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Ab Januar 2018: Limburger Innenstadt wird zur Umweltzone

Von Vom 1. Januar 2018 an dürfen nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette in die Limburger Innenstadt fahren. Wer sich daran nicht hält, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro. Für Lkw-Fahrer ändert sich dagegen nichts. Ein Durchfahrtsverbot ist vom Tisch, also gibt es auch keine Umleitung durch Blumenrod.
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Die Stadt Limburg atmet auf. Das hat nichts mit der Atemluft in der Innenstadt zu tun; die ist auch weiterhin schlecht. Aber eine drohende Lkw-Umfahrung mitten durch Blumenrod, um die Schiede-Kreuzung zu entlasten, ist vom Tisch. Das freut die Stadt, aber richtig glücklich ist sie trotzdem nicht, weil sie beim gestern bekannt gewordenen Luftreinhalteplan durchaus große Defizite sieht.

Das Wiesbadener Umweltministerium wollte ein Lkw-Durchfahrtsverbot in Limburg, weil dies die effektivste Maßnahme gewesen wäre, die Luftqualität in der Innenstadt zu verbessern. Die Stadt Limburg war aber strikt dagegen, weil die angedachte Umleitungsstrecke durch Wohngebiete, an Kindergärten, Altenheimen und Schulen vorbeigeführt hätte. Offenbar fand die Stadt einen Verbündeten im Verkehrsministerium, der das genau so kritisch sah wie die Stadt. Der Lkw-Verkehr aus Rheinland-Pfalz wird sich also weiter durch die Diezer Straße auf die Schiede-Kreuzung quälen.

Bußgeld von 80 Euro

Dafür werden große Teile der Limburger Innenstadt vom 1. Januar an zur Umweltzone. Das heißt: Wer ein Auto ohne, mit gelber oder mit roter Plakette fährt, darf nicht mehr mit dem Auto in die Limburger Innenstadt fahren. Wer das ignoriert, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 80 Euro.

Gewünscht hätte sich das Umweltministerium eine blaue Plakette, die auch manch modernes Dieselfahrzeug nicht bekommen hätte, aber die gibt es noch nicht. „Hier steht der Bund auf der Bremse und verweigert bisher die notwendige Änderung der Kennzeichnungsverordnung“, kritisiert Umweltministerin Priska Hinz (Grüne).

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Kommentar

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Die Umweltzone gilt nicht in den Limburger Stadtteilen und auch nicht in der gesamten Innenstadt. Betroffen ist die City mit den Straßen, die direkt zur Schiede-Kreuzung führen; außerdem sind Teile von Blumenrod und der Brückenvorstadt betroffen.

Der Grenzwert beim Atemgift Stickstoffdioxid (entsteht vor allem durch Abgase) liegt bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, Limburg kommt an der Messstelle an der Schiede im Schnitt auf derzeit 60 Mikrogramm. Mit folgenden Maßnahmen soll die Luftqualität außerdem verbessert werden.

  Der Radverkehr soll weiter gefördert werden; sichtbarstes Zeichen dafür sind die Fahrradschutzstreifen auf dem Asphalt.

  Der städtische Fuhrpark soll auf emissionsarme Fahrzeuge umgestellt werden und die Elektromobilität gefördert werden.

  An den Limburger Zufahrtsstraßen sollen Hinweisschilder aufgestellt werden, die die Verkehrsteilnehmer auffordern, über die Autobahn zu fahren, wenn die Limburger Innenstadt kein Fahrtziel ist.

Stadt sieht „einige Defizite“

Die Vertreter der Stadt selbst reagierten mit Erleichterung darauf, dass es kein Lkw-Durchfahrtsverbot mit einer Umleitungsstrecke durch Blumenrod gibt, sehen aber auch „einige Defizite“.

„Es fehlen die Ansätze, die Region mit einzubinden“, sagte Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD). Er bezieht sich damit auf den Verkehr aus Rheinland-Pfalz, der über Diez täglich die Stadt erreicht. Wie dieses grundsätzliche Problem gelöst werden könne, dafür gebe es leider keinerlei Ansätze.

Die fehlende Zusammenarbeit der Länder zeige sich auch im Bus- und Bahnverkehr. „Es gibt keine Aussagen darüber, dass die Verkehrsverbünde diesseits und jenseits der Landesgrenze zum Beispiel einen gemeinsamen Tarif anstreben sollen“, kritisiert der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU). Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die in Rheinland-Pfalz wohnen, hätten deshalb keine Möglichkeit, das Job-Ticket in Anspruch zu nehmen.

Ebenfalls ein Problem aus Sicht der Stadt: Die Autobahn spielt im Luftreinhalteplan keine Rolle. Die Stadt ist davon überzeugt, dass die A 3 sehr wohl zur Schadstoffbelastung beiträgt, was das Umweltministerium allerdings nicht so sehe. Der Stadt geht es dabei vor allem darum, dass ausgerechnet die belastete Limburger Innenstadt eine Ausweichstrecke ist, wenn es auf der A 3 einen Stau gibt.

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