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Problem mit Schülerverkehr: Linie LM-11 verkehrt vom Winter an nur noch bis Hundsangen

Von Kinder und Jugendliche aus sechs Westerwald-Gemeinden, die in Hadamar und Limburg die Schule besuchen, haben möglicherweise von Dezember an ein Problem, zur Schule zu kommen: Eine wichtige Buslinie verkehrt dann nur noch zwischen Limburg und Hundsangen. Der Westerwaldkreis ist um eine Lösung bemüht.
Noch fahren die roten Busse der DB Regio Bus aufder Linie LM-11 zwischen Limburg und Bilkheim. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember fährt die Strecke nicht nur ein neuer Anbieter, der RMV hat die Busverbindung auch verkürzt. Foto: Knapp Noch fahren die roten Busse der DB Regio Bus aufder Linie LM-11 zwischen Limburg und Bilkheim. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember fährt die Strecke nicht nur ein neuer Anbieter, der RMV hat die Busverbindung auch verkürzt.
Limburg/Wallmerod. 

Der Fahrplanwechsel im Dezember hat massive Auswirkungen auf den Schülerverkehr zwischen sechs Gemeinden der Verbandsgemeinde Wallmerod und den Schulstandorten Limburg und Hadamar. Denn die für den Schülerverkehr wichtige Buslinie LM-11 wird nach einer Entscheidung des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) nur noch zwischen Limburg und Hundsangen verkehren und nicht mehr bis Bilkheim und Salz fahren. Davon betroffen sind Schüler aus den Orten Steinefrenz, Bilkheim, Salz, Molsberg, Weroth und Wallmerod.

Erich Ricker aus Steinefrenz, Vater zweier schulpflichtiger Kinder, engagiert sich schon seit Monaten, um auf das Problem bei Schulleitern, dem Schulamt in Weilburg und den beiden Landkreisen aufmerksam zu machen. Er geht nach seinen Recherchen von mehr als 160 potenziell betroffenen Schülern aus. Seine Tochter besucht die Marienschule in Limburg, sein Sohn kommt 2019 ins fünfte Schuljahr, in Hadamar oder in Limburg.

Kommt ein Zubringer?

Der Westerwaldkreis als Schulträger ist nach eigenen Angaben um eine Lösung bemüht und prüft „bedarfsorientierte Zubringerfahrten nach Hundsangen mit der Möglichkeit, dort in die LM-11 umzusteigen“. Der Westerwaldkreis führt deshalb angeblich Verhandlungen mit regionalen Verkehrsunternehmen. In diesem Fall wäre aber der Kauf einer weiteren Fahrkarte nötig: Neben der des RMV für die Buslinie LM-11 zusätzlich eine Karte im Tarif des Verkehrsverbunds Rhein-Mosel; auch dazu gibt es nach Angaben des Westerwaldkreises Verhandlungen.

Der RMV mit Sitz in Hofheim hat die Linie 11 bis Hundsangen verkürzt, weil die Finanzierung dieses Busangebots bis nach Rheinland-Pfalz „künftig nicht mehr zu rechtfertigen ist“, teilt der Sprecher des RMV, Maximilian Meyer, mit. Der RMV habe mit seinem Budget den Busverkehr in hessischen Kommunen sicherzustellen.

Nach Angaben der Kreisverwaltung in Limburg wird die Linie LM-11 (bis Bilkheim und Salz) bislang zu 100 Prozent durch hessische RMV-Mittel finanziert. Im Februar 2017 habe ein Gespräch des RMV mit dem Westerwaldkreis stattgefunden. „Da der Westerwaldkreis auch aus rechtlichen Gründen eine Mitfinanzierung der Linie 11 in seinem Bereich ablehnte, die Schülerinnen und Schüler aber natürlich weiterhin die Schulen in Hadamar und Limburg besuchen und diese auch erreichen müssen, wurde seitens des Westerwaldkreises zugesagt, eine Lösung über freigestellte Schülerverkehre zu schaffen“, teilt der Sprecher des Kreises, Jan Kieserg, mit.

Zusätzliche Kosten

Sollte es keine solche Lösung geben, würden auf die Eltern in den betroffenen Gemeinden entweder deutlich höhere Fahrtkosten zukommen, sofern ihre Kinder bereits die Oberstufe besuchen, oder aber die Schulkinder müssten irgendwie nach Hundsangen kommen, um dort in den Bus zu steigen.

Nach Rickers Angaben würde die Lösung mit dem Zug 600 bis 700 Euro zusätzlich pro Jahr kosten – pro Schulkind, weil es zwei Tarifzonen gebe. Da der Bahnhof in Steinefrenz zudem ungünstig gelegen sei, rund 1,5 Kilometer entfernt, müssten die Kinder über unbefestigte und unbeleuchtete Wege zum Bahnhof laufen. Und der knapp fünf Kilometer lange Weg zwischen Steinefrenz und Hundsangen sei mit dem Rad schlecht zu fahren.

Nach den Vorgaben des Schulgesetzes Rheinland-Pfalz und den Richtlinien des Westerwaldkreises über die Schülerbeförderung übernimmt der Kreis die notwendigen Fahrtkosten für anspruchsberechtigte Schüler (Sekundarstufe I und bei entsprechender Bedürftigkeit auch Sekundarstufe II), „die für die wirtschaftlichste Beförderung entstehen“, teilt Sprecherin Alexandra Marzi mit. In der Regel würden die Schüler Schülerjahreskarten zur Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel erhalten, sofern keine Schulbusse eingesetzt werden. Wenn gar keine Busse zur Schule fahren, gibt es für die Eltern einen finanziellen Ausgleich.

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