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Ausstellung: Künstlerinnen schaffen Kunst zum Kreislauf des Lebens

Von Der Kreislauf des Lebens wird wohl kaum so deutlich wie in diesen beiden gegensätzlichen Ausstellungen, die zurzeit in der Bad Camberger Amthof-Galerie zu sehen sind. Zwei junge Künstlerinnen bieten echte Hingucker, die zum Nachdenken reizen.
Julia Saffer und Alenka Knaack (von links), im Vordergrund einige von Julia Saffers Keramikarbeiten. Foto: Petra Hackert Julia Saffer und Alenka Knaack (von links), im Vordergrund einige von Julia Saffers Keramikarbeiten.
Bad Camberg. 

Sehnsucht, Schmerz, krank, Herz, Enttäuschung, Liebe, freudlos, Wut, leer – Liebe ist durchgestrichen. Diese Worte hat Alenka Knaack an die Wand gehängt. Daneben ein Selbstportrait, ernst, fast düster. Tatsächlich hat die 34-jährige Fotografin eine schwere Zeit hinter sich. Als Au-pair-Mädchen ist sie nach Niederselters gekommen, hat deshalb von der Amthof-Galerie gehört und stellt jetzt dort aus. „Seelenbilder“ hat sie ihre Fotografien genannt.

Manche sind düster, andere ungemein anrührend, wie bei einem Waldspaziergang. Dann wird es explosiv. Das Kameraobjektiv konnte die Farben kaum einfangen. Durch Ziehen, Drehen, veränderte Belichtungszeiten ist es ihr gelungen, ein Bild zu fotografieren, das andere nur malen können. Knallige Farben in Orange und Rot, die großformatig wirken wie in einer überregionalen Kunstgalerie. Dann wird es wieder sehr persönlich. An einer Leine hängen an Klammern kleine Abzüge, Selbstportraits in Schwarz-Weiß. Das sieht fast aus wie daheim in einer Dunkelkammer. Ein etwas persönlicherer Blick auf die Fotografin, der zeigt, wie sie arbeitet – und was sie fühlt.

Kraft für schwere Zeiten

34 – ein noch recht junges Leben, doch die Mutter zweier Kinder macht sich Gedanken. Sie ist geschieden, fand in der Fotografie die Kraft, auch schwere Zeiten zu überstehen. Ihre Technik hat sie teilweise von einem Fotografen in der Slowakei abgeschaut, bei dem sie gearbeitet hat. Die Gedanken, die dahinter stehen: „Jetzt kümmere ich mich um die Familie. Aber die Kinder werden einmal aus dem Haus gehen. Was bin ich dann?“

„Was bin ich dann?“ – worüber definiert sich ein Mensch? Diese Frage stellt sich immer wieder bei den „Seelenbildern“, die eine Etage der Amthof-Galerie füllen. Hinzu kommt die zweite, und das passt genau: Fast wie Kokons wirken einige der Keramikarbeiten, die Julia Saffer ausstellt. Sie sind in den letzten beiden Jahren entstanden und vermitteln einen Eindruck von Geborgenheit und Stärke, symbolisiert durch die Rundungen. „Loop“ lautet das Oberthema, Schleife, Rundung, ein Sinnbild der Unendlichkeit. Manche Keramiken wirken wie filigrane Pflanzen und passen so in den Rhythmus von Entwicklung, Wachstum, Symmetrie. „Ich beschäftige mich mit den im Leben wiederkehrenden, teils scheinbar endlosen Prozessen“, sagt die Künstlerin, die dem starren Material den Eindruck von Bewegungen abverlangt.

Einheit und Harmonie

Die Spirale, Grundelement aller Arbeiten, steht für Einheit, Harmonie, die Verbindung von Leben und Tod, wie die Zeit endlos in Bewegung, ohne Anfang oder Ende.

Der Vorsitzende der Amthof-Galerie Klausjürgen Herrmann lud bei der Vernissage dazu ein, die unterschiedlichen Sichtweisen auf sich wirken zu lassen, was die Gäste der Vernissage gerne taten. Für alle anderen: Der Besuch lohnt sich.

Noch zweimal geöffnet

Wer mit den Künstlerinnen ins Gespräch kommen möchte: Alenka Knaack und Julia Saffer sind an allen Ausstellungstagen in der Amthof-Galerie. Sie ist noch an den beiden Sonntagen, 10. und 17. Dezember, bei freiem Eintritt von 11 bis 13 und von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

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