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Demonstration gegen Intoleranz: "Menschen willkommen"

Ein Großaufgebot von Polizei schottete am Donnerstagabend die Teilnehmer von zwei Demonstrationen ab, die fast zeitgleich im Stadtkern von Bad Marienberg stattfanden. Über 2000 Teilnehmer stellten sich bei anhaltendem Nieselregen auf die Seite einer Position für Menschlichkeit, Toleranz und Weltoffenheit. Auf der anderen Seite die Bewegung „Bekenntnis zu Deutschland“ mit 300 Teilnehmern.
Mit brennenden Kerzen zeigten rund 2000 Demonstrationsteilnehmer Flagge für einen weltoffenen Westerwald. Bilder > Mit brennenden Kerzen zeigten rund 2000 Demonstrationsteilnehmer Flagge für einen weltoffenen Westerwald.
Bad Marienberg. 

„Bad Marienberg war – ist – und bleibt bunt“. Mit dieser Aussage erntete die Stadtbürgermeisterin von Bad Marienberg, Sabine Willwacher, ersten langanhaltenden Applaus der 2000 Teilnehmer, die sich der Kundgebung und Mahnwache auf dem Marktplatz angeschlossen hatten.

Trotz anhaltenden Nieselregens wurde die Veranstaltung, zu der Parteien, Gewerkschaft und Kirchen eingeladen hatten, ein voller Erfolg und stellte die zum gleichen Zeitpunkt stattfindende Veranstaltung „Bekenntnis zu Deutschland“ in den Schatten.

Hintergrund für beide Demonstrationen war die Ankündigung, Asylanten auf dem ehemaligen Lager auf dem Stegskopf bei Daaden unterzubringen. In diesem Zusammenhang war von der Bewegung „Bekenntnis zu Deutschland“ eine Demonstration in Bad Marienberg angekündigt und genehmigt worden. Die pegida-nahe Bewegung ist gegen die Unterbringung von über 1500 Asylanten auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände.

Friedlicher Einsatz für die Polizei

Gegner und Befürworter der geplanten Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen „Lager Stegskopf“ hatten am Donnerstagabend zu Versammlungen und Aufzügen im Bad Marienberger Stadtgebiet aufgerufen.

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Dies veranlasste eine breite Allianz demokratischer Kräfte aus dem Westerwald, ihrerseits zu einer Kundgebung einzuladen. Spontan hatten sich auch die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz, Manu Dreyer, die stellvertretende Ministerpräsidentin Eveline Lemke, die Integrationsministerin Irene Alt, Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Staatssekretär Günter Kern sowie weitere Gäste aus Mainz auf der großen Bühne des Marktplatzes eingefunden.

Weiter auf der Liste zu finden Landrat Achim Schwickert, Landtagsabgeordnete sämtlicher Parteien, viele Verbandsbürgermeister, Vertreter der Gewerkschaften, Verbände und Kirchen. Sie alle zeigten Flagge für einen weltoffenen Westerwald. „Wer den Artikel 1 des Grundgesetzes und damit die Würde des Menschen angreift, hat die Rheinland-Pfälzer gegen sich“, so die Ministerpräsidentin. Sie forderte dazu auf, die Flüchtlinge auf dem Stegskopf mit offenem Herzen und ehrenamtlichem Engagement zu empfangen.

Mut zeigten in diesem Zusammenhang einige Demonstranten, die sich mit Transparenten wie „Wo kann man für jeden Flüchtling, der kommt, einen Nazi abgeben“ an den Rand der Demonstration „Bekenntnis zu Deutschland“ stellten. Torsten Frank, Initiator der Bewegung „Bekenntnis zu Deutschland“, will sich nicht in die „braune Ecke“ stecken lassen.

„Wir sind keine Nazis, sondern ganz einfach nur besorgte Bürger“ und „man kann nicht mit der ,Nazi-Keule‘ alles im Keim ersticken“. In der Flüchtlingspolitik laufe einiges verkehrt. Anschließend zogen die Teilnehmer von „Bekenntnis zu Deutschland“ durch Bad Marienberg.

Begleitet von lautstark skandierenden Antifa-Anhängern, die aber durch das große Polizeiaufgebot hermetisch abgeriegelt wurden. Einen bedrückenden Beigeschmack bekam diese Demonstration durch den Marschschritt einiger Demo-Teilnehmer und das gleichzeitig gesungene Lied „O du schöner Westerwald“.

Mit einer beeindruckenden Lichterdemonstration endete die Kundgebung auf dem Marktplatz.

(kdh)
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