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Mann wegen versuchter Körperverletzung verurteilt: Mit der Bierflasche geworfen

Wegen versuchter Körperverletzung und Diebstahls hat das Amtsgericht Limburg einen 38-jährigen Mann zu einer neunmonatigen Haftstrafe zur Bewährung verurteilt. Es war nicht die erste Verurteilung für den Mann, der allerlei auf dem Kerbholz hat.
Foto: Arne Dedert (dpa)
Limburg. 

Der 38 Jahre alte Angeklagte ist nach eigenen Angaben Alkoholiker und Nazi. Er pflegt zu salutieren und seine Nachbarn stramm mit dem Hitlergruß zu grüßen. Im Fokus seiner Hasstiraden in Bad Camberg steht eine Familie aus Sri Lanka, die schon seit 20 Jahren in der Kurstadt wohnt.

20 Strafprozesse

Der gebürtige Münchener fühlt sich auf einer Anklagebank offenbar wohl. Seit 1994 hat er die Gerichte in der bayerischen Landeshauptstadt, in Garmisch-Partenkirchen und Laufen sowie in Limburg und Weilburg nicht weniger als 20 Mal in Strafprozessen beschäftigt: wegen Sachbeschädigung. Diebstahls, Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Körperverletzung, Betrugs oder Drogendelikten.

Nun verurteilte ihn Strafrichterin Sabine Niegemann wegen versuchter Körperverletzung und Diebstahls von zwei Whisky-Cola-Dosen zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten, die sie für vier Jahre zur Bewährung aussetzte. Der mit Hausmeistertätigkeiten beschäftigte Mann muss 200 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten. Das Verfahren wegen Sachbeschädigung am Auto des Nachbarn wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft vorläufig eingestellt, weil eine mögliche Verurteilung nicht ins Gewicht gefallen wäre.

Die Richterin folgte den Forderungen von Oberamtsanwalt Achim Schubert in vollem Umfang. Verteidiger Burkhard Götz sah seinen Mandanten nicht einer versuchten gefährlichen Körperverletzung überführt und plädierte auf Freispruch,

Der späte Vormittag des 27. März 2017 begann für eine 58 Jahre alte Sri-Lankerin vor ihrer Wohnungstür mit einem Paukenschlag. Sie wollte gerade ihren Briefkasten entleeren, als etwa 50 Zentimeter neben ihr eine leere Bierflasche zerbarst. Nachdem sie den Angeklagten auf der Fensterbank der gegenüberliegenden Wohnung stehend ertappt hatte, stellte sie ihn zur Rede. Dem Angeklagten schien dies ziemlich egal, und er antworte zunächst mit „na und“. Danach beschimpfte er die Frau als „Scheiß Ausländerin“ und fügte hinzu: „Ich bin ein Nazi.“

Im Zeugenstand sagte die Frau, sie wolle nur Ruhe für ihre Familie, zumal ihre Enkelkinder panische Angst vor dem Angeklagten hätten. Der Mann habe sich zwar später bei ihr entschuldigt, jedoch wenige Tage vor dem Prozess habe er sie und ihre Familie erneut beleidigt.

Der Angeklagte schilderte den Vorfall am 27. März ganz anders. „Ich habe die Flasche von meiner Bettkante aus dem geöffneten Fenster geworfen. Ich habe die Frau gesehen, wollte sie aber nicht verletzen, weil ich sie gut kenne“, sagte er. Allerdings habe sie ihn tags zuvor geärgert, und er habe sie erschrecken wollen. „Ich war nicht nüchtern, denn ich habe am Morgen eine Flasche Stroh-Rum getrunken“, erklärte er. Den Diebstahl gestand der Mann, die Sachbeschädigung am Auto stritt er ab.

In ihrer Urteilsbegründung sagte Sabine Niegemann, die Flasche sei trotz des starken Alkoholgenusses zielgerecht geworfen worden. „Eine Strafe hätte auch leicht ohne Bewährung ausgesprochen werden können“, sagte die Vorsitzende, aber: „Ich wollte dem Angeklagten den Weg nicht verbauen und ihn während der Bewährung auch unter Kontrolle behalten.“

(red)
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