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Starkregen vom 5. Juli: Land erkennt Katastrophenfall an - Betroffene sollen zügig Anträge stellen

Von Das Land Hessen hat den Starkregen vom 5. Juli als Katastrophenfall anerkannt und den Geschädigten finanzielle Hilfe versprochen. Schon jetzt sind dem Landkreis Limburg-Weilburg Schäden von rund einer halben Million Euro gemeldet worden, erklärte Landrat Manfred Michel (CDU) gestern in einem Pressegespräch.
Eine einzige Schlammwüste gab es am 5. Juli in der Leistenbachstraße Aumenau, wo das Unwetter heftig wütete. Foto: Klaus-Dieter Häring Eine einzige Schlammwüste gab es am 5. Juli in der Leistenbachstraße Aumenau, wo das Unwetter heftig wütete.
Limburg-Weilburg. 

Die Kreisverwaltung in Limburg hat Unwettergeschädigte aufgerufen, ihre vom Starkregen am 5. Juli verursachten Schäden möglichst zügig zu melden. Zuständig sind die Kommunen oder auch der Landkreis. Das Land, so Landrat Manfred Michel (CDU) und der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung (SPD), habe anerkannt, dass es sich bei dem Unwetter am 5. Juli um einen Katastrophenfall handelt, für den die im Jahr 2015 erlassenen Notfallrichtlinien gelten. Das heißt: 70 Prozent des Schadens zahlt das Land, jeweils 15 Prozent zahlen die Kommunen und der Landkreis. Berücksichtigt werden allerdings nur Schäden ab einer Höhe von 5000 Euro. Ein weiterer Faktor für Hilfeleistungen ist die Einkommenshöhe der Betroffenen.

Frist verlängert

Von dem Unwetter besonders gebeutelt waren die Gemeinden Villmar, Weinbach, Runkel und Weilmünster. Die meisten Schäden gab es in Villmar. Jung und Michel betonten, dass der Kreis nach dem Unwetter rasch gehandelt habe. So wurde beim RP Gießen die eigentlich vorgeschriebene Ein-Wochen-Frist um zwei Tage verlängert, um ein möglichst genaues Bild von der Schadenslage abgeben zu können.

Damit die Betroffenen finanzielle Unterstützung erhalten, müssen sie Anträge stellen. Diese gibt es in den zuständigen Rathäusern und sind bis spätestens 30. August einzureichen. Berücksichtigt werden auch Schäden, die bisher noch nicht gemeldet worden sind, so dass sich die Gesamtschadenssumme durchaus noch erhöhen könne, so Jung. Jeder einzelne Schaden wird anschließend von einer Bewertungskommission besichtigt und begutachtet. Neben Kreisbrandinspektor Georg Hauch sind auch Vertreter der Bauämter Mitglied in dieser Kommission. Jung zeigte sich erleichtert über die Hilfszusage des Landes. Denn ihm seien einige Härtefälle bekannt. So sei im Haus einer alten Dame in Laubuseschbach der Keller mit der Heizung darin überflutet worden. Schlimm habe es auch die Bahnhofsgaststätte in Aumenau und die Schmiede Balbach in Laubuseschbach erwischt.

Neben der Bewältigung der Schäden der Vergangenheit gelte es aber auch, sich Gedanken zu machen, wie mit Unwettern in Zukunft umgegangen werden soll und ob Vorkehrungen getroffen werden können, um wenigstens das Schlimmste zu verhindern. Dazu trifft sich am 16. August die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien in der Aumenauer Eichelberghalle mit allen Bürgermeistern der vom Starkregen betroffenen Kommunen. Jede Gemeinde, so Jung, müsse sich ihre Topographie genau anschauen und über mögliche Präventionsmaßnahmen nachdenken, seien es der Bau von Retentionsräume oder Schwellen, aber auch das Beseitigen von seitlichen Dämmen.

Lösung für K 468 gesucht

Thematisiert werden dürfte auch die Situation auf der Kreisstraße 468 zwischen Aumenau und Münster. Dort sind nach Meinung von Anliegern der Leistenbachstraße die Kanäle viel zu klein dimensioniert, um größere Regenmengen aufzunehmen. Kritik wurde auch am Einbau von Geröll in die seitlichen Regenablaufrinnen geübt, was dazu geführt habe, dass Schächte verstopft worden seien. Michel: „Wir wissen noch nicht, wie wir das Problem in den Griff bekommen, aber hier müssen alle Behörden und auch die Landwirtschaft an einem Strang ziehen.“ Der Landrat hält es allerdings für fraglich, ob beispielsweise Querrinnen mit hoher Geschwindigkeit überschießendes Wasser aufhalten können.

Einig sind sich Michel und Jung darin, dass der 5. Juli nicht der letzte Starkregen im Landkreis Limburg-Weilburg gewesen sein dürfte. Solche Ereignisse würden sich in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederholen, verweist Jung auf jüngste Erkenntnisse zum Klimawandel. Sowohl die aktuelle Hitze und Trockenheit als auch eine Häufung von Regenfällen seien von den Klimaforschern vorhergesagt worden.

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