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„Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum“: Mit Flüchtlingen gegen demografischen Wandel

Staatsminister Axel Wintermeyer (re.) mit Bürgermeister Thomas Scholz aus Mengerskirchen. Staatsminister Axel Wintermeyer (re.) mit Bürgermeister Thomas Scholz aus Mengerskirchen.
Mengerskirchen/Wiesbaden. 

In einer Auftaktveranstaltung hat der Chef der Hessischen Staatskanzlei Axel Wintermeyer gemeinsam mit den Bürgermeistern ausgewählter Kommunen die Teilnahme am Modellvorhaben „Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum“ vereinbart. Unter den Teilnehmern ist auch der Marktflecken Mengerskirchen.

Die sieben ausgewählten hessischen Städte und Gemeinden aus sieben verschiedenen Landkreisen werden laut Wintermeyer in den kommenden eineinhalb Jahren mit ihren innovativen Projekten zeigen, wie sie eine langfristige Bindung der Zuwanderer an ihren Ort sicherstellen. Sie stehen beispielhaft für die Idee, dem demografischen Wandel mit der Integration von Flüchtlingen zu begegnen. Von diesem Modellvorhaben profitieren nach Ansicht von Wintermeyer viele: die Gemeinden, die Ortsgemeinschaften und die Flüchtlinge mit Bleibeperspektive. Eine Förderung des Landes gibt dazu die notwendige Starthilfe und Betreuung.

Im Mittelpunkt der mit insgesamt 300 000 Euro dotierten Initiative der Hessischen Staatskanzlei steht die Förderung kleiner ländlicher Kommunen, die in der Zuwanderung eine Chance sehen. Zur Teilnahme am Modellvorhaben waren daher Kommunen im ländlichen Raum mit einer Größe von 5000 bis 10 000 Einwohnern aufgerufen, die eine negative demografische Prognose haben. Eine Jury hatte neben Mengerskirchen die Kommunen Aarbergen (Rheingau-Taunus-Kreis), Alheim (Landkreis Hersfeld-Rotenburg), Bad Sooden-Allendorf (Werra-Meißner-Kreis), Diemelstadt (Landkreis Waldeck-Frankenberg), Laubach (Landkreis Gießen) und Neustadt (Landkreis Marburg-Biedenkopf) ausgewählt.

In Mengerskirchen soll die interkulturelle Kompetenz schon in den gemeindlichen Kindertagesstätten und Schulen von klein auf die Eingliederung der asylsuchenden Kinder und Jugendlichen erleichtern. Mit Praktika sollen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge den Arbeitsalltag kennenlernen. Bei dem Gartenprojekt „Selbstversorgung“ werden Flüchtlingsfamilien Parzellen zur Verfügung gestellt, auf denen die neue und alteingesessene Gemeinschaft zusammen Obst und Gemüse anbauen kann.

„Flüchtlinge mit dauerhaftem Bleiberecht können eine Bereicherung für die ländlichen Gemeinschaften sein. Zudem helfen sie als Teil einer vielfältigen Ortsgemeinschaft, die Probleme des demografischen Wandels wie leerstehenden Wohnraum, die Schließung von Schulen oder die Verschlechterung des öffentlichen Personennahverkehrs abzumildern. Mit dem Modellvorhaben beweisen nun sieben Kommunen, wie aus dieser Idee Wirklichkeit wird“, so Staatsminister Wintermeyer, der zugleich auch Demografiebeauftragter und Flüchtlingskoordinator der Hessischen Landesregierung ist.

(nnp)
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