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Limburger Innenstadt: Landrat-Vorschlag: Nordtangente statt Südumgehung

Von Der Vorstand des Vereins gegen die Südtangente/Alttrasse hat bei der Jahreshauptversammlung im Blumenröder Begegnungszentrum deutlich gemacht, dass Luftverschmutzung in Limburg kein Argument für den Bau der Südtangente sein kann. Stattdessen begrüßten die anwesenden Mitglieder die von Landrat Manfred Michel (CDU) vorgestellte Vision einer Nordtangente an Staffel vorbei.
Stephan Vogt: Feinstaubbelastung ist kein Argument für die Südtangente. Stephan Vogt: Feinstaubbelastung ist kein Argument für die Südtangente.
Limburg. 

Abschied nehmen hieß es während der Jahreshauptversammlung des Vereins Bürger gegen die Südtangente/Alttrasse vom 1. Vorsitzenden Volkmar Wruck, der nach zwölf Jahren an der Vereinsspitze an einer schweren Erkrankung verstorben ist. 2. Vorsitzender Ulrich Schulz gedachte seines Kollegen, der in der heißen Phase des Vereins ein wichtiger Akteur gewesen sei.

Vorstandsmitglied Stephan Vogt machte deutlich, dass der Verein keine weitere heiße Phase erleben wolle. Als vor eineinhalb Jahren der erste Entwurf des Bundesverkehrsministeriums für den künftigen Verkehrswegeplan vorgestellt wurde, sei die Limburger Südumgehung, wie Vogt erläuterte, „mausetot gewesen“. Das Projekt sei zunächst nur in die vierte und unterste Kategorie „weiterer Bedarf“ einsortiert gewesen, so dass die Gegner bis 2030 eigentlich auf der sicheren Seite gewesen wären.

Priorität verhindert

Doch dann hätten, wie der Referent erklärte, die Industrie- und Handelskammer Limburg sowie die Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch (CDU) und Martin Rabanus (SPD) Briefe an das Ministerium geschickt. Limburgs Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) sei sogar persönlich in Berlin gewesen, um die Südtangente wieder in den vordringlichen Bedarf zu bekommen. Natürlich habe der Verein gegen die Südtangente in einem Brief auch die Gegenargumente genannt, betonte Vogt. Es sei verhindert worden, dass das Projekt wieder Priorität erhält, doch immerhin sei es eine Kategorie nach oben in „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ gerückt.

Vogt sagte, dass in Berlin zunächst einmal alles gefördert werde, was in den Kategorien eins und zwei genannt ist. Folglich bleibe es unwahrscheinlich, dass bis 2030 vom Bund Mittel für die Südumgehung eingestellt würden. „Wir können aber nicht sagen, was passiert, wenn eine neue Bundes- oder Landesregierung ans Ruder kommen würde“, warnte Vogt vor zu viel Selbstsicherheit. Zumal Bürgermeister Hahn nach wie vor die Südtangente als erforderlich bezeichne, um die Luftprobleme in Limburg zu lösen.

„Falsche Diskussion“

Da Vogt aber davon ausgeht, dass in Deutschland bis 2025 die Hälfte der Kfz-Neuzulassungen Hybrid- und Elektrofahrzeuge sein werden, werde die Luftbelastung schon kein Problem mehr darstellen, bevor überhaupt mit dem Bau der Südumgehung begonnen werden könnte. Hahn führe eine falsche Diskussion, meinte Vogt.

Dass die Stadt Limburg für die bessere Luftreinhaltung etwas tun muss, ist aber auch Vogt klar, da 80 Prozent der Feinstaubbelastung vom Autoverkehr herrührten. Landrat Michel sagte, dass es mit der Verkehrsbelastung auf Schiede und Diezer Straße nicht mehr weitergehen könne wie bisher. Er sehe von seinem Büro aus, welche Masse an Schwerlastverkehr sich in diesem Bereich tagtäglich bewege, so der Chef der Kreisverwaltung. „Den dort lebenden Menschen kann man diese Belastung nicht mehr länger zumuten“, sagte Michel.

Obwohl es normalerweise nicht sein Ding sei, sich in Limburger Stadtpolitik einzumischen, habe er eine Alternative entwickelt für den Fall, dass die Südumgehung nicht kommt. Die Staffeler Brücke müsse der Kreis, wie Michel erläuterte, sowieso zeitnah sanieren oder erneuern lassen. Folglich könne eine neue Staffeler Brücke auch an andere Stelle gebaut werden, um den Fernverkehr schon vor der Staffeler Wohnbebauung abzufangen.

„Chancen groß wie nie“

Über das Schirlinger Feld könne auch das große Diezer Industriegebiet angeschlossen werden, um den Schwerlastverkehr aus der Limburger Innenstadt herauszuhalten. Die alte Staffeler Brücke würde laut Michel bleiben, damit die Staffeler mit ihren Autos weiterhin direkt nach Limburg fahren könnten. Michel erklärte, dass die Chancen für eine solche Nordumgehung nie größer als jetzt gewesen seien. Denn Limburg sei eine der am meisten mit Schadstoff belasteten Städte Hessens, und da sei der Bund gewiss bereit, Fördermittel zur Verfügung zu stellen, um dagegen etwas zu tun. Der Ball liege nun bei der Stadt Limburg, die Planungen in diese Richtung voranzutreiben. „Der Kreis wird nur die neue Staffeler Brücke bauen, und hierfür erwarten wir von der Stadt bald eine Aussage, was sie will“, so der Landrat. Aus der Mitgliederversammlung wurde Michels Idee als „unglaublich gut“ bezeichnet. Selbst wenn Bürgermeister Hahn eine untertunnelte Südumgehung durchsetzen könne, würde das ja nicht das Feinstaubproblem lösen, hieß es.

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