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Schnitzwerkstatt: Nach 40 Jahren ist Schluss

Von Kurz nach seinem 80. Geburtstag legt Heinz Friedel Fuchs sein Schnitzwerkzeug aus der Hand: Ende März ist das Schnitzerstübchen in Langendernbach Geschichte.
Von dieser Weihnachtskrippe in seiner Wohnstube wird sich der Schnitzer Friedel Fuchs nicht trennen. Foto: Klaus-Dieter Häring Von dieser Weihnachtskrippe in seiner Wohnstube wird sich der Schnitzer Friedel Fuchs nicht trennen.
Langendernbach. 

Für viele Berufstätige ist mit dem 65. Lebensjahr Schluss. Für Heinz Friedel Fuchs, den alle Welt nur unter dem Namen Friedel kennt, galt diese Altersgrenze nicht. Denn er hatte aus seiner Berufung und seinem Talent einen Beruf gemacht, den er noch bis zu seinem 80. Geburtstag nachging.

Sein beruflicher Weg schien Friedel Fuchs in die Wiege gelegt. Denn schon sein Vater beschäftigte sich künstlerisch mit Holz. So lag es nur nahe, dass Heinz Friedel Fuchs in seinem damaligen Wohnort Bad Berleburg (Sauerland) den Beruf des Bau-, Möbel- und Kunsttischlers erlernte. Vor 40 Jahren führte ihn sein Berufsweg nach Limburg. „Da habe ich in der Brückengasse das Schnitzerstübchen aufgemacht“, erzählt der sympathische Langendernbacher.

Kunstvolle Türen

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Annie Bertram, die fortan die Buchhaltung übernahm, gründete er das Unternehmen Fuchs & Bertram in Langendernbach. „Damals haben wir mit dem Besuch von einer Messe im Jahr angefangen“, erzählt er von den Anfängen seines Unternehmens. Es folgten Handwerksmessen unter anderem in Koblenz, Bad Ems, Neuwied und Siegen, wo er die Produkte seiner Schnitzerwerkstatt ausstellte. In Limburg gestaltete er zur Weihnachtszeit die Schaufenster von Vohl & Meyer zu einer Weihnachtskrippenausstellung um und präsentierte im Verkaufsraum sein Können an einer aufgestellten Schnitzwerkstatt.

Seine kunstvoll geschnitzten Holztüren fanden Bewunderer in ganz Deutschland und darüber hinaus. „Ich musste viele Türen für den russischen Markt schnitzen“, erzählt Friedel Fuchs. Nach einem ersten Anruf des Kunden fertigte er auf dem Reißbrett einen ersten Entwurf, den er dem Kunden zuschickte, um anschließend mit der Arbeit zu beginnen. Fuchs hatte so viel zu tun, dass er mehr als 20 Jahre lang eine Schnitzerin in seiner Werkstatt beschäftigte. Und auch die Produktpalette wurde umfangreicher. Zu kunstvoll geschnitzten Grabkreuzen kamen auch große Weihnachtskrippen und viele kunstvoll geschnitzte Figuren hinzu.

Ruf bis Oberammergau

Der Ruf von Friedel Fuchs machte auch vor der Schnitzerhochburg Oberammergau (Bayern) nicht halt. „Von dort wurden Kunden mit dem Hinweis ,fahrt mal nach Limburg, da ist einer, der kann das‘ in meine Werkstatt geschickt – immer dann, wenn es darum ging, knifflige Arbeiten zu erledigen.“

Die Kunstschnitzerei ist für Friedel Fuchs nicht nur Beruf, sondern Berufung, die auch in sein Privatleben einfließt. Für die „Harmonie“ in Lindenholzhausen, in der er seit 30 Jahren singt, hat er insgesamt 80 Preise für das „Harmonie-Festival“ geschnitzt, die danach in alle Welt gingen. Sein Wissen und Können hat er in vielen Kursen weitergegeben. Nun will er das berufliche Buch des Kunstschnitzers schließen.

Bis zum 31. März gibt es einen Ausverkauf von Weihnachtskrippen, Holzfiguren und Kuckucksuhren. Von einigen seiner Schnitzereien wird sich Fuchs aber nicht trennen. Zum Beispiel von einem 1,70 Meter großen Nachtwächter oder von einem großen „Lautenspieler“, an dem er noch arbeitet. „Die gebe ich nicht her, und die werden auch nicht verkauft“, sagt er. Sein Geschäft wird er schließen, weil es nach seinen Worten niemanden gibt, der es fortführen will.

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