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Grüne laden zur Versammlung ein: Lahntalbrücke: Widerstand gegen Brücke wächst

Verkehrsminister Alexander Dobrindt ist ein gefragter Mann, wenn es um die Bebauung der bestehenden Autobahnbrücke in Limburg geht. Investor Albert Egenolf war schon bei ihm, nun will auch die Initiative gegen die Bebauung der Brücke einen Termin beim Minister.
Egenolf möchte auf der Brücke Wohnungen errichten. Foto: Albert Egenolf/Archiv Egenolf möchte auf der Brücke Wohnungen errichten. Foto: Albert Egenolf/Archiv
Limburg. 

Albert Egenolf ist guten Mutes, denn er sieht durchaus gute Chancen, um seine Pläne zur Bebauung der bestehenden Autobahnbrücke umzusetzen. Doch der Widerstand in der Stadt scheint zu wachsen. Die bestehendene Bürgerinitiative, die sich gegen eine Bebauung wendet, will nun ein Gespräch mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Die Grünen wollen das Thema am Donnerstag in ihrer offenen Versammlung des Ortsvereins thematisieren.
 

Bilderstrecke Was wird aus der Lahntalbrücke?
397 Meter ist die Lahntalbrücke in Limburg lang, seit mehr als 70 Jahren rauschen Tag für Tag Autos über sie. Bereits im Jahr 2003 ergab die regelmäßige Bauwerksuntersuchung, dass die Brücke dringend instand gesetzt werden muss. Eine Notinstandsetzung und Erneuerung der Fahrbahnplatten ertüchtigte 2004 und 2005 das Bauwerk noch einmal für rund zehn Jahre. Doch jetzt ist es wieder Zeit für die Frage: Was wird aus der Lahntalbrücke? (Fotos: Archiv, Privat)Die Lahntalbrücke soll in Zukunft durch eine neue Brücke ersetzt und dann abgerissen werden - das sah der Plan ursprünglich vor. Die Runkeler Firma Egenolf hat nun jedoch die Idee vorgestellt, die alte Brücke weiter zu nutzen und Wohnungen an und auf ihr errichten.Ein besonderer Pluspunkt, der Interessierte anlocken könnte, ist die tolle Aussicht, die sich von der alten Brücke aus bietet.


Der Ortsbeirat von Eschhofen hat sich bisher sehr abwartend geäußert und einen Katalog an Bedingungen genannt, die im Zusammenhang mit einer Brückenbebauung aus Eschhöfer Perspektive eingehalten werden sollten. Nach Angaben von Daniel Stenger (SPD) ist bei der jüngsten Ortsbegehung im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ das Thema Brückenbebauung von den Bürgern auch immer wieder angesprochen worden. Mit einer eindeutigen Tendenz: Keine Bebauung.

Alle Artikel zur geplanten Bebauung der Lahntalbrücke

Nach Angaben von Stenger wird es Aufgabe des Ortsbeirats sein, in den kommenden Tagen und Wochen einmal nachzuhören, wie breit ein Widerstand in der Bevölkerung verwurzelt ist. Und bei Bedarf müsse nach Wegen gesucht werden, den Widerstand auf die Füße zu stellen.

 

Treffen mit Minister

 

Das wird möglicherweise im Schulterschluss mit dem Ortsbeirat in Dietkirchen geschehen. Zumindest signalisiert Ortsvorsteher Bernhard Eufinger (CDU) ein gemeinsames und abgesprochenes Vorgehen. Dass dies zu einer Zustimmung für eine Bebauung der Brücke führt, schließt Eufinger dabei kategorisch aus.

Widerstand gegen eine mögliche Bebauung der Brücke zu leisten, das ist von Beginn an das Ziel einer Bürgerinitiative, die Leo Vanecek mit ins Leben gerufen hat. Die Inititative will nun auch ein Gespräch mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) führen. Der hatte Investor Albert Egenolf, der von Limburgs Bürgermeister Martin Richard und dem Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch (beide CDU) am Freitag, 4. Juli, die Möglichkeit gegeben, seine Vorstellungen und Pläne mit einer Bebauung mit Hotel, Büros und Wohnungen persönlich vorzustellen. Ziel der Bürgerinitiative ist es, dem Minister auch Argumente gegen eine mögliche Bebauung nahezubringen und zu erläutern. Um die Bebauung der Brücke zu verhindern, strebt die Initiative auch ein Bürgerbegehren und einen anschließenden Bürgerentscheid an.

 

Planungsrecht

 

Neue Erkenntnisse wollen die Grünen am Donnerstag, 31. Juli, in der Gaststätte „Schwarzer Adler“ vorstellen. Dort beginnt um 19.30 Uhr eine Sitzung des Ortsverbands, die jedoch allen Interessierten offen steht, wie Barbara Sylla-Belok für die Grünen betont. Die Grünen haben sich nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen auf Landes- und Bundesebene umgetan, um möglichst Informationen aus erster Hand zu dem Vorhaben zu erhalten. Dabei seien zahlreiche Gespräche geführt und neue Erkenntnisse vor allem zu den planungsrechtlichen Aspekten gewonnen worden.

In der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Limburger Stadtverordnetenversammlung vor der Sommerpause hatte es reichlich Kritik an dem Brückenbau-Investor und auch Bürgermeister Martin Richard und seine Begleitung nach Berlin gegeben. Allerdings stuft Richard die Chancen für eine Brückenbebauung als relativ gering ein. 20:80, so stehen nach seiner Einschätzung die Chancen. Richard hatte den Mitgliedern des Ausschusses berichtet, wonach sich der Bund als Eigentümer der Brücke eine Veräußerung sehr gut vorstellen könne.

„Eine Nummer zu groß für Limburg“, „unseriös“ oder auch Klage über eine „zurückhaltende“ Informationsstrategie des Investors, das alles wurde von Vertretern verschiedener Fraktionen im Ausschuss geäußert. Und der in der NNP geäußerte Vorwurf des Investors („Hat die Brücke eine Zukunft?“ in der Ausgabe vom 16. Juli), die Kritiker würden sich nicht informieren, wurde natürlich zurückgewiesen. jl

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