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Waldwirtschaft: Mehr Erholung statt Gewinn

Von Der Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten der Hadamarer Stadtverordnetenversammlung empfiehlt, dass Hessen-Forst die Forstbetriebsplanung der Stadt auch für die kommenden zehn Jahre erstellen soll. Allerdings soll der Holzverkaufgewinn, so der Wunsch von CDU und SPD, in diesem Zeitraum nicht im Vordergrund stehen, sondern der ökologische und Naherholungswert des Waldes.
Mehr Naherholung und dafür Verzicht auf Gewinne – dieses Ziel verfolgt die Stadt Hadamar künftig in der Waldwirtschaft. Foto: (120207057) Mehr Naherholung und dafür Verzicht auf Gewinne – dieses Ziel verfolgt die Stadt Hadamar künftig in der Waldwirtschaft.
Hadamar. 

Die Stadt Hadamar will weiter mit Hessen-Forst zusammenarbeiten. Ihr bleibt bei der Forstbetriebsplanung für die kommenden zehn Jahre auch keine andere Wahl, denn von zehn von der Stadt angeschriebenen Anbietern mit räumlicher Nähe zu Hadamar erteilten fünf eine Absage. Drei weitere Unternehmen meldeten sich erst gar nicht zurück. Nachdem ein neunter Anbieter dann auch noch sein Angebot zurückzog, blieb nur noch Hessen-Forst übrig, mit dem die Stadt bisher schon zusammenarbeitet.

Zu klein für Privatanbieter

Hartmut Will vom Ordnungsamt der Stadt erklärte, der Hadamarer Kommunalwald sei offenbar zu klein, als dass sich eine Übernahme der Bewirtschaftung für private Forstdienstleistungsanbieter lohnen würde. Kein Wunder also, dass die Mitglieder des Umweltausschusses am Montagabend in ihrer Sitzung im Rathaus einstimmig bei zwei Enthaltungen der Freien Wählergemeinschaft (FWG) empfahlen, den Weg mit Hessen-Forst weiterzugehen.

Harald Hoppe (CDU) sagte aber, dass es Wunsch seiner Fraktion sei, dass bei der Forstbetriebsplanung für die kommenden zehn Jahre nicht die Holzproduktion und somit der Gewinn für die Stadt im Mittelpunkt stehen sollten, sondern der ökologische Wert und die Erholungsfunktion des Waldes. Hoppe meinte, er habe bei Waldspaziergängen den Eindruck gewonnen, dass aus dem Hadamarer Stadtwald die letzten Jahre mehr Holz herausgeholt als nachgewachsen sei. Daher solle man dem Wald eine Ruhepause gönnen. Andreas Klam von Hessen-Forst widersprach dieser Einschätzung. 97 Prozent der festgelegten Quote und nicht mehr sei eingeschlagen worden. Der Einschlag habe in diesem Zeitraum deutlich unter dem Zuwachs gelegen. 7,4 Festmeter Einschlag pro Jahr und Hektar stünden 9,3 Festmeter Zuwachs gegenüber. „Was man rausnimmt, sieht man aber eher als das, was nachwächst“, sagte der Fachmann. Renate Kreis von der SPD erklärte, dass verschiedene Waldbegänge gezeigt hätten, dass ihre Fraktion am eingeschlagenen Weg der Forstbewirtschaftung in Hadamar einiges nicht gefalle. Da die Vorgabe ein jährlicher Gewinn von 40 000 bis 50 000 Euro für die Stadt gewesen sei, habe die Stadt unter dem Druck der Holzvermarktung gestanden.

Das Signal, das der Ausschuss jetzt senden wolle, sei, dass die Naherholung im Vordergrund stehen und nicht um jeden Preis Holz eingeschlagen werden solle. Damit würden der künftigen Stadtverordneten-Generation Spielräume gelassen. Natürlich würden die Stadtverordneten mit sich reden lassen, wenn Hessen-Forst trotzdem bestimmte Maßnahmen im Wald für erforderlich hält. Die FWG kritisierte, dass die Stadt ohne Gewinnabsicht auch nicht Hessen-Forst beauftragen müsse und den Walderhalt durch eigene Kräfte sicherstellen könne. Doch die CDU bezweifelte, dass das mit nur zwei Mitarbeitern im eigenen Forst überhaupt möglich wäre.

FWG stimmt dagegen

Heiko Schmid (SPD) stellte klar, dass der gewünschte Kurs in der Waldwirtschaft nicht bedeute, dass kein Gewinn erzielt werden dürfe. Revierleiter Peter Schönke sagte, die Stadtverordneten müssten bedenken, dass ihr Beschluss Auswirkungen bis auf den Brennholzverkauf habe. Es gebe zum Beispiel Altbestände, die aus fachlicher Sicht gelichtet werden müssten, um jungen Bäumen die Möglichkeit zur Entfaltung zu geben.

Matthias Stähler (FWG) erklärte, er sehe im Hadamarer Wald eher Holzzuwachs. Er meinte, die Stadt führe besser, den Weg der letzten Jahre weiterzugehen und für nachwachsende Jungbäume den Altbestand nach und nach herauszunehmen. Von daher stimmten die beiden FWG-Vertreter auch gegen die Prioritäten-Festsetzung für die kommenden zehn Jahre. Für 2018 sollen aber noch die alten Vorgaben gelten und somit ein Gewinn von 50 000 Euro erzielt werden, da Hessen-Forst die Maßnahmen für kommendes Jahr in Hadamar bereits geplant hat.

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