlinge“. Musikalische Elemente der Herkunftsländer sind dabei mit eingeflossen.

Das Projekt „Rad-O-Ton oder Handwerk mit Musik“ wurde gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Die Idee des Projektes entwickelte Andrea Heibel, stellvertretende Schulleiterin der KMS. Auf der Suche nach Kooperationspartnern stieß sie bei der Schule und der Kreishandwerkerschaft sofort auf offene Ohren und Unterstützung. „Wir werden sooft gefragt, ob wir Musik mit Flüchtlingen machen können“, erklärte Andrea Heibel. „Doch wir sind nicht in der Lage, dies ehrenamtlich anzubieten.“ Da sei dieses geförderte Projekt eine gute Chance gewesen, sich als Musikschule zu öffnen.

Vorbehalte überwunden

Die KMS habe dadurch die Möglichkeit bekommen, die Schüler an die Musik heranzubringen. In dem Teil des Skulpturenbaus lernten die Schüler, was „Handwerk“ bedeutet. So bekamen die 14- bis 20-Jährigen ein Gefühl dafür, wie verschieden etwas klingen kann, wenn es unterschiedlich bearbeitet wird.

Ein „dickes Kompliment“ richtete Andrea Heibel an die jungen Musiker, die zu Beginn Angst und Vorbehalte gegenüber dem Neuen hatten und dann doch zueinander gefunden hätten.

Andrea Heibel möchte gerne, dass dieses Projekt weitergeht. Sie könne sich sehr gut vorstellen, ein großes, gemischtes Orchester mit Menschen verschiedener Herkunft zusammenzustellen, um diese Vielfalt musikalisch zu zeigen. lh

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