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Prozess: Körperverletzung: Umzug endet im Lichtschacht

Wegen fahrlässiger Körperverletzung ist ein 39-jähriger Mann vor dem Amtsgericht zu einer Geldstrafe von insgesamt 750 Euro verurteilt worden. Für die Richterin steht fest, dass der Mann ein Gitterrost so manipuliert hatte, dass seine Mitbewohnerin in einen Lichtschacht stürzte und sich dabei verletzte.
Dürfen Eltern ihren kleinen Kindern Ohrlöcher stechen lassen? Foto: dpa/Symbolbild Dürfen Eltern ihren kleinen Kindern Ohrlöcher stechen lassen? Foto: dpa/Symbolbild
Elz. 

Glück im Unglück hatte die 43 Jahre alte Altenpflegerin, die bei ihren Umzugsarbeiten im Oktober vergangenen Jahres am Morgen mit Büchern bepackt, auf dem Weg vom Wohnhaus über eine Terrasse in einen angrenzenden, 1,50 Meter tiefen Lichtschacht gefallen war. Dabei erlitt sie eine Bauchverletzung und Rückenprellungen und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Da an dem Umzug nur der damalige Vermieter der Frau und ein Mitbewohner im Haus beteiligt waren, mutmaßte die Verletzte, dass der 39-jährige vorbestrafte Mitbewohner am Gitterrost manipuliert hatte. Der Vermieter war mit Bodenlegearbeiten beschäftigt. Die Frau stellte Strafanzeige. Die Sache landete vor Strafrichterin Bettina Kilian. Vor Gericht ließ der Angeklagte durch seinen Verteidiger Patrick Bill erklären, dass er sich an besagtem Oktobertag auf dem Anwesen befunden und beim Umzug geholfen habe. Der Gitterrost sei indes nicht von ihm entfernt worden. Vielmehr habe er gemeinsam mit dem Vermieter der Frau geholfen, diese aus dem Schacht zu ziehen.

„Ich ging mit dem Umzugsgut ständig rein und raus“, berichtete die Altenpflegerin. Dann sei sie plötzlich in den geöffneten Lichtschacht getreten und hineingestürzt.

Sie habe wahnsinnige Schmerzen gehabt, mit Mühe und Not ihr Mobiltelefon aus der Hosentasche ziehen können, um ihre Schwester zu alarmieren. Die stellte am Unfallort fest, dass der Vermieter beinahe teilnahmslos gewirkt habe, der Angeklagte dagegen nervös gewesen sei. Die Verletzte sei aus dem Lichtschacht befreit, ein Krankenwagen zur Erstversorgung gerufen worden.

„Das Gitter kann nur vom Angeklagten entfernt worden sein, durch welche Aktion auch immer“, sagte Richterin Kilian in ihrer Urteilsbegründung. Hanebüchen sei die Variante, wonach die verletzte Frau das Gitter wegen Zahlung eines Schmerzensgeldes entfernt hatte. Auch gäbe es keine Anhaltspunkte für die Täterschaft des Vermieters oder einer dritten Person. Die zwei Vorstrafen wertete die Richterin als strafverschärfend. Dass es für die Verletzte keine dauerhaften Folgen zu beklagen gibt, sei strafmildernd zu berücksichtigen. Mit dem Urteilsspruch von 30 Tagessätzen à 25 Euro für eine fahrlässige Körperverletzung schloss sich Bettina Kilian der Forderung der Staatsanwaltschaft an. Der Verteidiger hatte beantragt, seinen Mandanten freizusprechen. Der habe beim Umzug geholfen. Zudem sei nicht aufgeklärt worden, ob das Gitter sich schon vorher schief auf dem Lichtschacht gelegen habe. bb

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