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Inklusionspreis vergeben: Leuninger-Schule und andere Vorbilder

Wenn jeder Mensch, mit oder ohne Behinderung überall dabei sein kann, gibt es keine Ausgrenzung, dann ist Inklusion gelungen. Es gibt im Landkreis Vorbilder, die dies umsetzen und vorleben. Gestern wurden sie in Limburg ausgezeichnet.
Die Vertreter der Mengerskirchener Franz-Leuninger-Schule freuten sich über den Inklusionspreis aus den Händen von Wolfgang Groh (links) und Prof.Dr. Rüdiger Pichler (2.v.r.). Die Vertreter der Mengerskirchener Franz-Leuninger-Schule freuten sich über den Inklusionspreis aus den Händen von Wolfgang Groh (links) und Prof.Dr. Rüdiger Pichler (2.v.r.).
Limburg. 

Die Mengerskirchener Franz-Leuninger-Schule ist mit dem 1. Inklusionspreis der IFB-Stiftung in der Limburger Kohlmaier-Halle gewürdigt worden. An der Schule wird seit Jahren konsequent Inklusion gelebt, wie Professor Dr. Rüdiger Pichler das einstimmige Jury-Votum begründete. Dort seien behinderte wie nichtbehinderte Schüler und Mitarbeiter gleichberechtigt und könnten gleichermaßen auch ihre Ideen einbringen.

An der Leuninger-Schule könne jedes Kind, das wolle, lernen. Und für Pichler gibt es keinen Grund, warum andere Schulen nicht auch genauso Inklusion leben könnten. Die Leuninger-Schule sei unter sechs Bewerbungen ausgewählt worden, damit durch ihr Vorbild hoffentlich andere Schulen animiert würden, die Teilhabe Behinderter am schulischen Leben ebenfalls stärker in den Fokus zu rücken. Der Preis ist mit 3500 Euro dotiert.

Ein Sonderpreis plus 500 Euro Preisgeld ging an das Weilburger Forum, das einen Kunstpfad für Blinde und Sehbehinderte entwickelte. An diesem Projekt findet es Pichler faszinierend, dass dort das scheinbar Unmögliche möglich gemacht werde. Mit dem Kunstpfad würden Menschen durch Greifbares wie Skulpturen oder Blindenschrift Werke nähergebracht, die sie nicht oder nur sehr schlecht sehen könnten.

Schwere Entscheidung

Nach Angaben des Jury-Sprechers waren aber alle Teilnehmer preiswürdig, und so hatten es die fünf Entscheidungsträger, darunter Ex-Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), schwer, zwei Preisträger auszusieben. Denn auch was die Kreismusikschule Limburg mache, Behinderte verschiedener Einschränkungsklassen musizieren mit Nichtbehinderten, sei höchst lobenswert. Genauso sei es eine tolle Sache, wenn beim „FC Herbstlaub“ aus Oberbrechen Behinderte Fußball spielen und dabei Spaß haben können. Das Evangelische Dekanat Runkel bot ein Naturschutzprojekt für behinderte wie nichtbehinderte Kinder an und der Beratungsstelle „Pro Familia“ Limburg ist es ein Anliegen, die Devise „Liebe, Sex und Partnerschaft für alle“ zu leben.

Der Preis war diesmal nur für Projekte aus dem Landkreis Limburg-Weilburg ausgeschrieben, doch die Stiftung kann sich vorstellen, dass er bundesweit ausgeschrieben wird, um gemeinsam noch mehr bewegen zu können.

IFB steht für Inklusion durch Förderung und Betreuung. Seit 1959 werde das Motto „Soviel Selbstbestimmung wie möglich, soviel Betreuung wie nötig“ in der Einrichtung umgesetzt. IFB betreut Menschen durch alle Lebensphasen, von der Frühförderung für Kleinkinder mit Handicap bis zu Hospizen, wie IFB eines in Hadamar betreibt. Insgesamt werden mittlerweile in Hessen 1500 Menschen in 55 Einrichtungen von der Organisation betreut.

IFB-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Groh sagte, dass in den Anfängen der Arbeit an Inklusion in Kindergärten und Schulen noch gar nicht zu denken gewesen sei. Heute werde Inklusion in vielen Einrichtungen umgesetzt. Durch seinen Preis wolle IFB andere ermuntern, etwas zu tun. „Solange unsere Gesellschaft Menschen noch in Behinderte und Nichtbehinderte einteilt, haben wir einen langen Weg vor uns“, sagte Groh.

„Ich finde es eine gute Idee, das Thema Inklusion durch den Preis in die Öffentlichkeit zu bringen“, betonte SPD-Landtagsabgeordneter Tobias Eckert als Schirmherr. Es gehe darum, bei den Bürgern eine Grundeinstellung zu erzeugen. Inklusion sei erreicht, wenn nicht mehr darüber geredet werden müsse, glaubt Eckert. Das Land leiste auch seinen Beitrag unter anderem über die Schulpolitik. „Wenn man wirklich will, funktioniert an den Schulen gemeinsames Lernen“, ist Eckert überzeugt. rok

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