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Bundeselternrat klärt auf: Licht ins bürokratische Gestrüpp der Schulgesetze

Von Der pensionierte Studiendirektor Hans-Joachim Bärenfänger aus Elz versucht als Mitglied des Bundeselternrates Licht ins bürokratische Gestrüpp des Schulgesetze zu bringen.
Hans-Joachim Bärenfänger setzt sich für die Interessen von Eltern und Schülern ein. Hans-Joachim Bärenfänger setzt sich für die Interessen von Eltern und Schülern ein.
Elz. 

Hans-Joachim Bärenfänger (70) kennt Schule aus den verschiedensten Perspektiven. Als Studiendirektor an der Limburger PPC-Schule war der Elzer auch Mitglied der Schulleitung. 2012 ging er in den Ruhestand. Zu seinem ehrenamtlichen Engagement als Elternvertreter kam Bärenfänger vor rund vier Jahren. Damals machte sich an den hessischen Gymnasien wegen der Einführung von G 8 Unmut breit. Sein heute 15-jähriger Sohn besuchte die Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar. Über den Elternbeirat der FJL-Schule wurde Bärenfänger in den Kreiselternbeirat und schließlich im Jahr 2015 in den Landeselternbeirat gewählt. Und jedes Bundesland stellt acht ehrenamtliche Delegierte für den zwei Mal im Jahr in Potsdam tagenden Bundeselternrat. Vor zwei Jahren wurde Bärenfänger in dieses Gremium delegiert.

Individuelle Probleme können im Bundeselternrat nicht gelöst werden, erklärt der Elzer. Auf dieser Ebene gehe es um übergreifende Lernfragen des Bildungssystems. Zum Beispiel darum, die unterschiedlichen Schulstrukturen in den Bundesländern anzugleichen. Aber die Länder mit ihrer Kultushoheit bundesweit auf einen Nenner zu bringen – da stoße man immer wieder an Grenzen, hat Bärenfänger im Laufe der Jahre festgestellt. Jedes Land habe andere Lehrpläne. Die größten Probleme entstehen, wenn durch Umzug der Eltern ein Schulwechsel ansteht. Oft werden, so Bärenfänger, Abschlüsse aus weiterführenden Schulen in einem Bundesland, auch zwischen Hessen und dem benachbarten Rheinland-Pfalz, nicht anerkannt.

Ferienabstimmung

Allein schon die Ferienabstimmung sei bundesweit ein Problem, so Bärenfänger. Bayern und Baden-Württemberg halten sich da regelmäßig raus. Die Bayern verteidigen noch immer den Termin für die Sommerferien zum Ende des Sommers. Und dann gibt es da noch die Einführung der Inklusion an den Schulen. Diese werde, auch in den Elterngremien, kontrovers diskutiert. Eine Patentlösung, um auch behinderte Kinder in einer Regelschule zu unterrichten, gibt es auch für Bärenfänger nicht. Aber er setzt sich im Landeselternbeirat dafür ein, dass die Lehrer eine entsprechende Weiterbildung erhalten. Leider, so Bärenfänger, fehle dafür bei den Ländern oft das nötige Geld.

„Von Juristen umzingelt“

Die Arbeit im Landeselternbeirat und im Bundeselternrat ist also nicht gerade einfach. „Und dann bin ich in diesem Gremium auch noch von Juristen umzingelt“, sagt Bärenfänger.

Dennoch behält er seine Motivation für das Ehrenamt im Blick: Es geht ihm darum, den gesellschaftlichen Blick auf die Bildung und auch auf die betriebliche Berufsausbildung und das duale Studium zu verstärken. Die Etablierung der Hochschule Mittelhessen in Limburg sei für die Domstadt „wie ein Sechser im Lotto“, sagt der Bildungsexperte Bärenfänger.

Er selbst kennt die Möglichkeiten des beruflichen Aufstieges aus eigener Erfahrung. In Eschhofen geboren, verlor er schon als Siebenjähriger seinen Vater durch einen tödlichen Arbeitsunfall. Er absolvierte nach Volksschule und Handelsschule erfolgreich eine Lehre zum Bankkaufmann in Limburg. Über den zweiten Bildungsweg machte er Abitur, studierte Betriebswirtschaft, Wirtschaftspädagogik und Politik, machte Diplome und Prädikatsexamina.

Bärenfänger spricht heute von einer Inflation von Abiturienten mit einem Anteil von rund 57 Prozent. Als Alarmzeichen wertet der heute 70-Jährige den Anteil der Studienabbrecher von rund 27 Prozent. Deshalb setzt Bärenfänger auch weiterhin auf eine Förderung von Ausbildung und Studium. Die ganze Welt beneide Deutschland um seine guten Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Diese sollten genutzt werden. „Das Bildungssystem ist so toll, dass jeder was erreichen kann und das so gut wie kostenlos“, sagt Bärenfänger.

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