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Musiker spielen für Christoph Hinz

Bei einem außergewöhnlichen Konzertabend haben befreundete Musiker an den im Februar verstorbenen Pianisten Christoph Hinz erinnert. Zu dem Benefizkonzert kamen Musiker aus mehreren Ländern nach Gnadenthal, um für ihn zu spielen. Eine stimmungsvolle Atmosphäre durchzog den Saal.
In Erinnerung an den Gnadenthaler Pianisten Christoph Hinz boten befreundete Musiker im Rahmen des tradionell von diesem organisierten Benefizkonzerts einen großartigen Konzertabend in stimmiger Atmosphäre. Foto: Gundula Stegemann In Erinnerung an den Gnadenthaler Pianisten Christoph Hinz boten befreundete Musiker im Rahmen des tradionell von diesem organisierten Benefizkonzerts einen großartigen Konzertabend in stimmiger Atmosphäre.
Gnadenthal. 

Es war ein besonderes Kammerkonzert, zu dem die Jesus-Bruderschaft diesmal eingeladen hatte: Das jährliche Benefizkonzert zugunsten der Stiftung Kloster Gnadenthal, das der Musiker Christoph Hinz (28. Juni 1959 bis 12. Februar 2017) in den Jahren zuvor organisiert und moderiert hat. Am 12. Februar ist er gestorben. Den Musikerfreunden war es ein besonderes Anliegen, ihm dieses Konzert zu widmen und damit an ihn und sein Wirken in Gnadenthal und für die Musik zu erinnern.

Gleich das erste Stück, für ein Celloensemble, berührte. „Choral für einen Freund“ hatte einer der Musikerfreunde, Lorenzo Geroldi, im Februar unter dem Eindruck der Todesnachricht geschrieben. Auf die Lücke, die Christoph Hinz unter seinen Musikerfreunden hinterlässt, wies Markus Lentz mit einigen Worten hin: „Er hat uns diesen Ort hier hinterlassen. So sind wir gekommen aus Lublin, Cremona. . . aus aller Herren Länder, um die Musik teilen zu können. Sein größtes Geschenk ist, dass er da war und ich bin sicher, dass er auch heute mit uns feiert.“ Auch die Jesus-Bruderschaft schloss sich diesem Anliegen an.

Im Namen der Ökumenischen Kommunität sprach Verena Dilger über Christoph Hinz, der von 1989 bis Februar 2017 in der Lebensgemeinschaft lebte. Christoph Hinz habe die Gemeinschaft und ihre Außenwirkung wesentlich mitgeprägt – als Brückenbauer zwischen der Kommunität und der Region, wie sie sagte. So habe er über viele Jahre in Gnadenthal ein reiches Kulturleben gestaltet, durch das die Jesus-Bruderschaft auch in die Region hineinwirken konnte.

Im Himmel ist mehr Musik

Mit großem Engagement gab der begnadete Pianist Klavierunterricht, trug Mitverantwortung in der Kreismusikschule Limburg, organisierte Konzerte und internationale Musik-Freizeiten in Italien, Polen, Lettland, Russland und in Gnadenthal. „Wenn wir an Christoph Hinz denken, dann tun wir das in großer Dankbarkeit.“

Als er gestorben sei, habe jemand salopp formuliert: Im Himmel ist jetzt mehr Musik. „Denn wo Christoph ist, da ist Musik“, so Verena Dilger. Viele Gnadenthaler haben unvergessliche Erinnerungen an zahlreiche Gottesdienste, die der Musiker verschönert und denen er eine besondere Tiefe verliehen habe. „Gerade gegen Ende seines Lebens hatten wir manchmal das spontane Bedürfnis zu applaudieren, wenn es wieder einmal besonders schön war. Christoph hat uns gebeten, vom Applaus abzusehen, denn für ihn war seine Musik Gottesdienst, und er wollte immer auf Gott hinweisen, nicht auf sich selbst.“

Worte hatten Gewicht

Als die Gemeinschaft vor etwa 15 Jahren in eine Krise geraten war und die bisherigen Strukturen auseinanderbrachen, habe er in der Familiengemeinschaft eine Leitungsaufgabe übernommen, die er in großer Bescheidenheit, aber auch in großer Klarheit und Weitsicht ausfüllte. Er war kein Mensch, der viele Worte gemacht hatte, aber wenn er etwas zu sagen hatte, haben alle aufmerksam zugehört, denn es hatte immer Hand und Fuß. Seine Aussagen hatten Gewicht.

Als Musiklehrer habe er vielen Kindern einen Zugang zur Musik eröffnet und sie auch immer wieder zum Vorspiel in die Galerie nach Gnadenthal eingeladen beziehungsweise sie dort hingebracht – bis Januar diesen Jahres. „Wir hier in Gnadenthal spüren immer noch die große Lücke, die Christophs Tod in unserem Leben hinterlassen hat“, sagte Verena Dilger. „Für uns als Gemeinschaft war es ein großes Geschenk, ihn so viele Jahre in unserer Mitte zu haben.“ So war Christoph Hinz auch bei diesem Konzert im Geiste aller mit dabei – auch beim traditionellen Singen zum Abschluss des Benefiz-Kammerkonzerts. Die stimmungsvolle Atmosphäre im Saal der Jesus Bruderschaft war während des Benefizkonzerts hautnah zu spüren.

Die Kammermusiker (Besetzung siehe Kasten rechts) spielten verschiedene Werke von Johannes Brahms, Franz Schubert, Johann Sebastian Bach, Wolfgang-Amadeus Mozart und Wilfried Hiller.

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