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Verein Historisches Camberg: Kontakt zur Jugend stärken

Mit einem festlichen Empfang im St.-Josefshaus am Marktplatz hat der Verein Historisches Camberg sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an die Camberger Stadtgeschichte zu wahren und aufzuarbeiten.
Doris Ammelung (links) und ihre Stellvertreterin Eva Bäumlisberger blickten in Historie und Zukunft des Geschichtsverein. Doris Ammelung (links) und ihre Stellvertreterin Eva Bäumlisberger blickten in Historie und Zukunft des Geschichtsverein.
Bad Camberg. 

„Ist ein Geschichtsverein überhaupt noch zeitgemäß?“ Diese Frage richtete die Vereinsvorsitzende Doris Ammelung in ihrer Eröffnungsrede an die rund 100 Teilnehmer des Festempfangs, darunter Vertreter aus Politik, Kirche und lokalen Vereinen. „Ist angesichts scheinbar unbegrenzter Informationsmöglichkeiten die Beschäftigung mit etwas so Kleinem wie der Lokalgeschichte noch angesagt?“, fügte sie hinzu.

Nachholbedarf

Die Erfahrungen aus 40 Jahren Vereinsarbeit zeigen: die Pflege der Lokalgeschichte – wenn mit Authentizität und Originalität betrieben – stoße weiterhin auf Interesse, allerdings nicht bei den ganz Jungen, sondern bei Menschen mit einer gewissen Lebenserfahrung. Dies zeige sich sowohl in der Altersstruktur der anwesenden Gäste wie auch in der Zusammensetzung des aktuellen Vorstands: In einem Alter um die 50 Jahre sind die Vorstandsmitglieder – Kinder der Gründergeneration, die nun die Verantwortung für den Verein übernommen haben. In der Ansprache junger Mitglieder bestehe Nachholbedarf, so die Vortsitzende. Zwar gäbe es einzelne Initiativen, es sei aber noch nicht gelungen, die städtischen Schulen konstitutionell und dauerhaft einzubinden. Für den November des kommenden Jahres – im Zusammenhang mit der Erinnerung an die Pogromnacht – sei als erster Schritt eine Zusammenarbeit mit der Theatergruppe der Taunusschule geplant.

Die Entwicklung des Vereins seit seiner Gründung schilderten Doris Ammelung und die stellvertretende Vorsitzende Eva Bäumlisberger anschließend in einer detaillierten Bildpräsentation: Mit der Idee eines Heimatmuseums formierte sich 1975 die „Initiativgruppe Historisches Camberg“ unter der Leitung des unvergessenen Otto Schöfer, der zwei Jahre später erster Vereinsvorsitzender wurde.

270 Mitglieder

Aus der Initiativgruppe ging 1977 der „Verein Historisches Camberg e.V.“ hervor, der in seiner Gründungsversammlung rund 50 Mitglieder zählte. Neben Otto Schöfer gehörten Willi Wecker, Ludwig Weigand, Ursula Ammelung, Raimund Rühling und Waltraut Janssen dem ersten Vorstand an. Innerhalb von zwei Jahren verdoppelte sich die Mitgliederzahl. Heute – im Jahr 2017 – sind bereits 270 Mitglieder registriert. Die Kontinuität und der Erfolg des Vereins sind verbunden mit der Fähigkeit, neben historischen Vorträgen und Führungen auch wiederkehrende Veranstaltungen zu organisieren, wie die jährliche „KulTour“ und „Historische Stätten erleben“, die sowohl vereinsintern als auch von der Öffentlichkeit gerne angenommen werden.

Darüber hinaus hat es der leider früh verstorbene ehemalige Vorsitzende Walter Lottermann verstanden, Arbeitsgruppen beziehungsweise Abteilungen mit unterschiedlichen Aufgabengebieten zu installieren, die relativ selbstständig agieren. Aktuell gibt es im Geschichtsverein Historisches Camberg die Arbeitskreise Altstadt, Stadt- und Turmmuseum, Bürgerprojekt „Alte jüdische Schule“, Historikerstammtisch, Glockenspiel, Redaktion sowie einen Festausschuss.

Vier Jahrzehnte aktiver Kulturarbeit in Camberg haben den Verein zu einer nicht zu übersehenden Interessenvertretung in der stadtpolitischen Landschaft werden lassen. Beispielhaft erinnerte Doris Ammelung an die Diskussion um den Abriss der Alten Schule am Kirchplatz, den Antrag für Denkmalschutz des Stadtgrabens, die Mitarbeit bei der Gestaltung der Altstadtsatzung, die Einrichtung eines Museums zur jüdischen Geschichte Cambergs oder die Diskussion um die Umbenennung der Rudolf-Dietz-Straße.

Sie wies daraufhin, dass dieses Engagement ohne das Wohlwollen und die Unterstützung der städtischen Gremien nicht möglich wäre und dankte insbesondere dem ehemaligen Bürgermeister Wolfgang Erk, der während seiner Amtszeit so manche Anregung und Initiative aufgegriffen und dieser zur Durchsetzung verholfen habe. Ein Dank ging ebenfalls an anwesende Förderorganisationen wie den Rotary-Club Bad Camberg-Idstein und die Heinz-Stillger-Stiftung für die großzügige finanzielle Unterstützung diverser Projekte.

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