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Langner: Flüchtlinge in der neuen Heimat herzlich begleiten

Werbung für ein tolerantes, weltoffenes Land, das Flüchtlinge willkommen heißt. Sozialstaatssekretär David Langner rief beim Roten Sonntag in Altendiez dazu auf, sich intensiv um diese Menschen zu kümmern, sie zu begleiten.
Toleranz und Engagement forderte Sozialstaatssekretär David Langner in Altendiez im Umgang mit Flüchtlingen.	 Foto: Westerweg Toleranz und Engagement forderte Sozialstaatssekretär David Langner in Altendiez im Umgang mit Flüchtlingen. Foto: Westerweg
Altendiez. 

August-Bebel-Tag

 

Vielleicht wäre August Bebel auch heute gar kein so schlechter Ratgeber. Am 22. Februar, dem Tag des 175. Geburtstags, an einem „besonderen Tag für die SPD“ also, an diesem Tag erinnerte Landtagsabgeordneter Jörg Denninghoff an die Schaffenskraft eines Mannes, der „vieles auf den Weg gebracht“ hat – unter anderem für die Gleichberechtigung der Frau. Vielleicht hätte einer der Begründer der deutschen Sozialdemokratie ein (Patent-)Rezept für ein Thema, dem sich David Langner an diesem Vormittag widmen sollte – der Flüchtlingspolitik.

Den Debatten der letzten Wochen, vorweg ihren Auswüchsen und Erscheinungen, erteilte der Staatssekretär im Mainzer Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie schon mit seinen ersten Worten eine deutliche Absage. Ressentiments sollten nicht gepflegt, Ängste nicht geschürt werden, sagte der Landespolitiker vor Parteifreunden und Funktionären in der Lahnblickhalle. Es solle deutlich gemacht werden, dass diese Menschen willkommen sind, dass man ihnen eine neue Heimat gibt, sich um sie kümmert und sie in der neuen Umgebung begleitet. Durch breite Schichten der Bevölkerung ziehe sich das Bewusstsein, ein tolerantes und weltoffenes Land zu sein, diesen Kurs wolle die Landesregierung bewusst unterstützen, hieß es beim Roten Sonntag.

 

Herausforderungen

 

Mochte David Langner noch betonen, dass sich die Situation angesichts der 10 000 im Land aufgenommenen Flüchtlinge doch relativiere, so musste der Gast einräumen, dass sich mit fortsetzendem Zustrom die Herausforderungen erhöhten. 90 Millionen Euro seien für die Unterbringung bereitgestellt, davon 52 Millionen an die Kommunen gegeben worden. „Wir können die Kommunen nicht allein lassen“, nannte der Staatssekretär die dezentrale Unterbringung eine humane und gute Lösung, die soziale Kontakte erleichtere.

Nach Politik und Öffentlichkeit nahm der SPD-Politiker aber auch die Zuwanderer in die Pflicht. Um am normalen Leben teilnehmen zu können, um in Zeiten des Fachkräftemangels mit guter Qualifikation so früh wie möglich in Arbeit zu kommen, sei die Sprache wichtig. Die Zahl der Intensivkurse sei inzwischen verdoppelt, die Lehrerstellen um 300 erhöht worden.

 

Strukturen vor Ort

 

Vor den Zuhörern, darunter mit Claudia Schäfer eine vielversprechende Kandidatin für das Amt der Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde, zog der Referent („wir brauchen ein Einwanderungsgesetz“) auch klare Grenzen. Es müsse deutlich gemacht werden, wo Asyl nicht möglich sei, sprach sich Langner dafür aus, im Kosovo „vor Ort Strukturen zu schaffen“. Zu den Forderungen, klare Regeln zu setzen über Asylbedingungen, gehört für den Sozialstaatssekretär auch die Reduzierung der Antrags-Bearbeitungszeit auf drei Monate.

Klar sei ein hohes Maß an Toleranz erforderlich, um überhaupt Integration vor Ort zu ermöglichen, sprach Langner neben „Netzwerke schaffen“ und „Kräfte bündeln“ den Einsatz ehrenamtlich Engagierter an. Toleranz wünschte sich der Gastredner zudem bei einem anderen Kraftakt: Muslime sind Teil der Gesellschaft, differenzierte der Sozialdemokrat umstrittene Äußerungen vor dem Hintergrund diverser Negativbeispiele und riet, ein wachsames Auge auf Radikalisierung zu halten. Um Hürden gemeinsam abzubauen, müssten sich muslimische Gemeinden öffnen.

Ein Jahr vor der Landtagswahl rückte David Langner Rheinland-Pfalz als starkes Bundesland mit hoher Beschäftigungsquote und niedriger Arbeitslosigkeit ins rechte Licht. Über Jahrzehnte hinweg sei es gelungen, in einem von kleinen mittelständischen Unternehmen geprägten Land gemeinsam Lösungen zu finden. Angefangen im Kindergarten hätten heute alle gleich gute Bildungschancen.

(hbw)
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