Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Naturschutz: Kröten sollen sicher durch die Tunnel

Für die Autofahrer neuer Asphalt auf einer begradigten Strecke, für die Kröten komfortable Durchgänge im Untergrund: Allein für Amphibien-Tunnel und -Leitsystem werden an der B 417 rund 360 000 Euro ausgegeben.
In Abständen von 50 Metern entstehen an der B 417 zwischen Altendiez und Hirschberg im ersten Bauabschnitt 27 Krötentunnel mit Leitsystem. Bilder > Foto: westerweg In Abständen von 50 Metern entstehen an der B 417 zwischen Altendiez und Hirschberg im ersten Bauabschnitt 27 Krötentunnel mit Leitsystem.
Hirschberg/Altendiez. 

Jeden Tag, so vermeldet es der federführende Landesbetrieb Mobilität, entsteht auf der abgesperrten Bundesstraße 417 zwischen Altendiez und Hirschberg ein Krötentunnel. Einer von 27 im ersten von zwei Bauabschnitten. Bis heute – in etwa zur Halbzeit der gesamten Maßnahme – sind zehn Unterquerungshilfen vollendet. Im September, wenn der Straßenzug zwischen Diez und Esterau wieder freigegeben wird, soll es vorbei sein mit dem jährlich wiederkehrenden Aufwand der Absperrungen.

Auf mehreren hundert Metern beidseitig der Fahrbahn Halterungen und Folien anbringen und später wieder entfernen – für den Bauhof summierten sich Jahr für Jahr etliche Stunden. Es soll der Vergangenheit angehören, wenn (soweit die Theorie) die Kröten, die bisher spät abends eingesammelt und über die Straße gesetzt werden mussten, auf ein Leitsystem treffen, das sie zur nächsten Röhre führt.

Für die Verkehrsteilnehmer zwischen Esterau und Diez ist weiterhin Geduld angesagt. Zur Halbzeit 13 Wochen nach dem Start am 22. März führt die Umleitung auch in den nächsten Monaten noch über Eppenrod, Görgeshausen, Hambach und Aull. Vom Ausgangspunkt hinter dem im Vorjahr erneuerten Abschnitt vor dem Waldparkplatz und der Einmündung zum Schießstand wurden die restlichen Fräsarbeiten an der alten Fahrbahn durchgeführt und bis auf einzelne Anschluss- und Übergangsbereiche Entwässerungsleitungen und zwei Drainage-Abschnitte installiert. Entlang der Fahrbahn sind teilweise Entwässerungsmulden und Sickeranlagen vorgesehen, um anfallendes Wasser aus dem umgebenden Gelände vom Straßenkörper fernzuhalten. Die Durchlässe der Krötentunnel – in Abständen von circa 50 Metern angeordnet – werden zum Teil mit der Muldenentwässerung kombiniert.

Zuweg zur Schießanlage

Ein Teil der alten Fahrbahn, vom Bauanfang (von Hirschberg aus kommend) bis zur Einfahrt der Schießanlage, wird nach Angaben des LBM später, wenn das Erdplanum erstellt wird, ausgebaut. Damit ist die Zufahrt zur Schießanlage uneingeschränkt für die Bundeswehr nutzbar. Mehrere Waldwegeanschlüsse werden allerdings zurückgebaut.

Bereits am 20. Juni soll vom Bauende auf der Altendiezer Seite bis zum Wanderparkplatz der Asphalt für die neue Fahrbahndecke eingebaut werden. Das LBM: „Die Asphaltarbeiten wurden in Abschnitte unterteilt, um parallel zu den restlichen Bauarbeiten mit den Amphibienleitreinrichtungen beginnen zu können und die Bauzeit so gering wie nur möglich zu halten.“ Anschließend würden die Portalelemente (senkrechte Betonplatten zum Abfangen der Bankette und Übergang der Amphibienleitbleche zu den Durchlässen) auf den Stirnseiten der Amphibiendurchlässe installiert, heißt es aus Diez.

Die weitere Planung sieht von Anfang bis Mitte Juli – also zwei Wochen nach dem ersten Asphalteinbau – den Start zum Bau der Amphibienleiteinrichtung vom Bauende (aus Altendiez in Richtung Hirschberg) vor. Gegen Ende Juli soll der restliche Asphalt eingebaut und verfestigt werden. Als weitere zu erstellende Leistungen nennt der Landesbetrieb das Anlegen der Wendeplätze für Forstwege, die nicht wieder an die Bundesstraße angeschlossen werden, Anschlüsse vorhandener Entwässerungsleitungen an die neue Vorflut, Befestigung des Versickerungsbeckens, Anpassung und Befestigung der angrenzenden Wirtschaftswege, Herstellen der Entwässerungsmulden und Bankette sowie der angrenzenden Böschungen, Installation der Schutz- und Leiteinrichtungen, Markierungen, Schilder und Leitpfosten.

Aufgrund der geringen Fahrbahnbreite muss aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen die Maßnahme unter Vollsperrung durchgeführt werden, heißt es vom Landesbetrieb Mobilität. Damit würde eine effizientere Ausführung erlaubt, die Sicherheit erhöht, Arbeit und Beeinträchtigung verkürzt. Die Länge des neuen Straßenbauabschnittes beträgt rund 1300 Meter mit einer künftigen mittleren Breite von 7,60 Meter. Die Kosten für den Ausbau betragen rund 1,8 Millionen Euro.

(hbw)
Zur Startseite Mehr aus Limburg

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse