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Ehrenamtliche Flüchtlingsbegleiter beendeten ihre Ausbildung: „Macher“ helfen Flüchtlingsfamilien vor Ort

Flüchtlingsbegleiter lernten Flüchtlingsschicksale kennen und wurden auch zum Asyl- und Sozialrecht geschult.
Jetzt kann die Arbeit losgehen – eine zukünftige Aufgabe der Helfer ist der Informationsaustausch und die Vernetzung untereinander. Foto: Christian Weise Jetzt kann die Arbeit losgehen – eine zukünftige Aufgabe der Helfer ist der Informationsaustausch und die Vernetzung untereinander.
Bad Camberg/Goldener Grund. 

„Es war toll bei Ihnen, vielen Dank für die ganz wunderbare Zeit. Jetzt geht es an die Arbeit!“ So fasst ein Ehepaar aus Wörsdorf die zurückliegenden sechs Module zur Grundqualifizierung „Ehrenamtlicher Flüchtlingsbegleiter“ zusammen. Präses Patricia Garnadt vom Evangelischen Dekanat Idstein nimmt die spontane positive Rückmeldung dankbar entgegen. Zusammen mit dem regionalen Diakonischen Werk Rheingau-Taunus und dem Caritasverband hat das Dekanat den Kurs sowohl im Bad Schwalbach, als auch im Idsteiner Raum angeboten.

30 Männer und Frauen verschiedensten Alters haben sich seit September ausführlich schulen lassen. Verschiedenste Referenten erläuterten Fluchtursachen, Fluchtwege und Fluchtgeschichten, erklärten Stationen und Begriffe des Asylverfahrens oder vertieften das Wissen der Ehrenamtlichen im Sozialrecht. Weitere Themen waren „Gewalt und Traumata auf der Flucht“ oder auch die Frage wie man verschiedenste Leistungen für die Menschen auf der Flucht beantragt. Fast alle Teilnehmenden sind schon jetzt in der Flüchtlingsarbeit tätig.

„Die Situation ändert sich täglich“, weiß eine Frau zu berichten, die den Abend früher verlassen muss, weil eine Familie aus Syrien in ihrem Dorf noch in der Nacht ankommen soll. Der Erfahrungsaustausch und die Vernetzung sind ganz wichtige Elemente für die aktiven Helfer, die oftmals an die persönlichen Grenzen in der Arbeit mit Flüchtlingen kommen. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich. Allen gemein ist aber, dass sie die Arbeit dennoch mit Herz und Seele tun und Spaß daran haben. „Die Menschen hier sind alles Macher“, bringt es Patricia Garnadt auf den Punkt.

Wie unterschiedlich die Situationen in der Region sind, zeigen die kurzen Berichte über die aktuellen Situationen. So leben in der einen Gemeinde Flüchtlinge zu neunt in Containern, ohne Rückzugsmöglichkeit und ohne Gemeinschaftsraum. In anderen Orten dagegen sind alle flüchtenden Menschen in „richtigen Wohnungen“ untergebracht. Hauspaten und Familienpaten gibt es fast überall. Hier und da werden noch welche gesucht. Die Flüchtlingshelfer berichten zum einen von einer großen Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung und von vielen Helfern. Diese sei besonders groß, wenn Kommunen und Städte frühzeitig und transparent informieren würden. So gab es zum Beispiel in Waldems bereits Helfer, bevor überhaupt Flüchtlinge da waren, weil die Kommune die Bürger frühzeitig in die Planungen mit einbezogen hatte.

Nötige Vernetzung

Die Vernetzung der vielen Asylkreise – auch innerhalb der Städte und Kommunen – wird als eine der wichtigen Herausforderung gesehen. „Hier ist noch Nachholbedarf“ betont eine Helferin. An anderen Stellen fehlt es an klaren hauptamtlichen Ansprechpartnern der Stadt bzw. der Kommune. Da fühlen sich die Helfer schon mal im Stich gelassen. An anderer Stelle, z.B. in der Kernstadt Idstein, macht man genau die gegenteilige Erfahrung.

Wo findet man Dolmetscher? Wie ist die Beteiligung bei Deutschkursen, was tut man, wenn Menschen nicht so kooperativ sind? Wie geht das mit der Mülltrennung? Was sind die Erfahrungen bei gesundheitlichen Problemen? Fast alle machen gute Erfahrungen mit der schnellen Integration in Kindergärten und Schulen. Generell ist die Integrationsbereitschaft ein Thema: „Da kommen viele, die wollen“ so der einhellige Tenor der Runde.

Ein weiteres Thema ist die Situation, dass an vielen Orten jetzt ein Wechsel ansteht, weil vor allem Albaner derzeit freiwillig das Land verlassen.

(nnp)
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