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Freiwillige Feuerwehr: Löschen ist nicht selbstverständlich

Nachdem mehrere Einsätze die Bad Camberger Feuerwehr in der vergangenen Woche auf Trab gehalten hatten, nutzten die Aktiven den Festabend im Kurhaus, um Engagierten zu danken.
Jakob Kausch, Josef Thies und Peter Kausch (von links) Helmut Thies Bilder > Jakob Kausch, Josef Thies und Peter Kausch (von links) Helmut Thies
Bad Camberg. 

„Gemeinsam sind wir stark“ – unter diesem Motto ist die Feuerwehr aktiv. Aber nicht nur, was das Feuer betrifft. Sie unterstützten die siebenjährige Pauline, die an Leukämie erkrankt ist und eine Knochenmarkspende benötigt (wir berichteten). Das Kind ist die Tochter eines von Camberg nach Wolfenhausen verzogenen Feuerwehrkameraden. „Hier bitten die Feuerwehrleute um Unterstützung“, sagte Wehrführer Hendrik Hotz.

Kreisbeigeordneter Helmut Peuser von der CDU zitierte aus einem Zeitungsbericht, der unter dem Titel „Bloß kein Ehrenamt“ die Zustände schildert, wenn sich niemand mehr für die Allgemeinheit engagiert. Der langjährige politische Sprecher der Wiesbadener CDU-Landtagsfraktion stellte die Frage: „Was ist, wenn ein Unfall auf der Autobahn A 3 geschieht und niemand die Verletzten aus dem Autowrack befreit“, wie es einige Tage zuvor durch den Einsatz der Ehrenamtlichen geschehen sei. In Portugal sei eine Ministerin wegen Organisationsverschulden im Katastrophenschutzmanagement sogar zurückgetreten, berichtete er und lobte die hiesigen Strukturen der Gefahrenabwehr. Helmut Peuser dankte anschließend den Kollegen für ihren „großartigen Einsatz“.

Befreundete Kollegen

Peter Mors vom Deutschen Roten Kreuz Bad Camberg, das seit Jahren eng mit der Feuerwehr zusammenarbeitet, sagte: „Beide Organisationen sind mehr als Kollegen, sie sind nämlich Freunde.“ Stadtverordnetenvorsteher Heinz Schaus von den Sozialdemokraten sagte: „Freiwillige Hilfe und ehrenamtlicher Einsatz sind für viele leider selbstverständlich.“ Dies sei auch der Politik bestens bekannt. Ebenso bekannt sei die Tatsache, dass die Pflege der Gerätschaften ehrenamtlich nicht mehr zu leisten sei und eine Stelle für einen hauptamtlichen Gerätewart geschaffen werden müsse. Er geht davon aus, dass alle im Stadtparlament vertretenen Parteien dies mittragen. „Es ist Zeit“, lautete sein Fazit.

Aktion „Löscheimer“

Bürgermeister Jens-Peter Vogel (SPD) ging auf die Mitgliederwerbung vor den Supermärkten in diesem Jahr ein. Er selbst hatte hierbei mitgewirkt. Die an die Bürger ausgegebenen Löscheimer zeigen mit ihrer Beschriftung deutlich, was passiert, wenn im Brand- und Unglücksfall keiner kommt und Hilfe leistet. „Die Feuerwehr ist eine Versicherung zu körperlichen Unversehrtheit“, so seine Meinung. Derzeit liefen die Haushaltsverhandlungen. Kompromisse seien nötig, berichtete der Verwaltungschef Jens-Peter Vogel, „aber unverhältnismäßiges Sparen in nur eine Richtung geht auch nicht“.

Stadtbrandinspektor Richard Burbach führte aus, dass die Ehrenamtlichen im Jahr 2016 alleine in der Kernstadt 5000 Stunden in der Fahrzeug- und Gerätepflege geleistet hätten. Die Feuerwehren erwarteten, „dass die Fraktionen in der Frage eines hauptamtlichen Gerätewarts hinter uns stehen“. Sie würden sich wünschen, dass es nicht bei verbalen Phrasen bleibt, sondern möglichst bald sichtbare und spürbare Verbesserungen folgen werden.

(red)
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