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Kreiskrankenhaus Weilburg: Lahn-Dill-Kliniken erwerben Minderheitenbeteiligung am Krankenhaus

Von Das Kreiskrankenhaus Weilburg und die Lahn-Dill-Kliniken Wetzlar rücken enger zusammen. Beim Pressegespräch stellten Vertreter der beiden Landkreise Verbesserungen in Aussicht.
Sie stellten die Vorteile der kreisübergreifenden Klinik-Kooperation vor (von links): Peter Schermuly, Wolfgang Schuster, Manfred Michel und Richard Kreutzer. Sie stellten die Vorteile der kreisübergreifenden Klinik-Kooperation vor (von links): Peter Schermuly, Wolfgang Schuster, Manfred Michel und Richard Kreutzer.
Weilburg. 

Die Lahn-Dill-Kliniken haben eine Minderheitenbeteiligung in Höhe von neun Prozent am Kreiskrankenhaus Weilburg erworben. Eine Kooperation soll die Kreisklinik dauerhaft als eigenständiges Krankenhaus erhalten.

Das versicherte gestern im Rahmen einer Pressekonferenz in der Einrichtung Landrat Manfred Michel (CDU) als Aufsichtsratsvorsitzender. Um das Ziel umzusetzen, soll die Kooperation mit den Lahn-Dill-Kliniken Wetzlar mit weiteren Standorten in Braunfels und Dillenburg intensiviert werden. Beide Partner sollten dadurch, so Michel, gestärkt werden.

Die Lahn-Dill-Kliniken haben eine Minderheitenbeteiligung am Kreiskrankenhaus in Weilburg in Höhe von neun Prozent erworben, wie der Landrat mitteilte. Für die Patienten der Oberlahn-Region soll das den Vorteil haben, dass das medizinische Angebot in Weilburg erhalten und sogar noch verbessert werden kann. Beispielsweise soll, wie Peter Schermuly, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses, erläuterte, am Standort Weilburg ein MRT etabliert werden. Realistisch gesehen sei dieser Plan in einem Jahr umsetzbar, erläuterte Schermuly. Die Magnetresonanz- oder Kernspintomografie genannte Technik kann die Organe des Körpers detailliert darstellen und macht viele krankhafte Veränderungen sichtbar. „Die Zusammenarbeit tut beiden Kliniken und der Region gut“, ist Landrat Michel überzeugt. Denn der Klinikmarkt in Deutschland werde immer härter. Die großen Player versuchten, ihn zu bestimmen.

Dagegen könnten kleinere kommunale Einrichtungen nur durch Kooperationen bestehen. Wolfgang Schuster (SPD), Landrat des Lahn-Dill-Kreises, weiß, dass sich im Klinikbereich die nächsten Jahre in Deutschland weiterhin einiges verändern werde. Es gebe auf dem Markt zu viele Krankenhäuser. So werde die Finanzierung erschwert, in der Hoffnung, dass sich dadurch der Mark von alleine regeln werde. Die Bevölkerung habe aber ein großes Interesse daran, dass eine medizinische Versorgung nach wie vor in Wohnortnähe möglich bleibe. Um diesem Wunsch zu entsprechen, mache eine Zusammenarbeit der benachbarten Einrichtungen Lahn-Dill-Kliniken sowie Kreiskrankenhaus Weilburg großen Sinn. Kommunale Krankenhäuser müssten nur kostendeckend arbeiten, keine Gewinnausschüttung vornehmen. Somit könne ein Plus direkt für bauliche Projekte sowie eine verbesserte medizinische Versorgung reinvestiert werden.

Radiologie in Planung

In den Lahn-Dill-Kliniken und in Weilburg soll auch die ambulante Versorgung gestärkt werden. Da es in der heutigen Zeit, wie Schuster weiß, schwer sei, Mediziner für eine Landarzttätigkeit zu gewinnen, mache die Einrichtung medizinischer Versorgungszentren in Kliniken Sinn. Fachbereiche, die in Weilburg nicht abzudecken seien, könnten dann am Standort Wetzlar abgedeckt werden.

Die Kooperation habe bereits im IT-Bereich für den Bürger nicht sichtbar begonnen. Kurzfristig sei zudem geplant, das Angebot in Weilburg durch den Aufbau einer Radiologie zu stärken. Schermuly betonte, dass Weilburg einen strategischen Partner gebraucht habe. In der heutigen Zeit sei es für kleine Kränkenhäuser immer schwerer, kostendeckend zu arbeiten. Das schafften nicht viele. Weilburg aber erwirtschafte auch dieses Jahr wieder ein Plus.

Immer mehr Häuser in Not

Schermuly denkt, dass in dringend etwas an den Rahmenbedingungen für Kliniken verbessert werden müsse. Er sprach die unzureichende Finanzierung von Krankenhäusern, die stetig steigenden Kosten sowie den Fachkräftemangel als Probleme an. Durch die Kooperation erwartet Schermuly für die Zukunft Vorteile bei der Investitionsförderung durch das Land Hessen. Wie Richard Kreutzer, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken, erläuterte, stärkt die Kooperation auch die Verhandlungsposition gegenüber den Kostenträgern. Da die Zusammenarbeit der Kliniken Mitarbeitern zudem bessere Entwicklungsmöglichkeiten bringe, rechnet Kreutzer ebenfalls damit, dass sie für Fachkräfte künftig wieder zu interessanteren Arbeitgebern würden.

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