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Kommentar: Krankenhäuser stehen vor einer schweren Zukunft

<span></span> Foto: (FNP)

Die Krankenhäuser stehen vor einer schweren Zukunft, an der Zusammenarbeit von Kliniken führt kein Weg vorbei. Das ist für die Bilanzen der Betriebe ebenso wichtig wie für die medizinische Versorgung.

Natürlich geht es vordergründig immer zuerst um die Menschen. Dass hinter Kooperationen knallharte wirtschaftliche Interessen stecken, bedeutet keinen Widerspruch. Denn nur gesunde Krankenhäuser können genug qualifizierte Mitarbeiter beschäftigen, die Ausstattung und das Angebot verbessern. So wie das Limburger St. Vincenz. Die Klinik wird getragen von einer gemeinnützigen Stiftung, die keine hohe Rendite für Investoren erzielen muss, sondern die Gewinne durchweg reinvestiert. Gut für die Region, so lange durch eine kluge Strategie Konzerne abgewehrt werden können. Deshalb verwundert die Argumentation der Weilburger Verantwortlichen um Landrat Manfred Michel, die Zusammenarbeit mit kommunalen Trägern sei einfacher und erfolgversprechender. Das ist noch nicht einmal die halbe Wahrheit. Natürlich ist diese Kooperation nicht alternativlos. Obacht: Für die Lahn-Dill-Kliniken ist Weilburg möglicherweise nur ein Trostpflaster, nachdem ein gewünschter größerer Verbund gescheitert ist.

Weilburg hätte Limburg schon gerne im Boot (gehabt?) – doch vor allem als Geldgeber. Eine kleine Minderheitsbeteiligung macht für das St. Vincenz allerdings keinen Sinn. Wenn das viel stärkere Haus einsteigt, muss es auch Einfluss haben. Die Limburger Chefs haben in kürzester Zeit in Diez gezeigt, dass sie das Ruder in einem notleidenden Krankenhaus herumreißen können. Der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen, aber auf einem guten Weg. Dieser Weg lässt Raum für weitere Partner. Dass der einzige aus dem Landkreis mitgeht, wäre nicht nur geografisch naheliegend. Die gemeinsamen Schritte waren durchaus sinnvoll; für die Krankenhäuser und für das Gesundheits-Netzwerk in der Region. Stattdessen konkurrieren nun die bisherigen Verbündeten. Limburg jagt Weilburg Geriatrie-Patienten ab, dafür rächt sich Weilburg auf anderem Gebiet. Hoffentlich geht das nicht so weiter. Damit ist keinem gedient – den Patienten am allerwenigsten.

Menschen taugen nicht für einen „Verhandlungspoker“.

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